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Das RP-Energie-Lexikon

Aberglauben, Halbwahrheiten und Propaganda zum Thema erneuerbare Energie

Quecksilber-Hysterie

Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.

Streif Fertighäuser

Alle Zeigefinger auf China?

Dieser Artikel lädt ein, Ansichten über die chinesischen CO2-Emissionen so­wie über unsere Beiträge zum Klima­schutz zu überdenken.

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Siehe auch ähnliche Seiten zu den Themen Gebäude, Heizung, Stromerzeugung und Stromversorgung, Energieeffizienz und Klimaschutz und Kernenergie.

Behauptungen:

Sonnenkollektoren produzieren mehr Energie als Solarzellen, weil sie einen höheren Wirkungsgrad haben.

Kategorie: unzulässige Vereinfachungen; Äpfel mit Birnen

Auf den ersten Blick erscheint es völlig überzeugend: Ein Sonnenkollektor kann einen Wirkungsgrad von 80 % erreichen, während ein Solarmodul (Photovoltaikmodul) vielleicht nur 15 % schafft; also ist der jährliche Energieertrag des Sonnenkollektors viel höher. Umso überraschter wird man darüber sein, dass das Gegenteil der Fall ist!

Der erste Fehler ist es, nur Volllast-Wirkungsgrade zu vergleichen. Bei geringer Sonneneinstrahlung, wie sie selbst an besten Standorten häufig auftritt (etwa morgens und abends) fällt der Wirkungsgrad des Kollektors viel stärker ab als der des Solarmoduls. Letzteres kann selbst schwaches diffuses Licht an trüben Tagen noch gut nutzen, wenn der Kollektor schon längst nicht mehr die erforderliche Temperatur erreicht.

Der zweite Fehler ist der unsachgemäße Vergleich verschiedener Energieformen. Elektrische Energie ist reine Exergie, d. h. Energie der höchsten Wertigkeit, und kann nicht direkt mit Niedertemperaturwärme verglichen werden. Man könnte damit z. B. eine Elektrowärmepumpe mit einer Leistungszahl von 3 antreiben, um die dreifache Menge von Niedertemperaturwärme zu erhalten.

Somit wird klar, dass in Wirklichkeit der effektive Jahresertrag einer Photovoltaikanlage pro m2 Fläche in aller Regel wesentlich höher sein dürfte als der eines Sonnenkollektors, trotz dessen höheren Volllast-Wirkungsgrads. Auf der anderen Seite sind Photovoltaikanlagen natürlich auch teurer als Sonnenkollektoranlagen.

Die Nutzung von Solarzellen ist unsinnig, weil ihre Herstellung mehr Energie verschlingt, als man damit gewinnen kann.

Kategorie: Falschaussage

Dieser Falschaussage begegnet man immer wieder. Richtig ist, dass Photovotaikanlagen eine gewisse energetische Amortisationszeit haben – je nach Typ maximal ein paar Jahre. Innerhalb dieser Zeit wird die Energie erzeugt, die die Herstellung verschlingt. In jedem Fall liegt die Amortisationszeit heutiger Solarzellen weit unter ihrer Lebensdauer.

Sonnenenergie wird erst nützlich, wenn sie nachts Strom erzeugen kann.

Kategorie: Propaganda

Gelegentlich wird von Uninformierten oder Propagandisten die Behauptung vorgebracht, eine ernsthafte Nutzung der Sonnenenergie sei erst dann möglich, wenn entsprechende Speichertechnologien entwickelt seien, die die Versorgung mit Sonnenenergie auch nachts erlauben. Dies trifft aber nur dort zu, wo eine Inselversorgung nötig ist, d. h. wenn die gesamte Stromversorgung in einem eigenen Stromnetz mit Solarstrom gewährleistet werden soll. Solche Inselnetze stellen jedoch absolute Ausnahmen dar; der Löwenanteil des heute konsumierten Stroms wird über große Stromnetze verteilt, und hier ist die Lage völlig anders. Strom aus Photovoltaik wird einfach in das Netz eingespeist, wenn er zur Verfügung steht. Dies entlastet die anderen Stromerzeuger genau in derselben Weise, wie wenn Verbraucher mit der gleichen Leistung abgeschaltet würden. In der Regel ist die Folge, dass Brennstoffe in anderen Kraftwerken eingespart werden, was die Kohlendioxid-Emissionen entsprechend senkt.

Warum werden solche Dinge behauptet? Wenn es nicht schlicht aus Unwissen geschieht, dann meist um den Vormarsch der erneuerbaren Energien zu bremsen (und damit herkömmliche Technologien zu unterstützen). Wenn manchmal aber sogar Forscher solche Dinge von sich geben, kann das daran liegen, dass Lobbyarbeit für zusätzliche Forschungsgelder für nötig gehalten wird.

Windkraft ist nutzlos: Woher nehmen wir den Strom, wenn der Wind nicht weht?

Kategorie: Propaganda

Diese Argumentation ist genau vom gleichen Muster wie die oben diskutierte zur Solarenergie. Es trifft zwar zu, dass die Nutzung von Windenergie zusätzliche Regelenergie voraussetzt. Jedoch wird dieser Aspekt oft in vollkommen übertriebener Weise betont, während gleichzeitig die Problematik der Reserveleistung von Großkraftwerken unbeachtet bleibt.

Siehe auch den Artikel Windkraft – eine Gefahr für die Versorgungssicherheit?

Solarstrom wird bald billiger sein als konventionell erzeugter Strom.

Kategorie: Äpfel mit Birnen, Halbwahrheiten

Allzu eifrige Propagandisten begründen die angebliche wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit von Photovoltaik gelegentlich damit, dass für Solarstrom aus Photovoltaik innerhalb der allernächsten Jahre die sogenannte Netzparität (grid parity) erreicht werden dürfte. Das letztere ist zwar durchaus richtig, heißt aber nicht, dass die Erzeugungskosten für Solarstrom gleich oder gar günstiger sein könnten als für konventionelle Kraftwerke. Vielmehr bedeutet die Netzparität, dass der Endverbraucher für die Stromerzeugung mit Photovoltaik dieselben Kosten zahlt wie für den Einkauf von Strom von einem Netzbetreiber. Man sollte aber nicht übersehen, dass der Netzbetreiber weitaus mehr berechnen muss als nur die Erzeugungskosten: Der Endverbraucherpreis enthält auch anteilige Kosten für das Stromnetz, den Stromanschluss des Hauses, Steuern etc. Früher oder später werden auch der Photovoltaik-Erzeugung diese Kosten belastet werden müssen. Bis zum Erreichen einer echten Konkurrenzfähigkeit dürften noch viele Jahre vergehen.

Richtig bleibt allerdings, dass ein scharfer Anstieg der Photovoltaik-Stromerzeugung möglich ist, sobald die Netzparität erreicht wird.

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