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Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.
Tipp: Neben den Lexikon-Artikeln gibt es noch diverse interessante Extra-Artikel!
Dieser Artikel lädt ein, Ansichten über die chinesischen CO2-Emissionen sowie über unsere Beiträge zum Klimaschutz zu überdenken.
Definition: die Realisierung eines nachhaltigen Systems der Energieversorgung
Die Energiewende ist ein Projekt, welches erstmals 1980 vom Öko-Institut in einer Studie so benannt wurde. Es geht um den Umbau unseres Systems der Energieversorgung und -verwendung mit dem Ziel der Nachhaltigkeit. Hierzu gehört die Abkehr einerseits von fossilen Energieträgern, weil diese zunehmend knapp werden und ihre Verbrennung ernste Klimagefahren verursacht, andererseits aber auch von der Kernenergie, weil diese unter anderem schwere Unfälle verursachen und die Weiterverbreitung von Atomwaffen begünstigen kann. An die Stelle dieser Energiequellen sollen diverse Quellen erneuerbarer Energie treten, langfristig insbesondere die Sonnenenergie. Von Anfang an wurde erkannt, dass der effiziente und sparsame Umgang mit Energie eine entscheidende Komponente einer Strategie der Energiewende sein muss, da erneuerbare Energie bis auf weiteres nur begrenzt verfügbar ist.
Die Notwendigkeit der Energiewende wird inzwischen von weiten Kreisen im Prinzip nicht mehr bestritten. Einerseits ist ein weit reichender Konsens über das Problem der Klimagefahren entstanden; nur noch Außenseiter bezweifeln ernsthaft den Klimawandel als Folge insbesondere der Kohlendioxid-Emissionen. Andererseits sind die Probleme der Kernenergie deutlicher geworden – insbesondere durch den schweren Unfall in Fukushima, bei dem ein Tsunami eine Havarie gleich mehrerer Reaktoren gleichzeitig auslöste. Weniger beachtet werden Sorgen bezüglich der Verbreitung von Atomwaffen, zunehmende Zweifel an der Wirtschaftlichkeit (angesichts massiv gestiegener Kosten) sowie der Umstand, dass das Potenzial der Kernenergie zur Lösung des globalen Klimaproblems relativ klein ist. Jedoch wächst immer mehr das Vertrauen, dass die erneuerbaren Energien mittel- und langfristig die Möglichkeit bieten, einen wesentlichen Teil des globalen Energiebedarfs auf umwelt- und sozialverträgliche Weise zu decken.
Ein Dissens existiert jedoch zu vielen Fragen der Umsetzung einer Energiewende und insbesondere auch über das anzustrebende Tempo der Veränderungen. Beispielsweise wird der Klimaschutz von manchen Kreisen zwar im Prinzip als notwendig begriffen, beeinflusst das Handeln aber nur sehr begrenzt, weil andere Ziele wie z. B. Wirtschaftswachstum eine höhere Priorität genießen. Ähnlich wird ein Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie zwar vielerorts als an sich wünschenswert bezeichnet, aber nicht konkret eingeleitet. Ebenso bestehen Auseinandersetzungen um den Bau neuer Kohlekraftwerke, die zwar einerseits deutlich niedrigere spezifische Emissionen haben als ältere Kraftwerke, andererseits aber die breite Nutzung fossiler Energien für viele Jahre festschreiben und gleichzeitig die Entwicklung alternativer Energien behindern würden. Ferner ist umstritten, welche Rolle sogenannte Biokraftstoffe spielen können und sollen, nachdem sowohl ernste Zweifel an der Umweltverträglichkeit bestehen als auch eine Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion befürchtet wird.
Siehe auch: Energie, Klimaschutz, Kernenergie, Atomausstieg