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Das RP-Energie-Lexikon

Flüssiggas

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Acronym: LPG = Liquefied Petroleum Gas

Definition: durch Kompression und evtl. Kühlung verflüssigtes brennbares Gas

Gase wie Propan (C3H8) und Butan (C4H10) sind bei Zimmertemperatur und Normaldruck gasförmig, können jedoch durch mäßige Kompression (Verdichtung) auf einen Druck von ca. 5 bis 10 bar verflüssigt werden. Das entstehende Flüssiggas (LPG = Liquefied Petroleum Gas) lässt sich dann leicht in Druckflaschen speichern und transportieren. Die erreichbare Energiedichte ist wesentlich höher als z. B. mit komprimiertem Erdgas, welches erst bei extrem hohen Drucken bei Zimmertemperatur flüssig (zu Flüssigerdgas) würde. Der Heizwert beträgt ca. 46 MJ/kg = 13 kWh/kg.

Die Entnahme von Flüssiggas aus einem Tank geschieht in der Regel in gasförmiger Form auf der Oberseite des Tanks. Bei der Entnahme sinkt zunächst der Gasdruck leicht ab, wodurch dann weiteres Flüssiggas verdampft. Somit bleibt der Druck im Speicher etwa konstant, solange bis keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist.

Gewinnung von Flüssiggas

Flüssiggas fällt in Erdöl-Raffinerien bei der fraktionierten Destillation an, außerdem häufig bereits bei der Erdgas- und Erdölförderung als “nasses Bohrgas”.

Anwendungen für Flüssiggas

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Hätten Sie vielleicht eine schöne Fotografie von einem Flüssiggas­tank, die Sie für das RP-Energie-Lexikon zur Verfügung stellen könnten?

Flüssiggas wird häufig in relativen kleinen Flaschen mit einem Inhalt von 5 kg, 11 kg oder 33 kg verwendet, z. B. für Camping-Gaskocher, Grills oder tragbare Gas-Heizgeräte. In sehr kleinen Mengen findet es Verwendung in Gasfeuerzeugen.

Flüssiggas kann auch als Kraftstoff für Ottomotoren eingesetzt werden, z. B. in Autos als Autogas, ebenso in Gapelstaplern und ähnlichen Maschinen. Der Hauptvorteil gegenüber dem Benzin-Betrieb ist der niedrigere Schadstoffausstoß. Im Vergleich zu hoch komprimiertem Erdgas (CNG) kommt man mit einem kleineren und leichteren Tank aus. Zumindest in Deutschland sind Flüssiggas-Tankstellen wesentlich häufiger als solche für Erdgas. Bei Autos mit Benzin-Antrieb, die noch relativ neu sind und eine hohe jährliche Fahrleistung erreichen, kann es sich finanziell lohnen, eine Umrüstung für Flüssiggas-Betrieb vorzunehmen, da die Betriebskosten mit Flüssiggas günstiger sind. Wirtschaftlicher ist es allerdings in der Regel, gleich ein Auto zu kaufen, welches für den Betrieb mit Erdgas ausgerüstet ist. (Serienfahrzeuge für Flüssiggas gibt es kaum.)

Ebenfalls wird Flüssiggas in Heizkesseln eingesetzt. In diesem Fall wird es in Tanks mit Volumina von z. B. einigen hundert Litern gelagert, die häufig im Freien stehen.

Es gibt auch diverse nicht-energetische Nutzungen von Flüssiggas, z. B. als Kältemittel und für chemische Prozesse.

Gefahren der Anwendungen

Flüssiggas ist in nicht zu hohen Konzentrationen ungiftig, aber als Gemisch mit Luft explosiv. Eine gefährliche Eigenschaft ist, dass es eine deutlich höhere Dichte als Luft aufweist und sich deshalb leicht am Boden, vor allem in Vertiefungen, ansammeln kann. Auf diese Weise können selbst kleine Undichtigkeiten zur Ansammlung erheblicher Mengen von Butan und Propan in Bodennähe führen und anschließend (wenn ein Zündfunke auftritt) zu einer gefährlichen Explosion. Deswegen ist es mancherorts (selten jedoch in Deutschland) verboten, mit Flüssiggas-betriebenen Autos Tiefgaragen zu befahren.

Ökologische Aspekte

Ein Vorteil des Ersatzes von Benzin durch Flüssiggas für Verbrennungsmotoren ist, dass die Abgase wesentlich weniger schadstoffhaltig sind: Der Ausstoß an Stickoxiden und unverbrannten Kohlenwasserstoffen (v. a. bei Einsatz eines Abgas-Katalysators) ist sehr gering, und Ruß entsteht ohnehin fast nicht. Dies erlaubt sogar den Einsatz in geschlossenen Räumen, etwa von Gapelstaplern in Lagerhallen. Auch der klimaschädliche Kohlendioxid-Ausstoß ist ca. 15 % geringer als mit Benzin.

Im Vergleich zu Erdgas sind die Anlieferung auf der Straße (anstelle des Erdgas-Leitungsnetzes) und der etwas höhere CO2-Ausstoß ökologisch nachteilig.

Preise und Steuern

Flüssiggas wird in etlichen Ländern tief besteuert, auch beim Einsatz Kraftstoff, weil sein vermehrter Einsatz aus ökologischen Gründen wünschenswert ist. Es besteht dadurch für viel genutzte Fahrzeuge ein Anreiz zur Umrüstung auf Betrieb mit Flüssiggas (auch im Wechsel mit Benzin), trotz der Kosten für die Umrüstung.

Siehe auch: Erdgas, Biogas, Flüssigerdgas

Kategorien: Energieträger, Wärme, Kraftmaschinen und Kraftwerke

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