Gaskraftwerk | <<< | >>> | Feedback |
Sie können den Aufbau dieses Lexikons als Sponsor unterstützen. Damit leisten Sie einen Beitrag für die Allgemeinheit, der von vielen Lesern wahrgenommen wird.
Dieser Artikel lädt ein, Ansichten über die chinesischen CO2-Emissionen sowie über unsere Beiträge zum Klimaschutz zu überdenken.
Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.
Tipp: Neben den Lexikon-Artikeln gibt es noch diverse interessante Extra-Artikel!
Definition: ein mit brennbarem Gas, meist Erdgas, betriebenes Kraftwerk
Ein Gaskraftwerk ist ein Kraftwerk, welches mit einem gasförmigen Brennstoff (meist mit Erdgas) betrieben wird.
Gaskraftwerke gibt es in recht unterschiedlichen Ausführungsformen:

Abbildung 1: Ein GuD-Gaskraftwerk (Siemens-Pressebild) in Irsching bei Ingolstadt. Das Kraftwerk soll einen Wirkungsgrad von über 60 % erreichen.
Typisch für Gaskraftwerke aller Leistungskategorien ist, dass sie in der erzeugten Leistung relativ schnell anpassbar sind. Auch die Anfahrzeit eines Gaskraftwerks liegt in der Regel weit unter einer Stunde. Sie sind somit sogar für die Spitzenlast geeignet. Anders als Kohlekraftwerke und Kernkraftwerke können sie gut mit Windkraft kombiniert werden.
Die Abgase enthalten Kohlendioxid (CO2) und somit klimaschädlich. Allerdings sind die spezifischen Emissionen immerhin deutlich kleiner als bei Kohlekraftwerken – zwischen ca. 400 g/kWh bei GuD-Kraftwerken und rund 600 g/kWh bei reinen Gasturbinenkraftwerken. Mit Kraft-Wärme-Kopplung oder durch Einsatz von Biogas lässt sich die Klimabilanz weiter verbessern. Ansonsten treten gewisse Stickoxidemissionen auf, die stark von der Bauart und Abgasreinigung abhängig sind.
Definitive Nachteile von Gaskraftwerken gegenüber Kohlekraftwerken und Kernkraftwerken sind die wesentlich höheren Brennstoffkosten für Erdgas sowie die geringere Reichweite der Erdgasvorräte. Da sich Erdgas nur begrenzt speichern lässt, können z. B. bei politischen Krisen, die Erdgas-Pipelines tangieren, Engpässe auftreten.
Im Rahmen der Energiewende – Atomausstieg und Ausbau erneuerbarer Energien – kommt Gaskraftwerken zumindest für eine Übergangszeit eine erhöhte Bedeutung zu. Nachdem vor allem Windenergie zunehmend zu einer stark schwankenden Erzeugung führt, werden vermehrt flexibel in der Leistung anpassbare Kraftwerke benötigt, und hier sind Gaskraftwerke weitaus besser geeignet als z. B. Kohlekraftwerke und dürften deswegen zunehmend diese verdrängen – was zusätzliche CO2-Minderungseffekte zur Folge hat.
Trotz des absehbaren Bedarfs ist allerdings ein forcierter Zubau von Gaskraftwerken in Deutschland bisher nicht zu beobachten. Dies liegt daran, dass auch Gaskraftwerke, deren Kapazität nur bedarfsweise als Ergänzung angefordert wird, für deren Betreiber wirtschaftlich weniger interessant sind. Es wird darüber diskutiert, ob zusätzliche finanzielle Anreize für die Schaffung von neuen Kapazitäten nötig sind, um Engpässe in Zeiten schwachen Wind- und Solarstromangebots zu vermeiden. Denkbar sind beispielsweise Zahlungen an die Betreiber für die Bereitstellung von Leistung, schon ohne dass diese wirklich abgerufen wird. Solche Zahlungen könnten ähnlich wie Einspeisevergütungen für erneuerbare Energie aus einer Umlage auf die Stromtarife finanziert werden. Wesentliche Verteuerungen des Stroms wären hierdurch kaum zu erwarten.
Siehe auch: Kraftwerk, Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk, Erdgas, Energiewende
Kategorien: elektrische Energie, Kraftmaschinen und Kraftwerke