header
www.energie-lexikon.info
Das RP-Energie-Lexikon

Laufwasserkraftwerk

<<<  |  >>>  |  Feedback

Quecksilber-Hysterie

Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.

Extra-Artikel

Tipp: Neben den Lexikon-Artikeln gibt es noch diverse interessante Extra-Artikel!

Alle Zeigefinger auf China?

Dieser Artikel lädt ein, Ansichten über die chinesischen CO2-Emissionen so­wie über unsere Beiträge zum Klima­schutz zu überdenken.

Werden Sie Sponsor!

Sie können den Aufbau dieses Lexikons als Sponsor unterstützen. Damit leisten Sie einen Beitrag für die Allgemeinheit, der von vielen Lesern wahrgenommen wird.

Streif Fertighäuser

Definition: ein Wasserkraftwerk, welches mit kontinuierlich zufließendem Wasser ohne Speichermöglichkeit betrieben wird

Ein Laufwasserkraftwerk oder Flusskraftwerk ist ein Wasserkraftwerk, welches mit kontinuierlich zufließendem Wasser ohne größere Speichermöglichkeit betrieben wird. Solche Kraftwerke stehen in aller Regel in oder an einem Fluss oder Bach. Das Wasser wird am Kraftwerk aufgestaut, wobei typischerweise nur ein relativ kleiner Höhenunterschied von einigen Metern erreicht wird.

In einigen Fällen wird ein wesentlich größerer Höhenunterschied erzielt, indem vor einer Flussschleife ein Wehr installiert wird, von dem ein Druckstollen zu einem deutlich tiefer gelegenen Maschinenhaus am Ende der Schleife führt. Man spricht hier von einem Ausleitungskraftwerk.

Ein Trinkwasserkraftwerk kann in eine Trinkwasserleitung eingebaut werden, wenn ein Wasserversorgungsgebiet an einen dafür unnötig hoch gelegenen Trinkwasserspeicher angeschlossen ist. Eine Trinkwasserturbine (Entspannungsturbine) kann dann den überschüssigen Teil des Leitungsdrucks nutzen. Die gewonnene Energie würde sonst mit Druckminderern in nutzlose Wärme umgewandelt werden müssen.

Die erzielte Leistung ergibt sich aus dem Produkt der pro Sekunde anströmenden Wassermenge, dem Höhenunterschied und dem Wirkungsgrad der Niederdruckturbine(n). Bei Kleinanlagen wird anstelle einer Kaplan- oder Durchströmturbine manchmal ein einfaches Wasserrad eingesetzt.

Elektrizitätswerk Rheinau

Abbildung 1: Das Elektrizitätswerk Rheinau arbeitet an einer Schleife des Rheins mit Wasser, welches über 6,6 km Entfernung durch einen Stollen vom Rheinfall angeliefert wird. Die zwei Kaplanturbinen mit zusammen 37 MW erzeugen jährlich 245 GWh = 245 Mio. Kilowattstunden. Bild: Axpo AG.

In Deutschland werden Laufwasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von über 4 GW genutzt und erzeugen jährlich ca. 18,6 TWh elektrische Energie, was rund 6 % des Bedarfs entspricht.

Der Artikel über Wasserkraft diskutiert allgemeinere Aspekte von Wasserkraftwerken.

Zeitlicher Verlauf der Kraftwerksleistung

Die Leistung eines Laufwasserkraftwerks ist typischerweise recht gleichmäßig über Tag und Nacht verteilt, so dass es sich um ein Grundlastkraftwerk handelt. Die Produktion kann aber im Verlauf der Jahreszeiten erheblich schwanken. Häufig ist die Stromproduktion im Winter geringer und steigt dann im Frühjahr wegen der Schneeschmelze wieder stark an; das umgekehrte Verhalten wäre energiewirtschaftlich vorteilhafter. Überraschenderweise kann auch Hochwasser die Produktion reduzieren, wenn der Wasserspiegel unterhalb der Wehranlage ansteigt, so dass die nutzbare Höhendifferenz abnimmt.

Kurzzeitig kann bei manchen Kraftwerken das Wasser stärker aufgestaut werden, wenn weniger elektrische Leistung benötigt wird, um zu späteren Zeiten durch Schwallbetrieb (oder Schwellbetrieb) eine erhöhte Leistung zu erzielen. Die Speichermengen sind jedoch weitaus geringer als bei echten Speicherkraftwerken.

Ökologische Aspekte

Flusswasserkraftwerke können diverse negative Auswirkungen auf die Fauna und Flora der Flüsse haben. Insbesondere ältere Bauten behindern oft sehr stark die Fischwanderung, und Fische können auch getötet werden, wenn sie durch die Turbinen gelangen. Bei neueren Flusskraftwerken (ebenfalls bei Sanierungen alter Kraftwerke) werden oft erhebliche Anstrengungen unternommen, um solche Auswirkungen soweit möglich zu vermeiden. Insbesondere können sorgfältig geplante Fischaufstiege (Fischtreppen, z. B. auch Fischlifte) die Fischwanderungen ermöglichen, auch wenn damit normalerweise ein kleiner Teil des nutzbaren Wassers (manchmal nur rund 1 %) verloren geht.

Es gibt aber auch andere ökologische Auswirkungen wie z. B. Veränderungen des Transports von Schotter und Nährstoffen sowie der allgemein Fluss-Dynamik, z. B. nicht mehr auftretende Überflutung bestimmter Flächen.

Auswirkungen auf die Schifffahrt

Die Schifffahrt wird durch Laufwasserkraftwerke blockiert, wenn keine Schleusen die Durchfahrt ermöglichen. In etlichen Fällen wird die Schiffbarkeit von Flüssen aber im Zusammenhang mit der Errichtung von Wasserkraftwerken verbessert.

Siehe auch: Wasserkraftwerk, Grundlast, Speicherkraftwerk

Kategorien: elektrische Energie, Kraftmaschinen und Kraftwerke, erneuerbare Energie

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Ihr Gesamteindruck: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Fachliche Qualität: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Lesbarkeit: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Verdient dieser Artikel (oder das Energie-Lexikon insgesamt) Ihrer Ansicht nach Links von anderen Websites?
  nein eventuell ja
Kommentar:

Wenn Sie eine Antwort möchten, können Sie Ihre E-Mail-Adresse im Kommentarfeld hinterlassen oder direkt ein E-Mail senden. Letztere Methode führt meist zu schnelleren Antworten.

Start Extra-Artikel Projekt Feedback
Kategorien Glossar Sponsoren Kontakt
L