Nachtabsenkung | <<< | >>> | Feedback |
Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.
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Definition: die nächtliche Absenkung der Raumtemperatur mit einem Heizsystem
Der Energieaufwand für die Beheizung von Gebäuden an kalten Tagen ist umso höher, je höher die Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur ist. Deswegen kann die nötige Heizenergie reduziert werden, indem man die Raumtemperatur nachts absenkt. Dies führt insbesondere in nachts ungenutzten Büro- oder Fabrikationsgebäuden nicht zu Komforteinbußen, wird aber auch in Wohngebäuden häufig gut akzeptiert.
Durch eine Nachtabsenkung kann man auch vermeiden, dass nachts unnötigerweise nachgeheizt wird, wenn am folgenden Tag starke Sonneneinstrahlung die Räume ohnehin aufheizt.
Die meisten beheizten Gebäude verfügen über eine Zentralheizung. Hier ist eine Nachtabsenkung relativ einfach dadurch realisierbar, dass die Vorlauftemperatur für eine geeignete Zeit um einige Grade abgesenkt wird, was die Heizleistung der Heizkörper oder auch einer Fußbodenheizung entsprechend reduziert. Wegen der thermischen Trägheit des Heizsystems und vor allem des Gebäudes kann die Absenkung beginnen, bevor die eigentliche Temperaturabsenkung im Raum gewünscht ist, und sollte entsprechend früh wieder beendet werden.
Der Effekt der thermischen Trägheit hängt sehr stark von den Umständen ab. Sie ist für eine Fußbodenheizung wesentlich größer als bei Verwendung von Heizkörpern (Radiatoren oder Konvektoren), weil ein Fußboden aufgrund seiner Masse sehr viel mehr Wärme speichert. Ein anderer sehr wichtiger Faktor ist die Wärmedämmung: Ein gut wärmegedämmtes Haus verliert Wärme sehr langsam, während ein nicht wärmegedämmtes Haus im Laufe weniger Stunden stark auf die Absenkung der Heizleistung reagiert.
Wenn die thermische Trägheit des Gebäudes sehr groß ist, ist eine Nachtabsenkung schwer realisierbar: Selbst ganz ohne Heizung würde das Gebäude über Nacht kaum kühler. Dann entsteht aber auch kein energetischer Vorteil dadurch, dass man nachts keine Heizwärme zuführt (und tagsüber dafür mehr).
Wenn z. B. die Heizkörper mit Thermostaten ausgerüstet sind, werden diese versuchen, die nachts abgesenkte Vorlauftemperatur dadurch auszugleichen, dass die Durchfluss-Wassermenge entsprechend erhöht wird. Um eine Nachtabsenkung zu erreichen, muss dann die Vorlauftemperatur so stark abgesenkt werden, dass die Thermostate dies nicht mehr ausgleichen können.
Es gibt Thermostate, die über eine Zeitschaltuhr verfügen. Damit kann die Raumtemperatur über die Thermostate für bestimmte Zeiten abgesenkt werden – auch individuell für einzelne Räume.
Zusätzlich kann die Heizungs-Umwälzpumpe zeitweise abgeschaltet werden, oder ihre Förderleistung wird nachts deutlich abgesenkt. Diese Maßnahme spart zusätzlich elektrische Energie bei der Pumpe ein – vor allem bei alten, ineffizienten Pumpen.
Trotz der prinzipiellen Möglichkeit der Energieeinsparung gibt es verschiedene Einwände gegen die Nachtabsenkung, die teilweise gerechtfertigt sind:
Aus den oben erläuterten Aspekten ergeben sich die folgenden Empfehlungen:
Da immer mehr Neubauten gut wärmegedämmt und mit Wärmepumpen beheizt werden, dürften die Fälle, in denen eine Nachtabsenkung sinnvoll ist, allmählich seltener werden. Für die meisten Altbauten dagegen ist die Nachtabsenkung sinnvoll.
Siehe auch: Zentralheizung, Energieeffizienz