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Definition: eine Heizungsanlage, die mit Heizöl betrieben wird

Eine Ölheizung ist eine Heizungsanlage, die mit Heizöl betrieben wird – im privaten Bereich praktisch immer mit Heizöl EL (extraleicht). In aller Regel handelt es sich um eine Zentralheizung, bei der ein Heizkessel mit einem daran montierten Ölbrenner im Heizkeller aufgestellt wird. Zu einer solchen Anlage gehört zusätzlich ein Öltank, dessen Kapazität typischerweise dem Ölverbrauch von ein bis zwei Jahren entspricht.

Arten von Öl-Heizkesseln

Alte Ölheizkessel mit konstanter Betriebstemperatur

Sehr alte Ölheizkessel, die heute zumindest als kleinere Anlagen für Einfamilienhäuser fast nirgends mehr im Betrieb sind, sind Gusskessel (Kessel aus Gusseisen), die mit einer etwa konstanten Kesseltemperatur von z. B. 65 bis 75 °C betrieben werden. Niedrigere Kesseltemperaturen würden solchen Kesseln schaden, weil Wasserdampf im Kessel kondensieren könnte und das Kondensat vor allem durch den Schwefel-Anteil des Heizöls eine aggressive Säure bildet. Wenn dann das Heizsystem eine niedrigere Vorlauftemperatur benötigt, wird dies durch einen Dreiwege- oder Vierwegemischer erreicht, der das immer etwa gleich heiße Kesselwasser mit kühlerem Wasser vom Heizungsrücklauf auf die benötigte Temperatur mischt.

Öl-Heizkessel

Abbildung 1: Der Öl-Heizkessel eines Mehrfamilienhauses (hellroter Kasten) mit einer Heizleistung von 350 kW. Im Kasten davor ist der Ölbrenner untergebracht, darüber das schwarze Regelgerät für die Kesseltemperatur. Der relativ alt Heizkessel wird mit etwa konstanter Kesseltemperatur betrieben.

Die Abgastemperatur liegt meist weit über 120 °C, was typischerweise zu einem Volllast-Wirkungsgrad in der Größenordnung von 90 % bezogen auf den Heizwert des Öls führt. Bei geringer Auslastung (also in der Praxis sehr häufig) fällt der Wirkungsgrad aber noch erheblich ab, da diverse Wärmeverluste (auch bei nicht arbeitendem Ölbrenner) stark ins Gewicht fallen. Bei reiner Warmwasserbereitung im Sommer kann der Wirkungsgrad sogar deutlich unter 20 % abfallen. Die Verluste über die Abgasleitung werden manchmal durch eine Abgasklappe reduziert, welche bei abgestelltem Brenner automatisch geschlossen wird.

Der Ölbrenner ist in aller Regel ein Gebläsebrenner. Das Heizöl wird unter Druck durch eine Zerstäuberdüse gedrückt (manchmal nach elektrischer Vorwärmung), so dass im Brennraum ein feiner Ölnebel entsteht. Die Flamme wird nach dem Einschalten mit einem elektrischen Lichtbogen gezündet. Ein Gebläse führt die passende Menge von Verbrennungsluft zu. Ein Ölwächter (Flammensensor) überwacht die Verbrennung und würde die Ölzufuhr stoppen, wenn die Flamme erlischt. Konstruktive Details des Ölbrenners können die Bildung von Ruß und Stickoxiden wesentlich beeinflussen.

Der Austausch lediglich des Ölbrenners bei Weiterverwendung eines alten Heizkessels kann die Energieeffizienz der Anlage nicht wesentlich erhöhen, sondern allenfalls die Stickoxidkonzentration im Abgas reduzieren.

Niedertemperaturkessel

Niedertemperaturheizkessel sind schon seit den 1980er Jahren eine verbreitete Variante, die deutlich besser ist als die oben beschriebene, aber nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Hier wird die Kesseltemperatur direkt auf die benötigte Vorlauftemperatur gebracht, so dass kein Mischer mehr benötigt wird. Die Bereitschaftsverluste werden hierdurch erheblich geringer. Die eingesetzten Ölbrenner sind nicht grundsätzlich anders als bei alten Heizkesseln.

Brennwertkessel

Stand der Technik sind heute Brennwertkessel. Diese Technik wurde zuerst für Erdgas eingeführt, ist aber auch für Ölkessel erhältlich (und ebenfalls für Pelletkessel). Das Abgas wird im Kessel (oder evtl. in einem nachgeschalteten Wärmetauscher) so weit herunter gekühlt, dass ein wesentlicher Teil des Wasserdampfs auskondensiert und auch die Kondensationswärme gewonnen werden kann. Auch die Bereitschaftsverluste sind bei modernen Brennwertkesseln nochmals erheblich reduziert.

Der Ölbrenner ist bei Brennwertkesseln häufig so in den Kessel integriert, dass keine anderen Brennermodelle eingesetzt werden könnten. Die kompakte Bauform ist platzsparend und vermindert Wärmeverluste.

Das Kondensat des Brennwertkessels ist wegen des Schwefelgehalts des Heizöls sauer. Meist muss es neutralisiert werden, bevor es in die Kanalisation eingeleitet werden kann. Der notwendige regelmäßige Ersatz des Neutralisationsmittels (meist einem Granulat) erhöht die Wartungskosten geringfügig.

Öltank

Zu einer Ölheizungsanlage gehört ein Öltank, der meist entweder aus Metall oder aus Kunststoff gefertigt ist. Seine Kapazität richtet sich meist etwa nach dem jährlichen Ölverbrauch, so dass ein Nachfüllen höchstens einmal jährlich notwendig ist. Eine etwas höhere Kapazität ermöglicht es, das Nachtanken in Zeiten mit relativ niedrigen Ölpreisen (häufig im Sommer) zu legen. Dies ist ein Vorteil gegenüber einer Gasheizung, bei der das Erdgas jeweils zum aktuellen Preis gekauft werden muss, wenn es benötigt wird. Jedoch gelingt die Spekulation auf möglichst tiefe Preise nicht immer, da Preisschwankungen oft unvorhergesehen auftreten, z. B. durch politische oder wirtschaftliche Krisen ausgelöst.

Meist steht ein Öltank in einem speziellen Tankraum im Keller und belegt dort einiges an Platz. Um dies zu vermeiden, kann auch ein Außentank z. B. im Boden unter einem Garten untergebracht werden.

Da Heizöl stark grundwassergefährdend ist, müssen Öltanks regelmäßig inspiziert und ggf. gewartet werden. Außerdem gibt es strenge Bestimmungen für den Tankraum; insbesondere muss sicher gestellt sein, dass aus einem undicht gewordenen Tank austretendes Öl keinesfalls in einen Wasserablauf geraten kann. Probleme mit alten Öltanks können erhebliche Kosten verursachen.

Ökologische Bewertung

Das ökologische Hauptproblem von Ölheizungen ist die Klimabelastung durch die Kohlendioxid-Emissionen. Diese können durch Einsatz modernster Brennwerttechnik ein Stück weit reduziert werden – genau in dem Maße, in dem auch der Ölverbrauch gesenkt wird. Jedoch bleibt eine Ölheizung auch dann klimabelastend – natürlich stark abhängig vom Wärmebedarf des Gebäudes, der durch Wärmedämmung stark reduziert werden kann. Bei gleichem Wärmebedarf emittiert eine Gasheizung deutlich weniger CO2.

Der Schwefelgehalt des Heizöls ist heute recht gering und dürfte in Zukunft noch weiter abgesenkt werden, so dass Schwefeldioxid-Emissionen (SO2) relativ niedrig ausfallen. Die Bildung von Ruß und Stickoxiden wird durch moderne Brennertechnik relativ gering gehalten. Tendenziell werden mehr Luftschadstoffe erzeugt als bei Gasheizungen, jedoch ist das CO2-Problem klar dominierend.

Der Transport und die Lagerung von Heizöl führt gelegentlich zu Unfällen, bei denen Öl ausläuft und den Boden oder gar das Grundwasser belasten kann. In den Industrieländern sind solche Unfälle allerdings relativ selten geworden.

Gefahr von Preissteigerungen

Der Preis des Erdöls und damit auch des Heizöls ist starken Schwankungen unterworfen. Mittel- bis langfristig ist ein starker Anstieg des Ölpreises zu erwarten, wenn die weltweite Ölnachfrage die Förderkapazitäten erreicht oder übersteigt. Da die Förderkapazitäten in den meisten Förderländern von Jahr zu Jahr deutlich zurückgehen, könnte das globale Fördermaximum (Peak Oil) schon bald auftreten und dann zu größeren Preisausschlägen als jemals zuvor führen.

Die Preisproblematik dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass in Neubauten heute nicht mehr viele Ölheizungen eingebaut werden; es ist wenig attraktiv, sich von einem zur Neige gehenden fossilen Brennstoff abhängig zu machen. Außerdem werden auch viele Ölheizungen auf das noch wesentlich länger reichende Erdgas umgestellt. (Oft genügt hierfür schon der Ersatz des Brenners, wenn ein Gasanschluss vorhanden ist.) Ebenfalls werden Ölheizungen durch Pelletheizungen und Wärmepumpenheizungen ersetzt, wobei Wärmepumpen für die Altbausanierung häufig weniger gut geeignet sind wegen der relativ hohen benötigten Vorlauftemperaturen.

Wenn die Ölpreise einmal scharf ansteigen, dürften die Preise von Erdgas und Holzpellets dem allerdings folgen, da die Nachfrage nach diesen Brennstoffen dann rapide ansteigen und die jeweiligen Kapazitätsgrenzen ebenfalls ausschöpfen wird. Insofern ist der Umstieg auf einen anderen Brennstoff, selbst einen erneuerbaren, keine wirksame Versicherung gegen Preissteigerungen. Am ehesten können Elektrowärmepumpen für stabile Heizkosten sorgen, da die Strompreise dauerhaft stabiler bleiben dürften: Für die Herstellung elektrischer Energie gibt es diverse Möglichkeiten (z. B. auch Windenergie), so dass eine zunehmende Verknappung dort nicht zu erwarten ist.

Der Artikel über die Gasheizung enthält einen Vergleich von Gas- und Ölheizungen.

Kombination mit einer Solaranlage

Eine Ölheizung kann mit einer thermischen Solaranlage kombiniert werden, die entweder nur die solare Warmwasserbereitung besorgt (und an kalten Tagen vom Ölkessel unterstützt wird) oder in der Übergangszeit auch zur Heizungsunterstützung dient. Auf diese Weise lässt sich der jährliche Ölverbrauch deutlich reduzieren, wenn auch in der Regel nicht so stark wie durch eine umfassende Wärmedämmung des Gebäudes. Man beachte, dass die Solaranlage im Sommer nicht nur die benötigte Wärme bereitstellt, sondern zusätzlich auch die Bereitstellungsverluste des Ölkessels (die sogar höher sein können!) vermeidet. Der Ölkessel kann dann nämlich ganz abgestellt werden – möglichst automatisch, da dies sonst leicht vergessen geht.

Siehe auch: Heizöl, Erdöl, Heizungsanlage, Gasheizung, Pelletheizung

Kategorie: Wärme

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