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Stadtgas

Definition: ein brennbares Gas, welches meist durch Kohlevergasung hergestellt wird

Alternative Begriffe: Leuchtgas, Kokereigas, Synthesegas

Allgemeinere Begriffe: Brenngas

Englisch: city gas, illuminating gas

Kategorien: Energieträger, Haustechnik

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 18.03.2010; letzte Änderung: 24.09.2022

URL: https://www.energie-lexikon.info/stadtgas.html

Stadtgas (auch als Leuchtgas, Kokereigas oder Synthesegas bezeichnet) ist ein Brenngas, welches früher vielerorts von Stadtwerken (bzw. deren Gaswerken) durch Kohlevergasung oder -entgasung erzeugt wurde. Es enthält vor allem Wasserstoff (H2), Methan (CH4) und erhebliche Mengen des giftigen Kohlenmonoxids (CO). Die Zusammensetzung kann je nach Produktionsverfahren und Beimischungen erheblich variieren.

Stadtgas wurde anfangs hauptsächlich für Beleuchtungszwecke eingesetzt. Später wurde es auch in Gasherden und für Heizungsanlagen verwendet. Heute wird Stadtgas in Europa kaum mehr gebraucht, da es von Erdgas verdrängt wurde. Im Gegensatz zu Erdgas ist Stadtgas sehr giftig; als Stadtgas noch weit verbreitet war, kam es häufig zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Die Explosionsgefahren sind grob vergleichbar mit denen von Erdgas – tendenziell höher, da der enthaltene Wasserstoff selbst durch kleinste Ritzen entweichen kann. Die Klimaschädlichkeit von Stadtgas ist höher als die von Erdgas; bereits bei der Produktion entstehen große Mengen von Kohlendioxid (CO2).

Fragen und Kommentare von Lesern

29.03.2022

Um Putin den Krieg verlieren zu lassen, wäre Stadtgas doch die erste Wahl und besser noch als Fracking, oder?

Antwort vom Autor:

Ich würde kaum befürworten, in Anlagen zu investieren, die Gas aus Kohle erzeugen. Das wäre grob geschätzt ökologisch ähnlich desaströs wie Fracking-Gas, wenn nicht noch schlimmer.

13.07.2022

Stadtgas wurde bis in die 90er Jahre verwendet, z. B. in Berlin. Das alles wurde zugunsten des einfacher zu beschaffenden russischen Erdgases eingestellt, nicht aus ökologischen Gründen. Die Zusammensetzung kann man heute sicherlich verträglicher gestalten und dabei die vorhandene Kohle nutzen.

Antwort vom Autor:

Dass Stadtgas große Mengen von Kohlenmonoxid enthält, ließe sich wohl kaum ändern. Das schafft große Gefahren bei der Anwendung, was ein Hauptgrund für die Umstellung gewesen sein dürfte. Und die “vorhandene Kohle” kommt zum guten Teil auch aus Russland…

18.08.2022

Könnte man nicht für Betriebe mit hohem Gasbedarf – z. B. Glashütten – kleine dezentrale Gaswerke bauen, die die vorhandenen Reserven von heimischer Braun- oder Steinkohle verarbeiten? Die mit dem Stadtgas verbundenen Gefahren ließen sich hier leicht minimieren.

Antwort vom Autor:

Von den Unfallgefahren her schon, aber sehr klimaschädlich wäre das eben schon. Das wäre zukünftig eher etwas für Wasserstoff.

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Siehe auch: Synthesegas, Kohlevergasung, Erdgas, Wasserstoff, Beleuchtung
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieträger, Haustechnik

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