Warmluftheizung | <<< | >>> | Feedback |
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Definition: eine Heizungsanlage, bei der Räume durch Zufuhr warmer Luft beheizt werden
Eine Warmluftheizung (oder Luftheizung) erwärmt Räume, indem sie ihnen direkt warme Luft zuführt. Anders als bei den meisten Zentralheizungen wird hier also Luft und nicht Wasser als Wärmeübertragungsmedium verwendet. Dieses Prinzip ist in Europa nicht sehr verbreitet, wird aber in den Südstaaten der USA häufiger verwendet.
Eine Warmluftheizung kann mit einer Lüftungsanlage (wie auch mit einer Klimaanlage) kombiniert werden. Es wird also die angesaugte Frischluft mit Hilfe der Heizungsanlage erwärmt, bevor sie den Räumen zugeführt wird. Die Abluft wird üblicherweise über einen Wärmetauscher geführt, in dem sie den Großteil der Wärme an die zugeführte Frischluft abgibt (Wärmerückgewinnung). Die Heizanlage muss die Zuluft also selbst an Tagen mit starkem Frost nur noch von z. B. 18 °C auf 40 °C erwärmen.
Ein Problem des Frischluftbetriebs ist, dass sich so nur eine sehr begrenzte Heizleistung in das Gebäude einbringen lässt. Deswegen kommt dieses Prinzip praktisch nur für Passivhäuser in Betracht, bei denen sehr geringe Heizleistungen von maximal ca. 10 W pro m2 Wohnfläche benötigt werden. Bei einer Wohnfläche von z. B. 100 m2 ergibt sich also eine Heizleistung von maximal 1 kW. Wenn ein Luftwechsel von 0,6 pro Stunde gewählt wird und die Raumhöhe 2,5 m beträgt, wird eine Luftmenge von 0,6 · 100 m2 · 2,5 m = 150 m3 pro Stunde zugeführt. Eine Heizleistung von 1 kW bedeutet dann, dass die Luft mit einer Temperatur von 20 Grad oberhalb der Raumtemperatur (also mit ca. 40 °C) zugeführt wird. Höhere Heizleistungen wären ungünstig:
Nicht ideal an der Warmluftheizung auch im Passivhaus ist, dass die benötigte Heiztemperatur zu hoch ist, um eine Wärmepumpe besonders effizient betreiben zu können. Andererseits kann man erhebliche Investitionskosten einsparen, die sonst z. B. für eine Fußbodenheizung anfallen würden; die Luftkanäle werden ohnehin für die Lüftungsanlage benötigt. Angesichts der geringen Heizleistung kann eine etwas niedrigere Leistungszahl einer Wärmepumpe toleriert werden. Die Wärmepumpe ist häufig Teil eines Kompaktgeräts, welches außerdem die Belüftung und die Warmwasserbereitung übernimmt.
Um größere Heizleistungen in Gebäude mit weniger guter Wärmedämmung einbringen zu können, kann man Umluftbetrieb realisieren. Hier wird Luft aus dem Raum angesogen, erwärmt und wieder eingeblasen. Dies lässt sich auch mit einer gewissen Frischluftzufuhr kombinieren. Man wählt also die Frischluftzufuhr gemäß dem Lüftungsbedarf und wälzt zusätzliche Raumluft um, um eine ausreichende Heizleistung zuführen zu können.
Der Nachteil dieses Konzepts ist, dass das Umwälzen großer Luftmengen leicht zu Zugerscheinungen, zum Aufwirbeln von Staub und zu Strömungsgeräuschen führt. Es kommt also zumindest darauf an, die Luftzufuhr auf ausreichend viele und gut platzierte Lüftungsgitter zu verteilen. Ebenfalls muss eine solche Anlage sorgfältig eingerichtet werden, um keine zu starken Geräusche zu verursachen. Ein weiteres Problem kann sein, dass Gerüche schnell im ganzen Gebäude verteilt werden.
Ein Vorteil der Umluftheizung ist, dass ein Raum (zumindest die Raumluft) damit schnell aufgeheizt werden kann. Dies kommt zum Tragen, wenn ein Raum häufig unbeheizt bleibt, aber bei Bedarf schnell warm werden soll.
Gegenüber Zentralheizungen mit Wasserkreislauf ist eine Luftheizung in mancher Hinsicht einfacher realisierbar; die Dichtigkeit des Systems ist weniger kritisch, und ein Einfrieren von Leitungen eines zeitweilig unbewohnten und unbeheizten Hauses wird vermieden. Bei Produktions- und Ausstellungshallen sowie Festzelten ist eine Warmluftheizung schnell aufstellbar, da wenig Installationen benötigt werden.
Es gibt Kachelöfen, welche an ein Luftheizungssystem angeschlossen sind. Hiermit wird ein Teil der Heizleistung in andere Räume des Hauses transportiert. Besonders in gut wärmegedämmten Häusern ist dies sinnvoll, da die Heizleistung eines Ofens für einen Raum allein schnell zu hoch würde. Häufig ersetzt ein solches System aber nicht die Zentralheizung, sondern ergänzt sie lediglich.
Siehe auch: Heizungsanlage, Zentralheizung, Lüftungsanlage