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Anschlussleistung

Definition: die maximale Leistung, die ein Verbraucher beziehen oder ein Anschluss liefern kann

Englisch: connected rating

Kategorien: elektrische Energie, Grundbegriffe, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 22.12.2012; letzte Änderung: 01.03.2018

Die Anschlussleistung (der Anschlusswert) eines Elektrogeräts, Haushalts oder Industriebetriebs ist die maximale elektrische Leistung, die im Betrieb vom Stromnetz bezogen werden kann. Der Begriff wird auch für Kraftwerke und Stromanschlüsse verwendet; er bedeutet dann die maximale Leistung, die geliefert bzw. bezogen werden kann.

Die Leistungsfähigkeit des zur Verfügung stehenden Stromanschlusses muss natürlich ausreichend hoch sein. Beispielsweise darf ein an eine Steckdose angeschlossenes Haushaltsgerät keine höhere Anschlussleistung haben, als sie durch die für diesen Leitungszweig zuständige Sicherung erlaubt. Wo mehrere Geräte über die gleiche Sicherung betrieben werden, sollte die Summe der Anschlussleistungen die Anschlussleistung des Leitungszweigs nicht überschreiten, weil sonst bei gleichzeitigem Betrieb all dieser Geräte der Leitungszweig überlastet werden könnte. Eine solche Überlastung würde übrigens nicht zwangsläufig zum Auslösen der Sicherung führen, da viele Sicherungen erst bei erheblicher Überschreitung des Nennstroms auslösen.

Die gesamte Anschlussleistung der Stromversorgung eines Haushalts muss aber nicht unbedingt die Summe der Anschlussleistungen aller Geräte übersteigen, da normalerweise nie alle Geräte gleichzeitig betrieben werden. Sie wird aber typischerweise recht großzügig gewählt, da es schwer zu prognostizieren ist, wie sich die benötigte Leistung in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.

Bei Wechselstrom oder Drehstrom bezieht sich die Anschlussleistung in der Regel auf die Scheinleistung und nicht auf die Wirkleistung, da dies die maximale Stromstärke bestimmt, welche die Leitungen belastet. Die Nenn-Anschlussleistung eines Geräts liegt häufig etwas höher als die tatsächliche Leistungsaufnahme im Betrieb.

Industriebetriebe versuchen häufig, die benötigte Anschlussleistung dadurch zu begrenzen, dass sie Lastmanagement betreiben: Um eine hohe Spitzenlast zu vermeiden, werden ggf. einzelne Verbraucher abgeschaltet. Ihr Verbrauch wird also zeitlich so verlagert, dass der Strombezug insgesamt gleichmäßiger ist. Im Rahmen von Industrie-Stromtarifen, die einen Leistungspreis enthalten, ist dies für den Betrieb kostengünstiger und nicht nur bei der Installation des Anschlusses.

Nicht nur bei elektrische Energie, sondern auch z. B. bei Fernwärme und Nahwärme gibt es eine Anschlussleistung für jede Übergabestation. Wenn kurzzeitig höhere Wärmeleistungen benötigt werden, kann ein Pufferspeicher eingesetzt werden.

Siehe auch: Leistung, Lastmanagement, Fernwärme, Nahwärme
sowie andere Artikel in den Kategorien elektrische Energie, Grundbegriffe, Wärme und Kälte

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