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Aufwandszahl

Definition: Verhältnis von Energieverbrauch und nutzbarer Energie

Kategorien: Energieeffizienz, Grundbegriffe

Formelsymbol: eP

Einheit: (dimensionslos)

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 21.02.2014; letzte Änderung: 09.11.2017

Verschiedene Arten von Aufwandszahlen kommen z. B. im Zusammenhang mit Rechnungen zur Bewertung des Energiebedarfs eines Gebäudes vor:

Beispielsweise könnte ein alter Gasheizkessel einen Jahresnutzungsgrad von nur 70 % haben, woraus sich eine Erzeugeraufwandszahl von 1 / 0,7 = 1,43 ergibt. Multipliziert man dies mit dem Primärenergiefaktor 1,1 (nach EnEV) für Erdgas, erhält man die Anlagenaufwandszahl 1,57. Danach wird 57 % mehr Primärenergie verbraucht, als der im Haus genutzten Wärmemenge (inklusive Speicher- und Verteilungsverluste) entspricht. Eine Anlagenaufwandszahl oberhalb von 1,3 wäre nach der deutschen Energie-Einsparverordnung (EnEV 2009) nicht mehr ausreichend.

Ein weiteres Beispiel: Eine Elektrowärmepumpe als Teil einer Wärmepumpenheizung mag einen Jahresnutzungsgrad von 3,5 erreichen. In diesem Fall ist die Erzeugeraufwandszahl 0,29, also recht niedrig: Pro Kilowattstunde Heizwärme werden nur 0,29 kWh elektrische Energie benötigt. Allerdings wird die elektrische Energie z. B. nach EnEV 2016 mit einem Primärenergiefaktor von 1,8 bewertet (nach EnEV 2014 noch mit 2,4). Somit ergibt sich eine Anlagenaufwandszahl von 0,29 · 1,8 = 0,52.

Siehe auch: Nutzungsgrad, Wirkungsgrad, Primärenergiefaktor
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Grundbegriffe

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