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Bandlieferung

Definition: eine Energielieferung mit konstanter Leistung über einen längeren Zeitraum

Englisch: baseload delivery

Kategorie: elektrische Energie

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 26.03.2014; letzte Änderung: 09.11.2017

Am Strommarkt werden teils Verträge für die Lieferung elektrischer Energie mit einer konstanten Leistung über einen längeren Zeitraum (z. B. Monate oder mehr) geschlossen. Man spricht hier von Bandlieferungen, und der gelieferte Strom wird auch als Bandstrom bezeichnet. Die gelieferte Leistung richtet sich also nicht nach dem jeweiligen Bedarf des Abnehmers, und der Lieferant weiß im Voraus, wie viel zu jeder Zeit zu liefern ist. Deswegen sind Bandstromlieferungen oft deutlich kostengünstiger, müssen aber ggf. durch zusätzlichen Spitzenlaststrom zur Anpassung an eine schwankende Nachfrage ergänzt werden. Sie dienen also am ehesten für eine langfristige Basisversorgung für einen Teil des Bedarfs.

Bandstrom kann, muss aber nicht unbedingt vollständig mit Grundlastkraftwerken erzeugt werden. Es wäre auch möglich, eine Bandstromlieferung so weit möglich mit Windenergie zu decken und den Rest mit Wasserkraft. Bandlieferungen sind also nicht grundsätzlich an bestimmte Arten von Kraftwerken gebunden. Jedoch ermöglicht die Verwendung von Strom aus Grundlastkraftwerken meist die kostengünstigste Art der Beschaffung von Bandstrom, da solche Kraftwerke damit optimal ausgelastet werden können und die geringsten variablen Kosten aufweisen.

Auch bei Erdgas gibt es Bandlieferungen. Diese sind z. B. für große Industriebetriebe geeignet, die einen jahreszeitlich kaum schwankenden Erdgasbedarf und womöglich sogar eigene Gasspeicher haben.

Siehe auch: Grundlast, Strommarkt
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