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Bereitschaftsverluste

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Definition: Energieverluste, die in einem Gerät entstehen, während es nur in Bereitschaft ist, aber noch keine eigentliche Funktion erfüllt

Englisch: standby loss

Kategorien: Energieeffizienz, Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 12.09.2012; letzte Änderung: 21.02.2017

Geräte, die Energie umsetzen, sind häufig eingeschaltet, ohne ihre eigentliche Funktion zu erfüllen: Sie sind lediglich in Bereitschaft, dies zu tun, wenn ein geeigneter Anlass dafür auftritt. Einige Beispiele hierfür:

Energieverluste, die im Bereitschaftsbetrieb entstehen, werden als Bereitschaftsverluste oder auch Stillstandsverluste bezeichnet. Im Falle elektrischer Geräte wird hierfür heute meist der Begriff Standby-Verbrauch verwendet, der im entsprechenden Artikel genauer diskutiert wird. Im Falle von Heizkesseln (siehe oben) und anderen nicht primär elektrischen Geräten ist der deutsche Begriff Bereitschaftsverluste bis heute gebräuchlicher. Wenn vom Standby-Verbrauch einer Heizungsanlage die Rede ist, ist damit häufig nur ihr elektrischer Verbrauch gemeint, und die meist viel höheren Wärmeverluste werden nicht mit betrachtet.

Die Bereitschaftsverluste bedingen in den meisten Fällen eine verlorene Leistung, die viel niedriger ist als die für den Betrieb benötigte. Da aber die Bereitschaft oft über eine viel längere Zeit erfolgt als der eigentliche Betrieb, können die Energieverluste pro Jahr trotzdem sehr wesentlich von den Bereitschaftsverlusten beeinflusst sein. Deswegen vermindern Bereitschaftsverluste oft die Energieeffizienz in erheblichem Maß. Beispielsweise benötigt ein Videorekorder im Betrieb rund 25 W, was in 400 Stunden pro Jahr 10 Kilowattstunden (kWh) bedeutet. In Bereitschaft (Standby) benötigt er nur 4 W, dies aber für 8760 Stunden pro Jahr, was pro Jahr einen Verbrauch von 35 kWh bedeutet. In diesem Fall ist also der Standby-Verbrauch pro Jahr wesentlich höher als der im Betrieb. Technisch problemlos möglich ist freilich ein Standby-Verbrauch deutlich unterhalb von 1 W.

Die obigen Beispiele zeigen, dass Bereitschaftsverluste in der Informationstechnik (IT) und Unterhaltungselektronik ein besonders häufiges Problem sind. Obwohl der dabei auftretende elektrische Standby-Verbrauch häufig erheblich ist (und meistens mit besserer Technik weitaus niedriger sein könnte), sind die Bereitschaftsverluste von Geräten, die Wärme erzeugen oder speichern, oft noch viel höher. Beispielsweise hat ein schlecht wärmegedämmter Heizkessel ohne Weiteres Bereitschaftsverluste in der Größenordnung von vielen hundert Watt, u. U. auch deutlich mehr als 1 kW. Dies ist zwar wenig im Vergleich zu einer maximalen Heizleistung von z. B. 25 kW = 25 000 W, fällt aber bei langen Bereitschaftszeiten (auch in langen Zeiten mit einer niedrigen durchschnittlichen Nutzleistung) trotzdem stark ins Gewicht. Auch ein Warmwasserspeicher mit einem Volumen von einigen hundert Litern verliert selbst bei guter Wärmedämmung leicht z. B. ein bis zwei Kilowattstunden täglich, bei schlechter Dämmung noch wesentlich mehr.

Reduktion von Bereitschaftsverlusten

Um Bereitschaftsverluste zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Siehe auch: Standby-Verbrauch, Energieeffizienz, Energiespeicher
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Grundbegriffe

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