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Dampferzeuger

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Definition: eine Anlage zur Erzeugung von Wasserdampf

Englisch: steam generator

Kategorien: Kraftmaschinen und Kraftwerke, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 02.01.2015; letzte Änderung: 15.06.2015

Unter einem Dampferzeuger versteht man meist eine Anlage zur Erzeugung von Wasserdampf, meist bei hohen Temperaturen und Drucken. Meist ist die zentrale Komponente eines Dampferzeugers ein Dampfkessel, der mithilfe einer Feuerung mit Wärme versorgt wird. Dazu können diverse andere Komponenten gehören:

Ein Dampferzeuger kann auch ein Wärmeübertrager innerhalb eines Kessels z. B. in einem Kohlekraftwerk sein, also nur eine Komponente und nicht eine ganze Anlage.

In Sonderfällen wird nicht Wasser, sondern eine andere Substanz oder ein Gemisch verdampft. Dies ist zum Beispiel der Fall bei stromerzeugenden Anlagen auf der Basis des Organic Rankine Cycle (ORC).

Anwendungen von Dampferzeugern

Dampferzeuger werden einerseits in Dampfturbinenkraftwerken eingesetzt, und zwar meistens in sehr großen Ausführungen, die hunderte oder tausende Kubikmeter Dampf pro Stunde liefern. Andererseits werden meist kleinere Dampferzeuger für viele unterschiedliche Zwecke in der Industrie verwendet. Die Parameter des Prozessdampfs (Menge, Temperatur und Druck, Sattdampf oder Heißdampf) variieren je nach Anwendung sehr stark.

Dampferzeuger in Kernkraftwerken

In Kernkraftwerken mit einem Druckwasserreaktor wird eine andere Art von Dampferzeuger eingesetzt. Diesem wird Wärme vom Kernreaktor zugeführt mithilfe heißen Wassers, das wegen des im Primärkreislauf herrschenden sehr hohen Drucks nicht sieden kann. Der Dampferzeuger ist eine Art von Wärmeübertrager, in dem das Wasser des Sekundärkreislaufs bei deutlich geringerem Druck in Dampf umgewandelt wird. Es handelt sich um eine sicherheitstechnisch kritische Komponente, da das Versagen des Dampferzeugers fatale Auswirkungen haben könnte, beispielsweise den Verlust des Wassers des Primärkreislaufs und damit die unzureichende Kühlung des Reaktors oder auch schwere Beschädigungen anderer Anlagenteile als Folge des Austretens von Dampf unter hohem Druck.

Bei gasgekühlten Kernreaktoren (Hochtemperaturreaktoren) zirkuliert im Primärkreislauf nicht Wasser, sondern ein Gas, z. B. Helium. Dies führt zu wesentlich anderen Anforderungen an den Dampferzeuger. In diesem Fall darf keineswegs durch einen Defekt des Dampferzeugers Wasser in den Primärkreislauf gelangen, weil dieses mit dem Graphit chemisch reagieren könnte, der typischerweise in den Brennelementen enthalten ist. Solche Reaktionen könnten im Reaktor explosive Gase (Wasserstoff und Kohlenmonoxid) freisetzen. Wiederum andere Anforderungen treten bei mit flüssigen Metallen wie z. B. Natrium gekühlten Kernreaktoren auf.

Siehe auch: Dampfkessel, Wasserdampf, Dampfturbine, Kernkraftwerk
sowie andere Artikel in den Kategorien Kraftmaschinen und Kraftwerke, Wärme und Kälte

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