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Einspeisemanagement

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Definition: die Steuerung von Einspeisungen elektrischer Energie in ein Stromnetz

Englisch: feed-in management

Kategorien: elektrische Energie, erneuerbare Energie, Grundbegriffe, Haustechnik, Kraftmaschinen und Kraftwerke

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 16.06.2013; letzte Änderung: 21.02.2017

In die öffentlichen Stromnetze speisen viele Kraftwerke elektrische Energie ein. Da die insgesamt eingespeiste Leistung in jedem Moment ziemlich genau der insgesamt entnommenen Leistung (zuzüglich Energieverlusten im Netz) entsprechen muss und die meisten Verbraucher keinem Lastmanagement unterliegen, muss ein Großteil der eingespeisten Leistung gemäß dem jeweiligen Bedarf geregelt werden.

In Zeiten, in denen die elektrische Energie größtenteils in Großkraftwerken erzeugt wurde, musste nur die Leistung relativ weniger Erzeugungseinheiten gesteuert werden. Zunehmend wird aber z. B. in Deutschland erneuerbare Energie mit dezentralen Anlagen nutzbar gemacht und in die öffentlichen Stromnetze eingespeist. Zum größten Teil handelt es sich um Windenergie und Sonnenenergie, die beide dem Wetter entsprechend fluktuierend (schwankend) anfallen und bisher meistens ohne Berücksichtigung des Bedarfs im Netz eingespeist werden. Dies hat zur Folge, dass die von den konventionellen Kraftwerken abzudeckende Residuallast immer größeren relativen Schwankungen unterliegt. Wegen der begrenzten Regelbarkeit konventioneller Kraftwerke – vor allem bei Kernkraftwerken und Kohlekraftwerken – kann dies Probleme verursachen.

Ein weiter zunehmender Anteil von Sonnen- und Windenergie an der Stromerzeugung macht es deswegen notwendig, ein Einspeisemanagement zukünftig auch für kleinere Anlagen einzurichten. Für die unterschiedlichen Technologien der Stromerzeugung müssen hier angepasste Lösungen entwickelt werden:

Technische Aspekte des Einspeisemanagements

Die Realisierung des Einspeisemanagements hat zwei ganz unterschiedliche Voraussetzungen:

Auch die Sicherheit des Systems muss im Auge behalten werden. Die Stabilität der Stromnetze und damit die Versorgungssicherheit kann nämlich nicht nur durch fehlendes, sondern auch durch ein nicht richtig funktionierendes Einspeisemanagement gefährdet werden. Beispielsweise könnten plötzliche Ausfälle der verwendeten Einrichtungen zur Informationsübertragung – technisch bedingt oder womöglich auch durch Sabotage – zu erheblichen Problemen führen. Da die Stromnetze ein komplexes System bilden, ist die Entwicklung wirklich sicherer Verfahren nicht trivial.

Eine weitere Herausforderung ist es, allein schon aus Kostengründen eine möglichst breit abgestützte Standardisierung zu erreichen. Da hier auch internationale Absprachen notwendig sind, erfordert dies einige Zeit und ein sehr sorgfältiges Vorgehen.

Wirtschaftliche Aspekte des Einspeisemanagements

Jedes Einspeisemanagement hat verschiedene ökonomische Aspekte:

Einführung des Einspeisemanagements für kleine Anlagen

Die Realisierung eines Einspeisemanagements für dezentrale Anlagen kann auf verschiedene Weisen angeregt werden:

Sinnvolle Grundsätze; Alternativen zum Einspeisemanagement

Generell sollte das Einspeisemanagement immer als eine von mehreren Möglichkeiten gesehen werden, und je nach Umständen kann der eine oder andere Ansatz volkswirtschaftlich sinnvoller sein:

Siehe auch: erneuerbare Energie, Photovoltaik, Windenergie, Einspeisevergütung, Stromnetz, Abregelung, Residuallast, Lastmanagement, Speicher für elektrische Energie
sowie andere Artikel in den Kategorien elektrische Energie, erneuerbare Energie, Grundbegriffe, Haustechnik, Kraftmaschinen und Kraftwerke

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