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Einwände gegen Wärmedämmung – detailliert geprüft

Autor:

Gegen Wärmedämmung allgemein oder gegen bestimmte Methoden der Wärmedämmung gibt es viele Vorbehalte. Die meiste Kritik erweist sich bei genauerer Betrachtung als sehr dürftig begründet oder sogar als gänzlich falsch. Häufig liegt ein mangelndes Verständnis für die physikalischen Grundlagen vor.

Dieser Artikel ist geeignet als ein Ratgeber für Hausbesitzer, die die Verbesserung Ihrer Wärmedämmung erwägen, etwa mit einem Wärmedämmverbundsystem.

Eine verstärkte Wärmedämmung von Gebäuden – sowohl bei Neubauten als auch bei der energetischen Sanierung – ist eine wichtige Maßnahme, um den Energieverbrauch und die klimaschädlichen CO2-Emissionen zu vermindern, die durch die Beheizung entstehen. Allerdings gibt es dagegen viele Vorbehalte, die zum Teil durch Fernsehsendungen und Presseartikel sehr verstärkt werden. Gelegentlich ist vom “Wahnsinn Wärmedämmung” die Rede, ebenfalls von “Schwindel” und gar “Verbrechen” der “Dämmstoff-Mafia”. Von den militanten Kritikern wird der Eindruck erweckt, dass wir uns “zu Tode dämmen”, unsere Häuser “kaputt dämmen”, damit Schimmelprobleme ins Haus holen und unsere Gesundheit gefährden.

Der Autor dieses Artikels ist auf keine Weise mit der Dämmstoffindustrie verbunden und weist den gelegentlich erhobenen Vorwurf, er verbreite deren Propaganda, mit Nachdruck als haltlos und böswillig zurück. Die von ihm vertretenen Meinungen basieren auf einer sachlich neutralen Betrachtung aller relevanten Umstände und sind im Einklang mit den Positionen vieler staatlicher Stellen und auch Umweltverbände.

Begreiflicherweise führen solche Meldungen zu einer starken Verunsicherung von Teilen der Öffentlichkeit. Bei genauerer Betrachtung bleibt von all diesen Vorbehalten freilich wenig übrig; zum Teil stimmt sogar gerade das Gegenteil. (Die größten Probleme – gerade auch mit Schimmel – treten in ungedämmten Altbauten auf, und die Gründe dafür sind leicht zu verstehen.) Hier soll eine Übersicht über diverse Problemfelder gegeben werden, wobei nach vernünftigen, ausgewogenen Positionen gesucht wird.

Sehr bedauerlich ist übrigens, dass etliche Journalisten (auch beispielsweise beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen) gewisse Grundregeln ihres Faches komplett ignorieren. Beispielsweise stützen sie sich auf einen einzigen Pseudo-Experten, anscheinend ohne sich jemals die Mühe zu machen, dessen erstaunliche Behauptungen durch Befragung einer anderen Fachperson zu überprüfen.

Vorab eine Liste der hier behandelten Befürchtungen, mit der Sie direkt zu den interessierenden Punkten gelangen können:

Die Problemfelder

“Wärmedämmung schadet dem Haus. Sie macht das Haus luftdicht, und dann verschimmelt es.”

Zunächst einmal ist es so, dass ein Gebäude nicht durch eine Dämmung (etwa ein Wärmedämmverbundsystem) luftdicht wird. Vielmehr wird mit anderen Mitteln (z. B. sorgfältiger Einbau von Fenstern mit guten Dichtungen) eine weitgehende Luftdichtigkeit angestrebt, um die Wirksamkeit der Wärmedämmung nicht zu unterlaufen.

Wahr ist,

  • dass Schimmel in Wohnräumen völlig inakzeptabel ist, hauptsächlich weil er giftige und allergene Stoffe in die Luft abgibt und damit eine erhebliche Gesundheitsgefährdung bedeutet,
  • dass Schimmel fast zwangsläufig entsteht, wenn Wände feucht werden,
  • dass feuchte Wände häufig die Folge unzureichender Belüftung sind.

Von daher klingt es eigentlich ganz logisch, dass luftdicht gemachte Gebäude eine erhöhte Schimmelgefahr und ein schlechtes Raumklima aufweisen. Trotzdem ist diese Ansicht falsch:

Schimmel kommt gerade bei alten, undichten Häusern häufig vor. Undichtigkeiten der Gebäudehülle können die Belüftung nicht ersetzen!

  • Selbst ein Altbau mit besonders hoher Undichtigkeit, in dem die Bewohner unter Zugerscheinungen leiden und der Heizenergiebedarf sehr hoch ist, ist durch diese Undichtigkeiten allein völlig unzureichend belüftet. Allenfalls an Tagen mit starkem Wind mag der Luftaustausch durch diverse Fugen ausreichen, aber nicht an windstillen Tagen und nicht für besonders mit Feuchtigkeit belastete Räume wie Badezimmer. Es ist auch bekannt, dass gerade sehr viele ungedämmte und undichte Altbauten sehr ernste Schimmelprobleme aufweisen. Schimmel in Wohnräumen ist keineswegs ein neues Problem, sondern vielmehr eines, welches die Menschheit seit Urzeiten plagt. Das haben "atmende Wände" nicht verhindert.

Richtiges Lüften ist wichtig – bei ungedämmten Häusern eher noch mehr als bei gedämmten.

  • Es ist somit klar, dass eine ausreichende Belüftung von Wohnräumen (ebenso wie z. B. von Büro- oder Seminarräumen) immer gezielte Maßnahmen erfordert – im einfachsten Fall eine regelmäßig und richtig durchgeführte Fensterlüftung (Stoßlüften, Querlüften). Leider erfolgt dies in vielen Fällen nicht in ausreichendem Maße, z. B. weil die Bewohner das Problem zu hoher Luftfeuchtigkeit nicht erkennen, weil sie beim Lüften im Winter zu sehr frieren oder weil sie die Heizkosten nicht noch weiter erhöhen möchten. Diese Probleme lassen sich wohl nur mit einer Lüftungsanlage lösen, die eine kontrollierte Lüftung (unabhängig vom Verhalten der Bewohner) ermöglicht. Vor allem wenn diese mit Wärmerückgewinnung arbeitet, ist ein zu allen Zeiten ausreichender Luftaustausch gegeben, während gleichzeitig die Wärmeverluste durch das Lüften (Lüftungsverluste) sehr gering bleiben. Es soll aber nochmals betont werden: Die Notwendigkeit ausreichenden Lüftens ist in Altbauten keineswegs geringer als in modernen Häusern – eher im Gegenteil.

Kalte Wände bei ungedämmten Häusern sind ein Risikofaktor für Schimmel!

  • Selbst bei moderater relativer Luftfeuchtigkeit (z. B. 50 %) kann es zu feuchten Wänden kommen, wenn diese zu kalt sind. Dies ist häufig die Folge von fehlender Wärmedämmung. Eine äußere Wärmedämmung, beispielsweise in Form eines Wärmedämmverbundsystems, verringert die Wärmeverluste nach außen sehr stark, wodurch die Oberflächentemperaturen der Wände im Inneren erheblich höher werden. Eine Schimmelgefahr besteht dann höchstens noch bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Selbst wenn die Wirksamkeit der Dämmung durch gewisse Wärmebrücken vermindert wird, ist die Schimmelgefahr sicher wesentlich kleiner als ohne Dämmung. Bei Altbauten mit Feuchtigkeits- und Schimmelproblemen ist oft die energetische Sanierung mit Wärmedämmung die einzige wirksame Maßnahme zur Lösung dieser Probleme.

Unsachgemäß angebrachte Innendämmungen können Schimmel fördern.

  • Einzig bei Innendämmungen (die im Innenraum auf den Außenwänden angebracht werden) kann es bei unsachgemäßer Ausführung zu Feuchtigkeitsproblemen in oder hinter der Dämmung kommen. (Vor Bastelarbeiten mit unzureichenden Kenntnissen und falschen Materialien muss gewarnt werden.) Ebenso kann es vorkommen, dass die Wirksamkeit einer Innendämmung nicht ausreichend ist, um ein Schimmelproblem zu lösen – beispielsweise wenn verbleibende Wärmebrücken auch Innenwände nahe der Außenwand zu kalt werden lassen.
  • Es gibt Fälle, in denen der Einbau neuer dichter Fenster Schimmelprobleme auslöst – wenn nämlich eine reine Abluft-Lüftungsanlage vorhanden ist, deren Funktionieren voraussetzt, dass irgendwo Frischluft in die Räume strömen kann. In diesem Fall müssen Zuluftöffnungen geschaffen werden bzw. erhalten bleiben, um die Lüftung weiterhin funktionieren zu lassen. Details dazu finden Sie in einem separaten Blog-Artikel [3]. Mit Wärmedämmung hat diese Problematik kaum zu tun; es ist eine Frage des Lüftungskonzepts.

Fazit:

  • Unzureichende Belüftung kann durch Undichtigkeiten in der Bausubstanz nicht vermieden werden, sondern nur mit ausreichender Fensterlüftung oder mit einer Lüftungsanlage.
  • Eine Wärmedämmung – insbesondere eine äußere – ist das beste Mittel gegen feuchte Wände, weil sie eine der beiden Grundursachen dafür (zu kalte Wände) beseitigt.

Wenn ein Neubau mit einer Wärmedämmung gemäß den gesetzlichen Vorschriften Feuchtigkeitsprobleme aufweist, so kann dies nur die Folge grober Baufehler sein, nicht etwa ein grundsätzliches Problem mit dem Konzept der Wärmedämmung.

“Wärmedämmverbundsysteme saugen sich mit der Zeit mit Wasser voll, verlieren dann die Wirksamkeit und verrotten.”

Richtig ist, dass zumindest eine länger andauernde Durchnässung einer Dämmschicht unbedingt vermieden werden muss, weil die Dämmung sonst an Wirksamkeit und Lebensdauer verliert. Falsch ist aber die Befürchtung, dass die Gefahr einer solchen problematischen Durchnässung normal sei.

Grundsätzlich ist eine Durchnässung auf verschiedenen Wegen möglich:

Eine zu hohe Belastung mit Schlagregen ist für jede Fassade ungünstig.

  • Wenn eine Dämmschicht nicht mehr richtig gegen Schlagregen geschützt ist, z. B. weil Putzschichten aufgrund des Alters defekt sind oder weil eine alte Dachdämmung bei defekten Ziegeln nicht durch einen zusätzlichen Regenwasserschutz geschützt wird, kann es zeitweise zu einer Durchnässung kommen. Solche Defekte müssen natürlich behoben werden, genauso wie bei nicht gedämmten Häusern.

Geeignete Materialien und Konstruktionen im Sockelbereich vermeiden, dass Wasser aus dem Erdreich angezogen wird.

  • Im Sockelbereich ist eine besonderes Sorgfalt nötig, damit z. B. nicht Feuchtigkeit aus dem Erdreich angesaugt wird. Allerdings hat z. B. Polystyrol keineswegs die Neigung, sich vollzusaugen. Es gibt sogar Styrodurplatten für die Außendämmung von Kellerwänden gegen das Erdreich, die auch ständige Nässe gut aushalten.

Diffusion der Feuchtigkeit von innen nach außen ist in der Regel kein Problem – weder für gedämmte noch für ungedämmte Fassaden.

  • Durch Diffusion kann Feuchtigkeit aus den Innenräumen auch durch eine Ziegelwand in eine äußere Dämmschicht gelangen. Dies führt aber nur in seltenen Fällen mit völlig unsachgemäßer Ausführung zu Problemen; normalerweise kommt es an sehr kalten Tagen allenfalls zu moderater Feuchtigkeit im äußeren Bereich der Dämmschicht, die später schnell wieder folgenlos abtrocknet – ähnlich wie bei ungedämmten Mauern.

Wenn die Durchnässung von Dämmungen ein häufiges Problem wäre, käme auf die Dämmstoffindustrie und die Verarbeiter eine Lawine von Schadensersatzforderungen zu. So etwas ist aber nicht der Fall. Leider kommt aber gelegentlich Pfusch vor, genauso wie in anderen Bereichen am Bau.

“Gedämmte Fassaden neigen zur Veralgung und sehen deswegen schnell hässlich aus.”

Eine effektive äußere Wärmedämmung lässt die äußere Oberfläche fast so kalt werden wie bei Wänden unbeheizter Gebäude, was die Tendenz zur Verunreinigung erhöht.

Die Funktion einer Wärmedämmung besteht im Kern darin, den Wärmestrom aus dem Gebäude heraus zu vermindern. Dies führt zwangsläufig dazu, dass die Oberfläche der Fassade im Winter kälter wird. Dies kann tatsächlich dazu führen, dass die Fassade bei feuchtem Wetter länger und öfter feucht ist. Deswegen erhöht eine wirksame Wärmedämmung – gleich mit welchem Dämmmaterial sie arbeitet – tatsächlich das Risiko einer Veralgung. Genau derselbe Umstand kann problematisch sein bei Balkonen und bei unbeheizten Gebäuden wie z. B. Garagen. Es handelt sich deswegen keineswegs um ein neues Phänomen. Übrigens hat man noch nie gehört, dass man keine unbeheizten Gebäude wie z. B. Garagen bauen dürfe, da diese zwangsläufig veralgen würden.

Die reduzierte Oberflächentemperatur ist nur ein Risikofaktor von mehreren. Andere sind ein zu geringer Dachüberstand (der freilich bei einer nachträglich angebrachten Außendämmung entstehen kann), ein Mangel an Sonneneinstrahlung (vor allem bei Nordfassaden), Pflanzen nahe an der Fassade und generell feuchte, neblige Standorte z. B. nahe Flüssen.

Leider gibt es kein Patentrezept gegen das Problem der Veralgung, welches wohlgemerkt nicht nur bei gedämmten Häusern auftritt, und natürlich nur bei einem kleinen Teil dieser Häuser. Biozide als Zusatz zum Außenputz scheinen bisher keine gute Lösung zu sein, da sie mit der Zeit ausgewaschen werden, wodurch eine Umweltbelastung entsteht und die Wirksamkeit gegen Algen nachlässt. Am ehesten kann es helfen, all die Risikofaktoren zu vermeiden, die man vermeiden kann: für ausreichenden Dachüberstand sorgen, Pflanzen zu nahe an der Fassade vermeiden, etc.

Ein Verzicht auf Wärmedämmung würde das Energieproblem der Gebäude ungelöst lassen.

Ein Verzicht auf Wärmedämmung als Mittel gegen Veralgung kann jedenfalls nicht ernsthaft erwogen werden. Bekanntlich verursacht die Energie für die Beheizung von Gebäuden einen ganz erheblichen Teil unseres gesamten Energieverbrauchs, und Wärmedämmung gehört zu effektivsten Methoden, um dieses Problem zu lösen. Es kann nicht angehen, dass wir Unmengen von Heizöl und Erdgas verbrennen, damit eine große Abhängigkeit von Importen sowie Klimaschäden in Kauf nehmen, nur um einige hässlich aussehende Fassaden zu vermeiden.

Übrigens, eine gesundheitliche Gefahr entsteht durch eine Veralgung ohnehin nicht. Selbst wenn sie noch Pilze dazu gesellen: Algen und Pilze wachsen überall z. B. auf Bäumen, im Gras, etc., also in jedem Garten und auf jeder Rasenfläche. Es geht um ein rein optisches Problem.

“Wärmedämmverbundsysteme sind brandgefährlich. Sie müssten deswegen verboten werden.”

Wärmedämmverbundsysteme verwenden häufig (nicht immer) Dämmmaterialien wie Polystyrol, die zwar als “schwer entflammbar” eingestuft werden, sich bei länger dauernder Einwirkung aber trotzdem entzünden können. Da in manchen (freilich sehr seltenen) Fällen ganze Fassaden unter starker Flammen- und Rauchentwicklung abgebrannt sind, kann man die Einstufung als “schwer entflammbar” durchaus kritisieren.

Soll man Holzhäuser verbieten, weil Holz brennbar ist?

Allerdings ist zu beachten, dass synthetische Wärmedämmverbundsysteme keineswegs die einzigen Baumaterialien darstellen, die im Falle von Bränden entzündet werden können und dann selbst zu Feuer und Rauch beitragen. Insbesondere werden sogar Holzhäuser gebaut, bei denen nicht nur außen (wie bei einem Wärmedämmverbundsystem), sondern bis in den Innenraum hinein brennbare Materialien verbaut werden. Dass solche Häuser in Bezug auf den Brandschutz weniger gut sind als reine Steinhäuser, ist seit langer Zeit bekannt. Jedoch wird diese Gefahr vom Gesetzgeber und von vielen Bauherren und Bewohnern als akzeptabel angesehen angesichts diverser Vorteile, die solche Gebäude haben. Eine ähnliche Abwägung von Vor- und Nachteilen ist für Wärmedämmsysteme angebracht. Wer jegliche Bemühung in dieser Richtung unterlässt und eine Wärmedämmung einzig nach diesem einen Kriterium be- und verurteilt, trägt damit kaum zu vernünftigen Entscheidungen bei.

Der Deutsche Feuerwehrverband zählte übrigens 2013 für die vergangenen fünf Jahre gerade mal 30 Fassadenbrände – und rund 250 000 Wohnungsbrände, die damit nichts zu tun haben. Wenn vor diesem mageren Hintergrund von “Irrsinn Dämmstoffbrand” (Konrad Fischer) gesprochen wird oder von “Der Wahnsinn geht weiter” (WDR in 11/2012), muss man sich fragen, wo genau der Irrsinn hier zu lokalisieren ist.

“Wärmedämmungen sind in der Praxis überhaupt nicht wirksam.”

Wer Wärmedämmung für unwirksam hält, wird vermutlich auch selbst keinen Mantel anziehen, wenn es kalt ist, oder?

Es kommt immer wieder vor, dass die Reduktion des Heizenergieverbrauchs durch eine energetische Sanierung geringer ausfällt, als man vorher erhofft hat. Das kann viele Gründe haben, etwa übersehene Wärmebrücken oder ein dann unbesorgteres Heizverhalten der Bewohner. Es kann auch sein, dass der Energieverbrauch ohne Dämmung gar nicht so hoch war wie angenommen, weil gar nicht alle Räume voll beheizt wurden (was freilich die Schimmelgefahr erhöht). Die Behauptung, die Wirksamkeit von Wärmedämmung sei generell nicht oder kaum gegeben, ist aber haltlos. Es kann nicht ernsthaft bestritten werden,

  • dass heutige Neubauten mit Wärmedämmung nach dem Stand der Gesetze massiv weniger Heizenergie benötigen als die allermeisten Altbauten,
  • dass man heute Passivhäuser bauen kann, die fast gar keine Heizwärme mehr benötigen, und dass eine sehr gute Wärmedämmung die entscheidende Grundlage hierfür ist,
  • und dass viele Altbauten durch eine energetische Sanierung sogar Passivhausniveau erreicht haben (und dies nicht nur auf dem Papier).

Mithilfe von Vodoo-Physik kann man “beweisen”, dass Wärmedämmung schädlich ist, indem sie Sonnenenergie nicht ins Haus eindringen lässt.

Es gibt auch gewisse rein theoretische Überlegungen, die eine Wärmedämmung sogar als schädlich erscheinen lassen, z. B. weil Wärme durch Sonneneinstrahlung auf die Wand nicht mehr genutzt werden könne. Solche Überlegungen sind allerdings wissenschaftlich keineswegs haltbar, sogar geradezu unsinnig und natürlich auch nicht empirisch belegt.

Gewisse Leute schwadronieren über Studien, die angeblich in der Praxis gezeigt haben, dass man nach einer energetischen Sanierung sogar mehr Heizwärme benötige als vorher. Solch eine Studie würde man freilich gerne mal lesen; eine Suche danach gestaltet sich schwierig.

“Durch die Fassade entweicht ohnehin nur ein kleiner Teil der Wärme, da lässt sich kaum etwas sparen.”

Welcher Anteil der Wärmeverluste in einem Haus durch die Fassade entweicht, hängt sehr stark von der jeweiligen Situation ab:

  • Wenn es ein einstöckiges Haus mit großer Grundfläche und ungedämmtem Dach und Keller ist, das von einer alten Heizungsanlage mit großen Bereitschafts- und Abgasverlusten beheizt wird, ist es tatsächlich ein geringer Anteil.
  • Bei einem ungedämmten Mehrfamilienhaus mit mehreren Stockwerken kann es dagegen ein sehr großer Teil sein.

Pauschal zu behaupten, es ginge es um nur 15 % oder 25 % der gesamten Wärmeverluste, kann also von vornherein nur Unsinn sein.

Ob sich die Wärmedämmung einer Fassade lohnt, kann nicht davon abhängen, ob am Dach zusätzliche Wärmeverluste auftreten.

Selbst wenn aber viel Wärme durch das Dach verloren geht, ändert dies an der Wirtschaftlichkeit der Wärmedämmung der Fassade gar nichts. Jede Kilowattstunde, die während der Heizperiode durch die Fassade verloren geht, bedeutet eine Kilowattstunde mehr Heizwärme, ganz unabhängig von den Verlusten durch das Dach. Lediglich die prozentuale Einsparung durch eine Fassadendämmung ist geringer, wenn es auch starke andere Wärmeverluste gibt. Und natürlich sollte man, wenn das Hauptproblem beim Dach liegt, eine Dachdämmung erwägen, anstatt Wärmedämmung als unsinnig zu bezeichnen.

Richtig ist allein der Hinweis, dass man natürlich nicht z. B. 50 % der Heizwärme durch eine noch so gute Fassadendämmung einsparen kann, wenn die Wärmeverluste der Fassade weniger als 50 % ausmachen. Natürlich braucht man für so große Einsparungen eine Kombination verschiedener Dämmungen, nicht nur für die Fassade.

Übrigens ist es oft am sinnvollsten, zu allererst Kellerdecken und Dachgeschoss decken zu dämmen, bevor man an die Fassade geht, weil dort das Kosten-Nutzen-Verhältnis oft besonders günstig ist.

“Ein Austausch der Heizungsanlage ist doch viel sinnvoller.”

Aus der Sinnhaftigkeit des Austauschs der Heizungsanlage folgt unmöglich, dass der zusätzliche Einsatz einer Wärmedämmung unsinnig wäre.

Richtig ist, dass ein Austausch einer alten Heizungsanlage häufig eine einfache und relativ kostengünstige Lösung ist, um den Heizenergiebedarf z. B. um 20 % oder sogar über 30 % zu senken. Dann soll man dies sicher tun. Daraus folgt aber nicht, dass Wärmedämmung überflüssig wäre. Allein mit Maßnahmen an Heizungsanlagen wird ein ausreichender Klimaschutz im Gebäudebereich sicher nicht möglich sein.

“Die Herstellung einer Wärmedämmung verursacht einen so hohen Energieaufwand, dass diese Methode zum Energiesparen untauglich ist.”

Graue Energie sollte berücksichtigt werden – bei synthetischen Dämmstoffen genauso wie bei allen anderen. Insbesondere auch in mineralischen Stoffen (Ziegel, Steinwolle) kann viel graue Energie stecken, wird dort aber meist übersehen.

Richtig ist, dass die Herstellung und Verarbeitung von Dämmstoffen genauso wie die von anderen Baumaterialien einen gewissen Energieaufwand verursacht (→ graue Energie). Von daher ist es klar, dass Wärmedämmung nur sinnvoll sein kann, wenn dieser Energieaufwand wesentlich geringer ist als die später eingesparte Heizenergie. In aller Regel kann aber davon ausgegangen werden, dass dies auch so ist. In den weniger günstigen Fällen kann die energetische Amortisationszeit z. B. 5 bis 10 Jahre betragen, in günstigeren Fällen (z. B. mit Cellulose) auch weniger als ein Jahr – jedenfalls in aller Regel weitaus weniger als die Lebensdauer, die etliche Jahrzehnte betragen sollte. Zukünftig zu erwartende Recyclingverfahren sollten die energetische Amortisationszeit auch für heute verbaute Dämmungen z. B. aus Polystyrol noch weiter reduzieren.

Interessanterweise wird z. T. die graue Energie als Argument gegen Polystyrol-Dämmungen (als Erdölprodukt) vorgebracht, und es werden dickere Ziegel vorgeschlagen – obwohl gerade Ziegel wegen der Notwendigkeit des Brennens besonders viel graue Energie enthalten.

Das Hauptproblem mit grauer Energie entsteht durch gebrannte Ziegel und Zement, nicht etwa durch Polystyrol. Holzhäuser sind hier besonders gut.

Wem die Minimierung der grauen Energie besonders am Herzen liegt, der wird auf Ziegel und Zement soweit wie möglich verzichten, indem er ein Holzhaus baut. Egal womit dieses gedämmt wird, wird es in dieser Hinsicht fast immer viel besser abschneiden als ein Steinhaus.

“Wärmedämmung mit synthetischen, unnatürlichen Materialien ist unökologisch.”

Es steht eine große Spanne von Dämmmaterialien zur Verfügung, worunter sich einerseits Materialien aus Naturstoffen wie Holz, Kork, Steinwolle und Cellulose befinden, andererseits auch synthetische Materialien wie Polystyrol und Polyurethan. Wer letztere nicht mag, kann andere auswählen.

Natürlich = gut, synthetisch = böse: eine einfache, leider aber völlig unsinnige Regel.

Eine wichtige Frage ist freilich, was genau man unter “ökologisch” versteht: Geht es um Umweltbelastungen oder einfach darum, ob das Material natürlich ist? Wenn es nicht um ideologische Grabenkriege gehen soll, wird das objektive Kriterium der Umweltverträglichkeit in Vordergrund stehen müssen. Hier aber ist es keineswegs so, dass synthetische Materialien stets “böse” und natürliche Materialien “gut” sind. Einige Beispiele:

  • Bei der Verbrennung von Polystyrol entstehen zwar giftige Gase (z. B. Kohlenmonoxid), aber viel weniger als bei Holzspanplatten, Cellulose oder Kork, oder auch bei Bauholz. Es wäre also absurd, wegen giftiger Gase im Brandfall lieber Holz als Polystyrol einzusetzen.
  • Polystyrol-Dämmungen bedeuten einen wesentlich höheren Aufwand an grauer Energie als Cellulose-Dämmungen (z. B. aus Altpapier), aber sind diesbezüglich trotzdem wesentlich besser als Holzfaserdämmplatten.
  • Auch gegenüber Schimmel im Falle der Durchfeuchtung sind natürliche Materialien anfälliger als synthetische.

Sollen wir zurück zum Asbest, weil dies ein Naturstoff ist?

  • Vom Naturstoff Asbest ist man wegen seiner starken Gesundheitsgefährdung längst abgekommen.

Es ist also klar, dass eine sorgfältige Abwägung diverser Aspekte nötig ist, die freilich mehr Kenntnisse erfordert als die Fähigkeit, natürliche von synthetischen Stoffen zu unterscheiden.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass durch die Herstellung, Installation und Entsorgung von Wärmedämmungen Umweltbelastungen entstehen – genauso wie bei allen anderen Dingen, die in und an Häuser gebaut werden. In aller Regel sind solche Umweltbelastungen aber weitaus geringer als die, die durch den verringerten Heizenergiebedarf vermieden werden. Es ist also absurd, Umweltbelastungen durch Wärmedämmung zu vermeiden und damit wesentlich größere Umweltbelastungen beim Heizen in Kauf zu nehmen.

“Wenn die Dämmung einmal ausgedient hat, haben wir eine Menge Sondermüll.”

Dieser Einwand wird oft gegen Wärmedämmverbundsysteme vorgebracht, die z. B. auf Polystyrol basieren. Da das Polystyrol mit Klebern, einem Armierungsgewebe und mit Putzmaterialien verunreinigt ist, ist das Recycling nicht so einfach wie mit reinem Polystyrol von Verpackungen. Zudem durften bis 2015 verbaute Dämmplatten leider das ökologisch bedenkliche Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan) enthalten, welches ein Recycling wohl dauerhaft ausschließen wird. In diesem Fall ist eine gefahrlose Entsorgung nur in speziell dafür zugelassenen Müllverbrennungsanlagen möglich, wo es derzeit Kapazitätsengpässe gibt und deswegen vorläufig deutlich höhere Entsorgungskosten drohen. Wer eine solche Dämmung hat und demnächst wegen Sanierung oder Abriss entsorgen muss, hat damit leider ein ähnliches Problem wie mit vielen imprägnierten Hölzern, die ebenfalls wesentlich aufwändiger und teurer als unbelastetes Altholz entsorgt werden müssen. Mittelfristig dürfte der Entsorgungsengpass aber wieder verschwinden, da jetzt intensiv nach Lösungen gesucht wird – beispielsweise nach Verfahren zur Abtrennung des HBCD und der Zulassung weiterer Müllverbrennungsanlagen für solche Abfälle. Anscheinend ist es in den meisten Bundesländern auch erlaubt, dass Müllverbrennungsanlagen, die bisher solche Dämmplatten annahmen, dies vorläufig auch weiterhin tun können, ohne ein kompliziertes Genehmigungsverfahren dafür durchlaufen zu müssen. Bisher scheint es keine Anhaltspunkte dafür zu geben, dass trotz der aufwendigen Abgasreinigung dieser Anlagen ökologisch bedenkliche Emissionen entstehen könnten.

Gegen neu eingebaute Polystyrol-Dämmungen spricht diese Problematik nicht, da diese ja HBCD-frei erhältlich sind. Man sollte aber nachfragen, da es derzeit noch Ausnahmeregelungen gibt, die das Inverkehrbringen von HBCD-haltigen Dämmstoffen unter bestimmten Bedingungen erlauben.

Auch abgesehen vom HBCD-Problem scheint es zur Zeit noch keine rundum überzeugenden Recyclingverfahren für ausgediente Wärmedämmverbundsysteme zu geben. Dies liegt aber vorwiegend daran, dass bisher nur wenige Wärmedämmverbundsysteme das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, also bisher noch sehr wenig davon zur Wiederverwertung angefallen ist. In einigen Jahrzehnten dürfte dies anders sein. Es wäre verwunderlich, wenn bis dann nicht entsprechende Recyclingverfahren entwickelt würden. Schließlich ist nicht ersichtlich, dass enorme technische Probleme dies verhindern könnten.

Solange es solche Recyclingverfahren noch nicht gibt, können sogar mit HBCD kontaminierte Polystyrolplatten problemlos (also auch ohne nennenswerte Umweltbelastungen oder Gesundheitsgefährdungen) in dafür geeigneten Müllverbrennungsanlagen beseitigt werden. Zwar wäre eine stoffliche Nutzung vorzuziehen, aber wegen der moderaten Mengen liegt hier kein echtes Problem vor – jedenfalls ein geringeres, als wenn ein Vielfaches der Menge an Erdöl verheizt würde.

Fazit: Es gibt aktuell ein Entsorgungsproblem mit vielen alten Dämmungen, die mit dem Flammschutzmittel HBCD versehen wurden; das dürfte etlichen Hausbesitzern zusätzliche Kosten verursachen, aber vermutlich nur für begrenzte Zeit. Gegen neue Wärmedämmungen spricht dies nicht, solange man darauf achtet, dass diese HBCD-frei sind.

“Die energetische Sanierung verschandelt unsere Städte.”

Man kann sicherlich Beispiele dafür finden, dass Altbauten mit ansprechender Architektur nach einer Sanierung nicht mehr gut aussahen oder sogar richtig verschandelt wurden. Umgekehrt gibt es viele Beispiele dafür, dass vorher sehr heruntergekommen aussehende Häuser hinterher weitaus ansprechender ausssehen. Eine pauschale Ablehnung von energetische Sanierung ist jedenfalls unsinnig.

Gebäude mit WDVS erhalten oft einen einfachen Verputz – was aber keineswegs zwingend ist.

Eine Standardlösung für die Sanierung von außen führt zu einer verputzten Fassade, die der von vielen unsanierten Steinhäusern (lediglich mit neuem Anstrich) sehr ähnlich sieht. Freilich gibt es viele Gebäude, zu denen eine solche Putzfassade nicht passt. Es gibt aber auch viele andere Gestaltungsmöglichkeiten, etwa mit vorgefertigten Fassadenelementen. Wenn diese in manchen Fällen nicht genutzt werden – aus welchen Gründen auch immer – gibt dies natürlich keine Rechtfertigung für die pauschale Ablehnung von Sanierungen.

Natürlich gibt es auch denkmalgeschützte und andere Gebäude, für die eine solche Art von Sanierung gar nicht in Frage kommt. Dann bleibt nur noch die Möglichkeit einer Innendämmung, ggf. ergänzt zur Wärmeerzeugung mit erneuerbaren Energien (z. B. Holzpellets). Man kann sich trefflich aufregen über den angeblichen Plan, alle denkmalgeschützten Gebäude “in Plastik zu verpacken”, nur gibt es diesen Plan eben gar nicht.

“Als Vermieter lohnt sich für mich die Wärmedämmung doch gar nicht – ich habe ja nur die Kosten.”

Für einen Vermieter kann die energetische Sanierung sogar ein prima Geschäft bedeuten.

Beispielsweise in Deutschland haben die Vermieter sogar relativ großzügig bemessene Rechte, um Kosten für eine energetische Sanierung den Mietern zu belasten. So kann für den Vermieter sogar ein großer Profit entstehen: Die Sanierungskosten tragen innerhalb von rund zehn Jahren die Mieter, und er hat danach ein entsprechend wertvolleres Haus.

Für die Mieter zählt die Warmmiete, nicht die Kaltmiete. Deswegen sind Heizkosten langfristig das Problem des Hausbesitzers.

Anders sieht es nur aus, wenn es die Marktlage gar nicht erlaubt, die Mieten entsprechend zu erhöhen, weil die Wohnungen sonst leer stehen. Trotzdem: Die Schmerzgrenze für die Mieter bemisst sich nach der Warmmiete, nicht nach der Kaltmiete. Langfristig bedeutet also jeder Euro an Heizkosten, dass die Miete einen Euro tiefer sein muss. Somit ist klar, dass langfristig die Heizkosten immer Sache des Vermieters sind. Wenn Sanierungen lange aufgeschoben werden, liegt dies eher am Konflikt zwischen kurzfristigem und langfristigen Denken als an dem zwischen den Interessen von Mietern und Vermietern.

“Als Mieter lohnt sich für mich die Wärmedämmung doch gar nicht – ich zahle ja dann mehr Miete.”

Eine energetische Sanierung kann in der Tat die Kaltmiete stärker erhöhen, als die Heizkosten sinken – insbesondere wenn die Sanierung gleichzeitig den Wohnwert erheblich steigert. Aber:

  • In wenigen Jahren können die Heizkosten so steigen, dass die Rechnung anders aussieht. Wenn der nächste Ölpreisschock kommt, wird jeder froh sein, der in einem wärmegedämmten Haus lebt – ob als Besitzer oder als Mieter.
  • Wenn ein solcher Mietaufschlag aufgrund der Marktlage durchgesetzt werden kann, so wäre dies früher oder später auch aus anderen Gründen erfolgt. Das mag ein schwacher Trost sein, aber als Mieter muss man immer damit rechnen, dass die Miete längerfristig dem entspricht, was der Markt erlaubt. Und wo Wohnungen knapp sind, sind Mietsteigerungen eben kaum vermeidbar.

Zusätzliche Bemerkungen

Zunächst sei angemerkt, dass der Autor dieses Artikels keinerlei finanzielle Interessen im Zusammenhang mit Wärmedämmung hat. Einzig hofft er, dass sich die Wärmedämmung an seinem eigenen Haus gut amortisieren wird. Angesichts der massiven Reduktion des Heizenergieverbrauchs (ca. 70 %), die zum größten Teil durch Wärmedämmung erzielt wurde, macht er sich da auch keine Sorgen.

Bedauerlicherweise lassen selbst öffentlich-rechtliche Fernsehsender gelegentlich Pseudo-Fachleute auftreten, die mit nachweislich falschen oder irreführenden Behauptungen einen angeblichen “Dämmwahn” konstatieren, über den man sich dann prächtig empören kann. Mit seriösem Journalismus hat das freilich nichts zu tun.

Es ist auffallend und bedauerlich, dass in der letzten Zeit etliche extrem unfundierte und polemische Fernsehsendungen und Artikel erschienen sind, die Wärmedämmung als “Wahnsinn”, “ein Verbrechen” o. ä. darstellen. Insbesondere ist es sehr besorgniserregend, dass Journalisten solche Schauergeschichten über den angeblichen “Dämmwahn” offenbar gerne verbreiten, ohne sich ernsthaft zu fragen, ob sie überhaupt sachlich gerechtfertigt sind. Typisch ist, dass bevorzugt einige Pseudo-Experten (siehe unten) zu Wort kommen, aber keine echte Fachperson die Gelegenheit erhält, die Dinge wieder richtig zu stellen. Mit dieser Methode kommt man eben schnell zu einem spannenden Filmbeitrag oder Artikel, der viele Emotionen aufrührt, aber man riskiert gleichzeitig auch seinen Ruf als Journalist.

Es gibt leider einige Pseudo-Fachleute, die unbelehrbar an Behauptungen festhalten, die längst widerlegt sind. Sie suchen zum Teil gezielt die Öffentlichkeit und gebärden sich als engagierte Kämpfer gegen Gesundheitsgefahren, Öko-Terrorismus und architektonische Gräueltaten. Typische Phänomene sind,

Es gibt sogar besonders militante Kämpfer, die vorsorglich gleich noch bestreiten, dass CO2-Emissionen problematisch sind, dass es überhaupt eine menschengemachte Klimaveränderung gibt, dass fossile Energieträger zur Neige gingen, usw. Da ist mit Fakten wohl nichts zu erreichen.

Einige dieser Pseudo-Experten wurden vom Autor dieses Artikels angeschrieben, um sie zur Begründung oder Aufgabe diverser Behauptungen aufzufordern. In aller Regel gab es jedoch keinerlei Antwort darauf. Offenkundig merken solche Leute, dass sie einer solchen Diskussion nicht gewachsen wären.

Siehe auch die Lexikonartikel über Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem, Belüftung von Gebäuden und Lüftungsanlagen. Ebenfalls gibt es eine Seite über Irrtümer und Propaganda im Bereich Gebäude und Heizung.

Übrigens haben wir nützliche Ratgeber-Artikel auch zu diversen anderen Themen im Energiebereich.

Literatur

[1]Lexikonartikel über Schimmel in Wohnräumen
[2]Telepolis-Artikel (08.03.2015): “Kritik an Wärmedämmung”, http://www.heise.de/tp/artikel/44/44298/1.html
[3]Blog-Artikel: Schimmel durch neue luftdichte Fenster
[4]Die Mär vom "Dämmwahn", Energieagentur Regio Freiburg, SolarRegion 1/2012
[5]dena weist Kritik an Wärmedämmung zurück, 12/2011

(Zusätzliche Literatur vorschlagen)

Siehe auch: Wärmedämmung, Wärmedämmmaterial, Wärmedämmverbundsystem, Wärmedämmung von Dächern, Wärmeschutz, Einblasdämmung, Wärmeleitung, Wärmeleitfähigkeit, Wärmedurchgangskoeffizient, Transmissionswärmeverlust, transparente Wärmedämmung, Thermografie, Heizungsanlage, Energieeffizienz, energetische Sanierung von Gebäuden, Wärmewende

Alles verstanden?


Frage: Welches sind die grundlegenden Anforderungen an Wärmedämmmaterialien?

(a) Sie müssen eine niedrige Wärmeleitfähigkeit aufweisen.

(b) Sie müssen luftdicht sein.

(c) Sie müssen saugfähig sein.


Frage: Welche der folgenden Aussagen zu Schimmel sind korrekt?

(a) Der entscheidende Faktor für die Schimmelgefahr ist das Auftreten von Feuchtigkeit, also von flüssigem Wasser.

(b) Undichtigkeiten der Gebäudehülle sind unbedingt notwendig, um Schimmel zu verhindern.

(c) In alten Häusern gibt es keinen Schimmel, weil sie durch Undichtigkeiten ausreichend belüftet sind und aus natürlichen Baumaterialien erstellt sind.

(d) Innen fehlerhaft angebrachte Wärmedämmungen können die Schimmelgefahr erhöhen, während Außendämmungen die Schimmelgefahr in aller Regel vermindern.

(e) Seitdem viele Häuser wärmegedämmt sind, gibt es viel mehr Probleme mit Wärmebrücken.


Frage: Welche Faktoren können die energetische Wirksamkeit einer Wärmedämmung vermindern?

(a) die Meinung von Bewohnern, ein verbrauchsbewusstes Verhalten sei in gut wärmegedämmten Häusern nicht mehr nötig

(b) ein massiv erhöhter Lüftungsbedarf wegen der entstandenen Luftdichtigkeit

(c) Wärmebrücken v. a. bei Innendämmungen

(d) Wärmeverluste durch das Dach


Frage: Welche der folgenden Aussagen über Passivhäuser sind korrekt?

(a) Sie sind praktisch nur mit sehr guter Wärmedämmung realisierbar.

(b) Sie verfügen über komplizierte Heizungssysteme.

(c) Sie sind besonders schimmelgefährdet.


Siehe auch unser Energie-Quiz!

Kommentare von Lesern

21.06.2016, Erich Vieser

Herzlichen Dank für die fundierte, sachliche und engagierte Aufklärungsarbeit!

18.08.2016, Arme Leute Nachkriegsbuden Bewohner

Sehr geehrter Her Dr. Paschotta,

wie ist das eigentlich mit der unterschiedlichen Wärmeausdehnung zwischen Wand, Styropor und Armierungsputz. Besteht die Gefahr, das durch unterschiedliche Ausdehnungen Risse entstehen und dann doch Wasser durch Kondensation in die Dämmung gelangt?

Wie ist das eigentlich mit der Taupunktunterschreitung der WDVS Fassade. Ich habe Wärmebildaufnahmen gesehen, bei denen die WDVS Fassade kälter war als die außen gemauerten Zaunbegrenzungen. Kondensation am WDVS ähnlich dem Morgentau auf der Wiese oder der nassen Autoscheibe im Herbst?

Antwort vom Autor:

Die Sache mit der tatsächlich unterschiedlichen Wärmeausdehnung muss und kann durch eine angemessene Konstruktion beherrscht werden. Es ist am Bau auch sonst keineswegs eine ungewöhnliche Sache, Materialien mit unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten (z. B. Ziegelsteine, Holz, Gips, Keramik und Metalle) kombiniert zu verwenden.

Es kann durchaus vorkommen, dass die äußere Oberfläche des WDVS zeitweise eine Temperatur unterhalb des Taupunkts aufweist – im Wesentlichen genauso wie bei konventionellem, ungedämmten Mauerwerk, nur dass im letzteren Fall wegen der größeren Wärmespeicherfähigkeit des Mauerwerks die Kondensation später beginnt und auch später wieder endet. In solchen Zeiten kann die Oberfläche feucht werden. Zu anderen Zeiten trocknet sie dann wieder ab. In der Regel ist das kein Problem; die verwendeten Putze halten so etwas aus, genauso wie eine gelegentliche Belastung mit Schlagregen.

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