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Elektroheizstab

Definition: ein stabförmiges Bauteil, welches Wärme aus elektrischer Energie gewinnt

Englisch: electric heater rod

Kategorie: Wärme und Kälte

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 30.04.2010; letzte Änderung: 16.04.2025

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Ein Elektroheizstab ist ein stabförmiges Bauteil, welches Wärme aus elektrischer Energie gewinnt, also Elektrowärme erzeugt. Solche Heizstäbe werden vielfältig eingesetzt:

  • Sie dienen zur Beheizung von Elektroboilern, ebenso für die Notheizung in Warmwasserspeichern, die sonst von anderen Wärmequellen versorgt werden.
  • Ein Tauchsieder enthält meist einen schraubenförmig gebogenen Heizstab.
  • Auch manche Elektrowärmepumpen haben für Situationen mit einem besonders hohen Heizleistungsbedarf und/oder zu niedrigen Temperaturen des kalten Reservoirs manchmal einen Elektroheizstab als Notheizeinsatz.
  • In einer Waschmaschine wird das Waschwasser fast immer mit einem Elektroheizstab auf die gewählte Temperatur gebracht.

Elektroheizstäbe gehören zu den in der Anschaffung preisgünstigsten Wärmeerzeugern, sind für einen weiten Bereich von Heizleistungen verfügbar und lassen sich leicht (auch über einen Thermostaten) dem Wärmebedarf anpassen. Energetisch sehr ungünstig ist allerdings, dass sie wertvolle elektrische Energie benötigen, um die gleiche Menge von Niedertemperaturwärme zu erzeugen. Durch den häufig niedrigen Wirkungsgrad der Stromerzeugung ergibt sich ein geringer Systemwirkungsgrad und damit eine niedrige Energieeffizienz.

Wenn "hartes" Leitungswasser mit einem Heizstab erwärmt wird, kann sich darauf Kalk ablagern – vor allem bei Temperaturen von 60 °C oder höher. Die Kalkschicht behindert die Wärmeabgabe, wodurch die Temperatur des Heizelements ansteigt. Die Energieeffizienz wird davon normalerweise nur marginal reduziert, da die erzeugte Wärme kaum ungenutzt entweichen kann. Bei starker Verkalkung kann ein Heizelement allerdings überhitzt und so beschädigt werden.

Für sehr hohe Leistungen werden anstelle von Elektroheizstäben eher Elektrodenkessel eingesetzt.

Siehe auch: elektrische Energie, Wärme, Elektrowärme, Rohrbegleitheizung, Tauchsieder, Elektrodenkessel, Elektrowärme

Fragen und Kommentare von Lesern

10.01.2022

Sicherlich zukünftig mehr von Interesse: Elektroheizstab z. B. für die Warmwasserbereitung, photovoltaisch betrieben. Es scheint noch keine preiswerten technischen Lösungen einschlägiger Hersteller zu geben. Das Problem ist wohl der feste ohmsche Widerstandswert der Heizstäbe; der passt ja gar nicht zu einer MPP-Kennlinie von Solarmodulen.

Antwort vom Autor:

Der übliche Ansatz ist, alles über einen Wechselrichter zu betreiben. Damit hat man allerdings keine Anpassung an die jeweils verfügbare solare Leistung.

Sie haben recht, dass ein direkter Anschluss eines Heizwiderstands an PV-Module nicht sinnvoll wäre, weil das zur im PP-Kennlinie nicht passt. Dafür bräuchte man noch etwas Elektronik – an sich nicht sehr kompliziert. Allerdings fände ich es ohnehin fragwürdig, eine PV-Anlage nur für die Wärmeerzeugung nutzen – wo Strom benötigt wird, sollte dieser Bedarf vorrangig gedeckt werden.

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