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Endenergie

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Definition: Energie, die beim Verbraucher ankommt

Englisch: final energy

Kategorie: Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 06.03.2010; letzte Änderung: 23.08.2013

Man bezeichnet als Endenergie die Energie, die beim Verbraucher ankommt, etwa in Form von Brennstoffen und Kraftstoffen oder elektrischer Energie. Endenergie ist zu unterscheiden von der Primärenergie aus den genutzten natürlichen Quellen, aber auch von der letztendlich erhaltenen Nutzenergie sowie vom Nutzen der Energieanwendung. Dieser Nutzen – beispielsweise das Warmhalten eines Hauses – ist häufig nicht als eine Energiemenge quantifizierbar.

Endenergie ist ebenfalls nicht immer identisch mit der vom Verbraucher letztendlich genutzten Energieform. Beispielsweise kann ein Verbraucher Endenergie in Form von elektrischer Energie beziehen und damit Niedertemperaturwärme erzeugen, entweder mit einer Elektroheizung oder einer Elektrowärmepumpe. Abhängig von der Art der Wärmeerzeugung ergeben sich sehr unterschiedliche Mengen benötigter Endenergie.

Endenergie wird aus Primärenergie mit mehr oder weniger großen Verlusten gewonnen.

Die Umwandlung von Primärenergie in Endenergie erfolgt mit sehr unterschiedlichen Wirkungsgraden. Bei Wasserkraft sind diese meist sehr hoch, bei Wärmekraftwerken jedoch meist deutlich unter 50 %. Im Allgemeinen erfordert die Bereitstellung einer gewissen Menge elektrischer Endenergie deutlich mehr Primärenergie als z. B. die Lieferung derselben Menge von Wärme als Fernwärme. Wegen solcher Unterschiede werden unterschiedliche Energieformen bei der Bewertung z. B. des Heizenergieverbrauchs von Gebäuden mit unterschiedlichen Primärenergiefaktoren bewertet.

Der Begriff Endenergie stammt aus einer Zeit, in der Energie z. B. für Haushalte weitgehend von außerhalb geliefert wurde. Er passt oft nicht recht für beim Endverbraucher selbst erzeugte Energiemengen (z. B. für elektrische Energie aus Photovoltaik auf dem Hausdach, die dann teilweise für eine Wärmepumpe verwendet wird), da die gedanklich vorausgesetzte Kette Primärenergie – Umwandlungen – Endenergie so nicht mehr existiert. Man kann trotzdem z. B. die elektrische Energie aus einer eigenen Photovoltaik-Anlage als Endenergie betrachten, da es die gleiche Energieform ist wie die elektrische Energie aus entfernten Kraftwerken und diese unmittelbar ersetzt.

Energieverbrauch von Deutschland

Abbildung 1 zeigt den Endenergieverbrauch von Deutschland in 2009, aufgeschlüsselt nach Energieträgern. Man erkennt, dass Kraftstoffe, Heizöl und Gase (Erdgas, Biogas, Deponiegas, Flüssiggas) sehr hohe Anteile haben, und diese stammen größtenteils aus fossilen Energieträgern und erzeugen große Mengen von Kohlendioxid. Mehr als die Hälfte der fossilen Energie wird zur Wärmeerzeugung z. B. in Heizungsanlagen verwendet, viel aber auch im Verkehr. Der Anteil erneuerbarer Energie am Endenergieverbrauch steigt schnell, z. B. von 6,8 % in 2005 auf 12,5 % in 2011.

Beim Strom (elektrische Energie) stammt der Großteil aus fossilen und nuklearen Quellen, allerdings mit einem schnell steigenden Anteil erneuerbarer Energie. Besonders schnell steigt der Anteil der Windenergie. Diese trug in 2011 bereits ca. 12 % zur Stromerzeugung in Deutschland bei.

Endenergieverbrauch von Deutschland

Abbildung 1: Endenergieverbrauch in Deutschland nach Energieträgern, Stand 2009. Quelle: BMWi.

Siehe auch: Energie, Nutzenergie, Primärenergie, Primärenergiefaktor, Energieträger
sowie andere Artikel in der Kategorie Grundbegriffe

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