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Energieproduktivität

Definition: eine Maßzahl für die Energieeffizienz einer Volkswirtschaft

Englisch: energy productivity

Kategorien: Energieeffizienz, Energiepolitik, Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 17.09.2010; letzte Änderung: 09.11.2017

Die Energieproduktivität einer Volkswirtschaft wird berechnet als ihr Bruttoinlandsprodukt (BIP) dividiert durch den Primärenergieverbrauch (PEV). Es entsteht also ein hoher Wert, wenn eine Volkswirtschaft viele Werte (Sachwerte und Dienstleistungen) erzeugt und trotzdem wenig Primärenergie verbraucht; man kann dann davon sprechen, dass diese Wirtschaft mit hoher Energieeffizienz arbeitet. Dies kann das Resultat einer erfolgreichen Energiepolitik sein und deutet auf einen hohen technologischen Stand der Wirtschaft hin.

Der Kehrwert der Energieproduktivität, d. h. der Energieverbrauch pro erzeugter Werteinheit, ist die Energieintensität. Solche Kennzahlen können sich anstatt auf eine ganze Volkswirtschaft auch auf bestimmte Industrien oder Güter beziehen.

Allerdings ist die Aussagekraft der so definierten Energieproduktivität oder Energieintensität aus den verschiedensten Gründen sehr begrenzt:

Deswegen kann die Energieproduktivität oder ihre zeitliche Entwicklung allenfalls als ein sehr grobes Anzeichen z. B. für die Auswirkungen einer bestimmten Energiepolitik oder Industriepolitik gelten, welches mit Vorsicht zu interpretieren ist. Im Übrigen ist zu beachten, dass eine Lösung von Knappheitsproblemen bei Rohstoffen und von ökologischen Problemen letztendlich eine Senkung des Energieverbrauchs notwendig macht und nicht lediglich eine Erhöhung der Energieproduktivität.

Siehe auch: Energieeffizienz, Energiepolitik
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Energiepolitik, Grundbegriffe

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