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Energiesparen

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Definition: Aktivitäten, die auf eine Verminderung des Energieverbrauchs abzielen

Englisch: energy saving

Kategorien: Energieeffizienz, Energiepolitik, Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 27.02.2011; letzte Änderung: 13.08.2016

Lesen Sie auch die Extra-Artikel "Energiesparen im Haushalt" und "Energiesparen beim Heizen"!

Das Energiesparen umfasst diverse Aktivitäten, die eine Verminderung des Energieverbrauchs (eine Energieeinsparung) bewirken sollen. Dieser Artikel diskutiert vor allem grundlegende Aspekte. Zu praktischen Tipps zum Energiesparen führen einige der unten angegebenen Literaturangaben.

Eigentlich wäre “Exergiesparen” der korrekte Begriff!

Streng genommen wäre “Exergiesparen” der korrekte (aber trotzdem kaum je verwendete) Begriff, denn es geht in der Tat um die Einsparung von Exergie und nicht wirklich von Energie. Bei der Verwendung (dem “Energieverbrauch”) wird nicht wirklich Energie vernichtet, sondern nur Energie von hochwertigen (exergiereichen) in niederwertige (exergiearme) Formen umgewandelt – verloren geht dabei die wertvolle Exergie, die man (im Gegensatz zu Anergie) bezahlen muss. Siehe hierzu auch einen Blog-Artikel über Exergie im Zusammenhang mit Heizungsanlagen. Das Bewusstsein für diese Zusammenhänge ist oft sehr nützlich, um die tatsächliche Ursache von Ineffizienzen aufzudecken.

Motivationen für das Energiesparen

Das Energiesparen kann auf sehr unterschiedliche Weisen motiviert sein:

Es gibt vielfältige Motivationen für das Energiesparen: ökonomische, ökologische, soziale und auch gänzlich eigennützige.

Es gibt also sowohl Motivationen zum Energiesparen, die allein aus dem persönlichen Eigeninteresse bzw. wirtschaftlichen Interesse eines Betriebs resultieren, als auch andere, die eine Berücksichtigung moralischer Werte voraussetzen. Zusätzlich haben manche Menschen Freude am effizienten Wirtschaften (Haushalten) mit Energie, wodurch Energiesparen zum vergnüglichen Sport oder Spiel werden kann.

Grundlegende Ansätze für das Energiesparen

Grundlegend kann das Energiesparen auf sehr unterschiedliche Weisen erfolgen:

Suffizienz und Effizienz sind die zentralen Ansätze für das Energiesparen.

Diese Ansätze haben verschiedene Vor- und Nachteile. Verzicht (Suffizienz) ist oft schnell und ohne besondere Investitionen umsetzbar, ist aber häufig ein unbeliebter Ansatz sowohl in verwöhnten Industriegesellschaften als auch in aufstrebenden Schwellenländern. Technische Maßnahmen können Energiesparen ohne Verzicht ermöglichen, erfordern aber oft erhebliche Investitionen und können durch Rebound-Effekte an Wirksamkeit verlieren. Die effizientere Benutzung bietet gute Einsparungen ohne Verzicht und ohne Investitionen, erfordert dafür aber Aufmerksamkeit und eine gewisse Sorgfalt und wird deswegen oft nicht praktiziert, sei es wegen mangelnden Wissens oder mangelnder Bereitschaft.

Ein anderer Ansatz, der streng genommen nicht zum Energiesparen gehört, ist die Umstellung auf erneuerbare Energien. Hier wird also nicht unbedingt der Energieumsatz minimiert, sondern nur der Verbrauch der besonders problematischen Energien, vor allem der fossilen Energieträger.

Konkrete Möglichkeiten zum Energiesparen beim Autofahren werden im Artikel über Kraftstoff sparen diskutiert.

Das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis wird erreicht mit einem sinnvollen Mix von Maßnahmen.

Generell unterscheiden sich verschiedene Optionen für das Energiesparen stark im Verhältnis von Nutzen und Aufwand. Ein besonders gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis wird erreicht, wenn in allen Bereichen (Verzicht, technische Effizienz und effiziente Benutzung) die sinnvollsten Maßnahmen ausgewählt und realisiert werden. Dagegen wird das Kosten-Nutzen-Verhältnis oft schlechter, wenn an einer Stelle das maximal Mögliche getan wird: Man erfährt einen abnehmenden Grenznutzen. So ist es beispielsweise sinnvoller, eine ganze Wohnsiedlung nach einem deutlich verbesserten energetischen Standard zu bauen, als wenige Häuser perfekt auf das Energiesparen zu trimmen und gleichzeitig viele andere zu vernachlässigen. Allerdings können trotzdem anspruchsvolle Pilotprojekte sinnvoll sein, um Maßnahmen zu erproben und demonstrieren.

Förderung des Energiesparens durch den Staat

Wenn staatliche Institutionen das Energiesparen fördern möchten, gibt es hierfür wiederum unterschiedliche Ansätze:

Effizienzstandards z. B. für Gebäude haben mittel- und langfristig große Auswirkungen.

Wo es Informationslücken gibt, ist deren Beseitigung oft besonders effektiv.

Energiesteuern sind der wichtigste Hebel des Staates zur Beeinflussung des Energieverbrauchs.

Staatliche Subventionen für die Kohleindustrie, die Schwerindustrie und den Flugverkehr torpedieren die Bemühungen für die Verringerung des Energieverbrauchs!

Energiesparpotenziale und Schwierigkeiten bei deren Realisierung

Für das Energiesparen mit Hilfe technischer Maßnahmen gibt es eine wichtige Unterscheidung:

An politischen Hindernissen scheitert teils sogar die Nutzung von Effizienzpotenziale, die den Staat und die Verbraucher weniger als gar nichts kosten.

In Industrieländern gibt es häufig sehr große Potenziale für das Energiesparen. Dies liegt zum Teil daran, dass ein großer Teil der technischen Infrastruktur ohne besondere Beachtung energetischer Aspekte aufgebaut wurde; beispielsweise gibt es noch viele Häuser, die zu Zeiten billigen Erdöls ohne Rücksicht auf den Heizenergiebedarf gebaut wurden. Relativ einfach lassen sich nun neue Häuser mit sehr viel niedrigerem Energieverbrauch realisieren, während die energetische Sanierung des ungünstigen Gebäudebestands häufig an zu hohen Kosten scheitert: Das wirtschaftliche Potenzial ist erheblich geringer als das technische, und der betrachtete Zeithorizont ist häufig zu kurz. Absehbar wird es aber notwendig sein, die energetische Sanierung des Gebäudebestands erheblich zu intensivieren, wenn ernsthafte Erfolge beim Klimaschutz und bei der Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern erzielt werden sollen.

Auf Bequemlichkeiten, die einmal auf breiter Front genossen wurden, lässt sich später sehr schwer wieder verzichten.

Ebenfalls sind in den Wohlstandsgesellschaften ungünstige Verbrauchsgewohnheiten und hohe Ansprüche entstanden in Zeiten, in denen die Notwendigkeit des Energiesparens und des Klimaschutzes nicht erkannt wurde. So wird beispielsweise der Anspruch, jederzeit beliebig weite Strecken mit einem beliebig großen und stark motorisierten Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit und zu niedrigen Kosten zurücklegen zu können, häufig als ein grundlegendes Recht empfunden, welches ggf. mit Elan verteidigt wird. Hier gäbe es große leicht realisierbare Einsparpotenziale, wenn die Einsicht in die Notwendigkeit erheblicher Verbesserungen wächst.

Häufig werden nicht einmal solche Energiesparmaßnahmen realisiert, welche sich in relativ kurzer Zeit amortisieren würden. Hierfür kann es viele verschiedene Gründe geben:

Literatur

[1]Extra-Artikel: Energiesparen im Haushalt
[2]Extra-Artikel: Energiesparen beim Heizen
[3]Extra-Artikel: Geht es mit weniger Energie-Sklaven?
[4]Extra-Artikel: Neue Energiequellen, Effizienztechnologien, oder Verzicht?
[5]Tipps zum Energiesparen vom deutschen Umweltbundesamt, http://www.umweltbundesamt.de/energie/sparen.htm
[6]EnergieSparCheck, http://www.energiesparcheck.de/: ein staatlich gefördertes Angebot zur energetischen Bewertung von Wohngebäuden und der Beratung der Eigentümer

(Zusätzliche Literatur vorschlagen)

Siehe auch: Energie, Exergie, Energieverbrauch, Energieeffizienz, energetische Sanierung von Gebäuden, Energieeinsparverordnung, Kraftstoff sparen, Suffizienz, Rebound-Effekt, Energiesteuer, Energiepolitik
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Energiepolitik, Grundbegriffe

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