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Energiesparlampe

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Akronym: ESL, CFL, CFLi

Definition: eine kompakte stromsparende Lampe zum Ersatz von Glühlampen im Interesse höherer Energieeffizienz

Englisch: energy-saving bulb

Kategorien: Haustechnik, Licht und Beleuchtung

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 27.05.2010; letzte Änderung: 18.10.2015

Energiesparlampen (oder Stromsparlampen) sind kompakte Leuchtmittel, die in vielen Fällen zum direkten Ersatz von Glühlampen geeignet sind. Sie sind meist mit einem Sockel der Art E27 oder E14 versehen, der in die sonst für Glühlampen verwendeten Lampensockel passt. Da die Abmessungen jedoch häufig ein wenig größer sind, passen Energiesparlampen nicht in alle Leuchten.

Die meisten Energiesparlampen sind heute Kompaktleuchtstofflampen wie in Abbildung 1 gezeigt, also Leuchtstofflampen mit einer besonders kompakten Bauweise, bei der ein elektronisches Vorschaltgerät im Sockel untergebracht ist. (Das Akronym CFLi bedeutet “compact fluorescent lamp with integrated ballast”.) Jedoch wird der Begriff manchmal auch für andere Lampentypen verwendet:

Energiesparlampen

Abbildung 1: Drei typische Energiesparlampen (Quelle: OSRAM) mit E27-Sockel. Bei der mittleren (mit Wendel) und rechten (mit Stab) ist die Röhre direkt sichtbar, während die linke ein zusätzliches Außengehäuse hat. Dieses schützt die Lampe zusätzlich gegen Bruch, führt aber oft zu einer längeren Aufwärmzeit bis zum Erreichen der vollen Leuchtkraft.

In der öffentlichen Diskussion werden den Energiesparlampen teils erhebliche ökologische oder gesundheitliche Nachteile zugeschrieben, die in den folgenden Abschnitten dieses Artikels ausführlich diskutiert werden. Eine genaue Analyse zeigt, dass die ökologischen Vorteile insgesamt klar überwiegen und dass gesundheitliche Befürchtungen aus wissenschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar sind. Aus diesen Gründen unterstützen auch die meisten Umweltverbände (in Deutschland beispielsweise der BUND [9]) den Einsatz von Energiesparlampen.

Energieeffizienz und ökologische Eigenschaften von Kompaktleuchtstofflampen

Ist die Energieaufwand für die Herstellung von Energiesparlampen ein großes Problem?

Die Lichtausbeute von Kompaktleuchtstofflampen ist fast so hoch wie die von größeren Leuchtstofflampen – ca. 40 bis 60 lm/W, zu vergleichen mit gut 10 lm/W für Glühlampen und 15–20 lm/W für Halogenlampen. Somit ist der Strombedarf für die gleiche Helligkeit ca. fünfmal niedriger als mit Glühlampen oder dreimal niedriger als mit Halogenlampen. Entsprechend geringer fallen die Betriebskosten sowie die Umweltbelastungen bei der Stromerzeugung aus. Insbesondere vermindern sich drastisch die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen. Der Energiebedarf für die Herstellung (graue Energie) ist zwar erheblich größer als bei einer Glühlampe, aber er fällt bei der Gesamtbetrachtung relativ wenig ins Gewicht, da der Energieverbrauch im Betrieb weitaus größer ist.

Die hohe Energieeffizienz von Kompaktleuchtstofflampen schlägt sich nieder in der Einstufung in hohe Energieeffizienzklassen von meist A oder B, während Glühlampen meist die Klassen D bis G bevölkern, im Falle von Halogenlampen oft auch die Klasse C (selten sogar B). Nicht zuletzt wegen des “Glühlampenverbots” (eigentlich des Verbots von nicht genügend energieeffizienten Lampen, siehe den Artikel über Glühlampen) in der EU werden zunehmend Energiesparlampen eingesetzt.

Auch wenn eine Energiesparlampe wesentlich mehr kostet als eine Glühlampe: Die Hauptkosten entstehen im Betrieb, und hier lässt sich viel sparen.

Wenn eine Energiesparlampe mit 11 W eine Lebensdauer von 5000 Betriebsstunden erreicht, verbraucht sie in dieser Zeit 0,011 kW · 5000 h = 55 kWh elektrischer Energie, was bei einem Tarif von 0,25 €/kWh Stromkosten von 13,75 € verursacht. Etwa die gleiche Helligkeit würde erzielt mit einer 60-W-Glühlampe. Für 5000 Betriebsstunden würden ca. 5 Glühlampen sowie 300 kWh für 75 € benötigt. Somit wird klar, dass die Energiesparlampe trotz des höheren Anschaffungspreises (verglichen mit fünf Glühlampen) auch Geld spart – selbst wenn die Lebensdauer erheblich geringer als erhofft ausfallen sollte (siehe unten). Ebenfalls werden Kohlendioxid-Emissionen eingespart – im obigen Beispiel wären es ca. 200 kg CO2 in 5000 Stunden bei Betrieb mit Kohlestrom, oder ca. 140 kg CO2 für den EU-Strommix von 2011. Da die Gesamtkosten bei Verwendung von Energiesparlampen reduziert werden, ergeben sich negative CO2-Vermeidungskosten. Dass die CO2-Reduktion mit diesen Lampen also wirtschaftlich besonders attraktiv ist, ist ein wichtiger Grund für das europaweite Glühlampenverbot.

Ökologische Probleme ergeben sich dadurch, dass Leuchtstoffröhren giftiges Quecksilber enthalten, welches in die Umwelt gelangen kann, wenn die Lampe zu Bruch geht oder am Ende ihrer Lebensdauer nicht ordnungsgemäß entsorgt wird. (Der Artikel über Leuchtstofflampen erklärt, warum ausgerechnet Quecksilber verwendet wird.) Allerdings ist zu beachten, dass die Quecksilbermenge recht klein ist (in der Regel deutlich unter 5 mg) und dass selbst ohne Lampenrecycling eine geringere Quecksilberbelastung der Umwelt entsteht als bei Verwendung von Glühlampen. Dies liegt daran, dass selbst moderne Kohlekraftwerke erhebliche Mengen von Quecksilber emittieren und der höhere Stromverbrauch von Glühlampen diese Emissionen entsprechend erhöht (“Quecksilber-Paradoxon”). Anders lautende Berichte über die angebliche enorme gesundheitliche Gefährlichkeit von Energiesparlampen (z. B. wenn eine zerbrochen wird) entpuppen sich als sachlich unfundierte Panikmache [1, 2]. Wenn sie zuträfen, müsste z. B. der Verzehr von Fischen extrem gefährlich sein, da weder beim Aufessen einer Energiesparlampe noch beim Einatmen von Dämpfen nach Zerbrechen einer Lampe vom Körper so viel Quecksilber aufgenommen wird wie beim Essen einer Portion Thunfisch [1]. Auch das Problem der Belastung des Hausmülls durch unsachgemäße Entsorgung wird oft vollkommen unverhältnismäßig dramatisiert [1].

Man beachte auch, dass herkömmliche Leuchtstofflampen und insbesondere Halogen-Metalldampflampen erheblich mehr Quecksilber enthalten als Energiesparlampen – wobei die Mengen selbst dort (mit Ausnahme extrem leistungsstarker Metalldampflampen z. B. für Stadionbeleuchtungen) weitaus niedriger sind als bei den (inzwischen verbotenen) Quecksilberthermometern.

Zukünftig könnte es möglich sein, annähernd oder sogar komplett quecksilberfreie Energiesparlampen herzustellen – nicht nur in Form von LED-Lampen, sondern auch als modifizierte Gasentladungslampen. Elektrodenlose Designs, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, erlauben den Betrieb mit einem stark reduzierten Volumen, also einer nochmals stark reduzierten Menge von Quecksilber, oder sogar mit ungiftigen emittierenden Medien.

Lampen mit Amalgam statt flüssigem Quecksilber

Manche Hersteller verwenden für Energiesparlampen ein Amalgam (eine Legierung von Quecksilber mit einem anderen Metall) anstelle flüssigen Quecksilbers. (Dies gilt vor allem, aber nicht nur für Lampen mit zusätzlichen Glas- oder Kunststoffgehäusen, weil dort die verminderte Wärmeabfuhr zu höheren Betriebstemperaturen führt und der Quecksilberdampfdruck bei Verwendung flüssigen Quecksilbers zu hoch für eine optimale Energieeffizienz würde.) Die Verwendung von Amalgam hat etliche Vorteile:

Ein Nachteil ist jedoch, dass die Aufwärmphase (siehe unten) meistens länger wird. Es soll allerdings elektrodenlose Lampen mit Amalgam geben, die besonders schnell starten.

Die bereits erwähnten Lampen mit zusätzlichem Gehäuse (oft in Birnenform) weisen auch eine deutlich höhere Bruchfestigkeit auf, vor allem wenn sie mit einer Silikonbeschichtung versehen sind. Es wurde gezeigt, dass sie z. B. den Fall von einem Tisch mit nachfolgendem Aufschlag auf einem harten Boden ohne Austritt von Quecksilber überstehen können. Solche bruchsicheren Lampen sind überall dort empfehlenswert, wo eine Beschädigung wahrscheinlicher ist – beispielsweise bei Stehlampen, die umkippen könnten, wenn jemand dagegen stößt.

Andere Aspekte von Energiesparlampen

Größe

Energiesparlampen sind meist deutlich größer als Glühlampen – insbesondere gilt dies für die leistungsfähigeren Modelle. Dadurch passen sie nicht in manche Leuchten, oder sie ragen so weit aus einem Lampengehäuse, dass ein unschöner Eindruck entsteht.

Aufwärmphase

Obwohl der Einschaltvorgang durch die elektronischen Vorschaltgeräte meist sehr schnell verläuft, erreichen manche Energiesparlampen ihre volle Helligkeit erst nach einer Aufwärmphase von ein bis zwei Minuten und sind davor erheblich weniger hell. Bei anderen Typen ist dieser Effekt viel schwächer.

Flimmern

Lampen schlechter Qualität oder am Ende ihrer Lebensdauer können u. U. ein merkliches Flimmern (schnelles Oszillieren der Helligkeit) aufweisen, was lästig sein kann. Normalerweise wird dies jedoch von den elektronischen Vorschaltgeräten zuverlässig verhindert. Periodische Helligkeitsschwankungen (mit 100 Hz und auch höheren Frequenzanteilen) sind in der Regel messbar, aber nicht wahrnehmbar.

Dimmbarkeit

Die meisten Energiesparlampen sind nicht dimmbar, d. h. sie funktionieren nicht in Verbindung mit Dimmern (basierend auf einer Phasenanschnittsteuerung), wie sie sonst für Glühlampen verwendet werden. Es gibt allerdings diverse dimmbare Modelle.

Geräusche

Die meisten Energiesparlampen arbeiten lautlos. Leider gibt es aber einige, die z. T. störende Summtöne von sich geben, vor allem beim Betrieb mit Dimmern. Ähnliche Probleme gibt es allerdings auch bei anderen Leuchtmitteln, beispielsweise mit Leuchtdioden oder Halogenlampen.

Lichtspektrum und Farbwahrnehmung

Das Spektrum des Weißlichts von Energiesparlampen ist deutlich strukturiert und unterscheidet sich somit von den Spektren des Sonnenlichts und von Glühlampen. Deswegen kann die Wahrnehmung der Farben von damit beleuchteten Objekten etwas verfälscht sein. Wenn eine genaue Beurteilung von Farben notwendig ist, sind Energiesparlampen also kaum geeignet. Für den Normalgebrauch in Wohnräumen oder Büros dürften solche Effekte jedoch kaum je relevant sein.

Durchaus relevant ist dagegen die Farbtemperatur, und diese hängt stark vom Lampenmodell ab. Es ist für das Wohlbefinden wichtig, die für die jeweilige Anwendung geeignete Lampe auszuwählen:

Energiesparlampen sind mit unterschiedlichen Lichttönen erhältlich. Man kann und soll den für die jeweilige Anwendung richtigen Typen wählen.

  • Kalttonlampen (auch “neutralweiß”) haben eine hohe Farbtemperatur von z. B. 5000 bis 6000 K. Insofern ist ihr Licht dem Sonnenlicht ähnlicher als dem von Glühlampen. Der hohe Anteil von blauem Licht bewirkt, dass im menschlichen Körper die Bildung von Melatonin unterdrückt wird, welches sonst schläfrig machen würde. Diese Melatoninunterdrückung ist in Büros erwünscht, weil man dann weniger mit Müdigkeit kämpft. Sie ist jedoch unerwünscht in Wohnräumen am Abend, weil danach das Einschlafen erschwert werden kann.
  • Warmtonlampen haben eine niedrige Farbtemperatur, ähnlich der von Glühlampen. Hier ist der Blauanteil relativ gering. Die Melatoninunterdrückung ist meist sogar geringer als bei Glühlampen. Solche Lampen sind also kaum geeignet für Büros, gut jedoch für die Beleuchtung von Wohnräumen am Abend.

Der Artikel über Beleuchtung erläutert detaillierter den Aspekt der Lichtspektren und ihre gesundheitliche Relevanz.

Lebensdauer

Energiesparlampen sollten eine Lebensdauer von ca. 5000 bis 10 000 Stunden erreichen, zu vergleichen mit ca. 1000 Stunden für Glühlampen. Leider erreichen etliche Produkte solche Werte in der Praxis nicht [5]. Mögliche Gründe hierfür sind eine mangelnde Qualität des Vorschaltgeräts (vor allem bei häufigem Ein- und Ausschalten) sowie der Betrieb bei zu hoher Umgebungstemperatur (wenn das Lampengehäuse sehr wenig Wärmeabfuhr ermöglicht). Viele Lampen funktionierten nach Tests der Stiftung Warentest [5] aber auch noch nach 90 000 Schaltvorgängen einwandfrei.

Es gibt Berichte über häufig viel zu geringe Lebensdauern, aber aktuelle Tests zeigen kein größeres Problem.

Die Stiftung Warentest hat eine “Nutzlebensdauer” seit 2011 definiert als die Zeit, für die die Lampe mindestens 80 % des deklarierten Lichtstroms abgibt. Da etliche Lampen einen deutlichen Abfall der Helligkeit im Laufe der Zeit zeigen, sind die so ermittelten Nutzlebensdauern oft deutlich kürzer ausgefallen als die Brenndauer bis zum Totalausfall. Jedoch erreichen viele Qualitätsprodukte auch nach diesem strengeren Kriterium über 6000 Stunden.

Es verbleiben betreffend die Lebensdauer also Probleme mit einigen Produkten mangelnder Qualität, insbesondere wenn häufig geschaltet wird. Jedoch sind pauschale Aussagen über eine zu geringe Lebensdauer von Energiesparlampen nicht gerechtfertigt.

Entsorgung

Da die Lampen etwas Quecksilber enthalten, sind die Konsumenten gesetzlich verpflichtet, sie am Ende ihrer Lebensdauer nicht in den Hausmüll zu geben, sondern durch Rückgabe bei bestimmten Sammelstellen oder bei den Lampenverkäufern fachgerecht entsorgen zu lassen.

Wegen des Quecksilbers sollten Energiesparlampen am Ende ordnungsgemäß entsorgt werden – obwohl die Mengen nicht dramatisch sind.

Leider scheinen viele Konsumenten diese Pflicht zu vernachlässigen. Wenn die Lampen in eine Müllverbrennungsanlage oder auf eine Hausmülldeponie geraten, kann ein Teil des Quecksilbers in die Umwelt gelangen. Allerdings sind die Mengen so gering, dass die zusätzliche Belastung des Haus- und Gewerbemülls im Vergleich zu der aus anderen Quellen geringfügig ist. Unter dem Aspekt der Vorsorge sollten aber alle unnötigen Quecksilberbelastungen der Umwelt vermieden werden, auch wenn sie nicht zu unmittelbaren Schäden führen.

Schutz gegen Beschädigung

Wegen des enthaltenen Quecksilbers und des höheren Anschaffungspreises sollte bei Energiesparlampen besonders darauf geachtet werden, dass sie nicht beschädigt werden können. Ungünstig sind diesbezüglich Stehlampen, wenn diese umgeworfen werden könnten, oder Leuchten in Kinderzimmern, die z. B. bei einer Kissenschlacht gefährdet wären. Für solche Einsatzfälle sollte der Einsatz von LED-Lampen erwogen werden oder zumindest von bruchsichereren Energiesparlampen mit Silikon-Hüllkolben und Amalgam.

Temperaturabhängigkeit

Ähnlich wie auch bei großen Leuchtstofflampen ist die Lichtausbeute von Energiesparlampen abhängig von der Umgebungstemperatur, genauer gesagt von der Lufttemperatur in der Umgebung der Lampe. (Bei Lampen, die von zusätzlichen Lampengehäusen umschlossen werden, kann die Temperatur im Betrieb ansteigen.) Dies kann insbesondere beim Einsatz im Freien bei Frosttemperaturen eine nicht ausreichende Helligkeit zur Folge haben. Die Ursache ist ein zu niedriger Quecksilber-Dampfdruck in der Röhre.

Lampen mit Amalgam statt Flüssigquecksilber (siehe oben) weisen in der Regel eine deutlich geringere Temperaturabhängigkeit auf. Einige arbeiten auch noch bei Frosttemperaturen zufriedenstellend.

Lageabhängige Lichtausbeute

Bei manchen Energiesparlampen ist die Lichtausbeute auch deutlich von der Ausrichtung der Lampe abhängig. Genauer gesagt wird die Umgebungstemperatur für die optimale Lichtausbeute etwas nach oben oder unten verschoben, wenn die Lampe im Betrieb z. B. nicht nach oben zeigt, sondern zur Seite oder nach unten. Dieses Phänomen tritt vor allem bei älteren Lampen mit “kaltem Finger” (einer Ausstülpung der Röhre) und Flüssigquecksilber auf, nicht jedoch bei Lampen mit Amalgam.

Elektrosmog

Befürchtungen über Elektrosmog-Gefahren sind sehr spekulativ, die schädlichen Wirkungen durch hohen Stromverbrauch von Glühlampen dagegen real.

Die integrierten elektronischen Vorschaltgeräte lösen manche Sorgen über Elektrosmog aus. In der direkten Nähe einer Energiesparlampe sind elektrische und magnetische Wechselfelder in der Tat leicht messbar und erreichen Werte ähnlich zu denen von vielen anderen Haushaltsgeräten. Allerdings nehmen diese Feldstärken mit zunehmender Entfernung rasch ab. Zudem sind Behauptungen über mögliche gesundheitliche Wirkungen unbelegt und müssen gegen die handfesten ökologischen Vorteile von energieeffizienten Lampen abgewogen werden.

Übrigens sind auch bei herkömmlichen Glühlampen entlang der Stromleitungen Wechsel-Magnetfelder messbar, und dies wegen der höheren elektrischen Stromstärke in größerem Ausmaß. Allerdings gibt es auch hier für eine gesundheitliche Schädlichkeit keinerlei belastbare Belege. Halogenlampen werden zunehmend mit einem Schaltnetzteil betrieben, wodurch hochfrequente Stromanteile ähnlich wie bei Energiesparlampen vorkommen.

Wenn TCO-Grenzwerte für Bildschirme durch Lampen überschritten werden, hat das mit einem Beweis für eine gesundheitliche Gefährlichkeit nichts zu tun. Es ist nicht einmal ein Indiz.

Zutreffend sind Berichte, nach denen Energiesparlampen anders als Glühlampen den schwedischen TCO-Elektrosmoggrenzwert für Computerbildschirme überschreiten können. Allerdings ist zu beachten, dass der strenge TCO-Grenzwert keineswegs aufgrund von Daten über Gesundheitswirkungen festgelegt wurde, sondern sich als reiner Vorsorgewert an dem orientierte, was technisch für Bildschirme (die leicht abgeschirmt werden können und in nächster Nähe zum Benutzer betrieben werden) gut realisierbar ist. Deswegen sind selbst deutliche Überschreitungen dieses Grenzwerts keineswegs ein Indiz für gesundheitliche Schädlichkeit.

Ausgasende gesundheitsschädliche Substanzen

Unseriöse Berichte schüren Angst vor giftigen Ausgasungen. Wissenschaftlich ist dies nicht nachvollziehbar.

Ein vom NDR beauftragtes Institut hat in 2011 festgestellt, dass zumindest manche Energiesparlampen im Betrieb flüchtige organische Verbindungen wie Phenol und Styrol ausgasen [7]. Nennenswerte Konzentrationen ergaben sich jedoch nur in einer Testkammer mit einem sehr kleinen Volumen von 22,5 Litern. In einem Wohnraum verteilen sich diese Stoffe auf ein grob geschätzt 1000 mal höheres Volumen, so dass die entstehenden Schadstoffkonzentrationen vernachlässigbar sind gegenüber denen aus anderen Quellen. Obwohl die Messungen anscheinend korrekt waren, wurden die Resultate im Fernsehen völlig falsch interpretiert. Das Umweltbundesamt hat diese Dinge richtig gestellt und kam zum Schluss, dass ein Gesundheitsrisiko nicht besteht [8]. Die Stiftung Warentest hat dies ebenfalls bestätigt.

Es wurde allerdings berichtet, dass einzelne Fabrikate störend stinken. Dies ist schon wegen der entstehenden Geruchsbelästigung inakzeptabel, weswegen solche Lampen dem Handel zurückgegeben werden sollten.

Wärmeentwicklung

Die geringere Wärmeentwicklung von Leuchtstofflampen kann vorteilhaft sein. In klimatisierten Räumen wird dadurch der Energieaufwand für die Klimaanlage ebenfalls reduziert, und nicht klimatisierte Räume werden mit Energiesparlampen im Sommer weniger heiß.

Stromsparen kann den Heizenergiebedarf etwas erhöhen. Sinnvoll bleibt es trotzdem.

Im Winter ist die geringere Wärmeentwicklung in beheizten Räumen (im Vergleich zu Glühlampen) im Prinzip nachteilig. Jedoch ist ein geringfügiger Mehrbedarf an Heizwärme aus der Heizungsanlage weniger bedeutend als die Stromeinsparung, da die Elektroheizung auch mit Glühlampen energetisch ineffizient ist. Für die Kosten gilt dasselbe: Der Mehrverbrauch einer Kilowattstunde z. B. aus Erdgas mag einen Kleinverbraucher rund 6 Cent kosten; wenn er dies vermeidet durch Mehrverbrauch einer Kilowattstunde elektrischer Energie in Glühlampen, kostet ihn das rund 25 Cent. Hinzu kommt, dass der Heizeffekt von Glühlampen im Sommer unnötig oder gar schädlich ist. Insgesamt ist der “Wärmeersatzeffekt”, der oft als Argument für Glühlampen eingesetzt wird, in Wirklichkeit ziemlich vernachlässigbar.

Alternativen zu Energiesparlampen

Die Anforderungen an eine Beleuchtung sind sehr unterschiedlich, und Energiesparlampen sind deswegen nicht immer die beste Lösung:

Manchmal sind Energiesparlampen nicht die beste Lösung.

Allmählich dürften die Energiesparlampen in Form von Kompakt-Leuchtstofflampen durch Leuchtdioden (LEDs) abgelöst werden, da diese ähnlich effizient, noch kompakter und vielseitiger einsetzbar sind und zudem kein Quecksilber enthalten. Vorläufig sind sie für breiten Einsatz jedoch noch zu teuer und zudem für hohe Lichtleistungen kaum erhältlich. Sie ersetzen deswegen zunächst die schwächeren Glühlampen und Energiesparlampen.

Literatur

[1]Extra-Artikel: Energiesparlampen: tödliche Gefahr durch Quecksilber?
[2]Extra-Artikel: Sind Energiesparlampen und Leuchtstofflampen gesundheitsschädlich?
[3]Extra-Artikel: Bulb Fiction: ein Propagandafilm gegen die Energiesparlampe
[4]Empa berechnet Umweltverträglichkeit verschiedener Leuchtmittel, http://www.empa.ch/plugin/template/empa/3/100384/---/l=1. Klare Siegerin ist die Energiesparlampe.
[5]Stiftung Warentest, Test von Energiesparlampen, http://www.test.de/Sparlampen-Testsieg-fuer-LEDs-4269907-4269941/ (Kompaktleuchtstofflampen und LED-Lampen) (2011)
[6]Umweltbundesamt über Beleuchtung, http://www.umweltbundesamt.de/energie/licht/hgf.htm
[7]NDR-Film über das Ausgasen von Schadstoffen aus Energiesparlampen, http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/markt/wohnen_energie/energiesparlampen119.html (2011)
[8]Stellungnahme des Umweltbundesamtes zu angeblichen Phenol- und Aromatendämpfen aus Energiesparlampen (2011), http://www.uni-saarland.de/fileadmin/user_upload/Campus/Service/AAU/gefahrstoffe/stellungnahme_uba_phenoldaempfe_energiesparlampen.pdf
[9]Position des BUND zu Enregiesparlampen, http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/energie/20090826_energie_energiesparlampen_hintergrund.pdf

(Zusätzliche Literatur vorschlagen)

Siehe auch: Beleuchtung, Leuchtstofflampe, Leuchtdiode, Halogenlampe, Energieeffizienz
sowie andere Artikel in den Kategorien Haustechnik, Licht und Beleuchtung

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