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Energiesparmodus

Definition: ein Betriebszustand mit reduziertem Energieverbrauch, meist ohne eigentliche Funktion des Geräts

Englisch: energy-saving mode

Kategorien: Energieeffizienz, Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 24.01.2013; letzte Änderung: 21.10.2018

Viele elektrische Geräte verfügen über einen Energiesparmodus (auch Schlafmodus oder Bereitschaftszustand), oder sogar über mehrere verschiedene Energiesparmodi, um in Zeiten ohne Nutzung oder mit eingeschränkter Nutzung den Verbrauch elektrischer Energie zu reduzieren. Besonders wichtig ist dies bei mobilen Geräten wie Mobiltelefonen (Handies) oder Messgeräten, die mit einem Akkumulator begrenzter Kapazität oder mit nicht aufladbaren Batterien betrieben werden.

Katze im Energiesparmodus
Abbildung 1: Katzen fallen bei längerer Nichtbenutzung häufig in einen Energiesparmodus, in dem sie eine eingeschränkte Bereitschaft aufrechterhalten.

Gegenüber dem ganz ausgeschalteten Zustand hat ein Energiesparmodus oft den Vorteil, dass das Gerät schneller wieder aktiviert werden kann und/oder dass es noch gewisse Bereitschaftsfunktionen hat. Beispielsweise kann ein Mobiltelefon dann noch auf eingehende Anrufe reagieren, indem es “aufwacht”.

Aktivierung eines Energiesparmodus

Ein Energiesparmodus kann oft manuell aktiviert werden, z. B. durch kurzes Drücken einer Taste, die bei längerem Drücken das Gerät ganz ausschalten würde. Bei vielen Geräten wird ein Energiesparmodus aber auch automatisch aktiviert, wenn für eine gewisse Zeit keine Benutzung registriert wird. Durch kurzes Drücken des Ein-/Ausschalters gelangt man wieder in den normalen Betriebszustand.

Standby-Verbrauch im Energiesparmodus

Auch wenn der Stromverbrauch in einem Energiesparmodus meist erheblich geringer ist als im Normalbetrieb, ist er doch nicht Null: Es besteht ein gewisser Standby-Verbrauch. Bei batteriebetriebenen Geräten sollte dieser verschwindend gering sein, damit die Batterien nicht auf Dauer entladen werden. Bei am Stromnetz betriebenen Geräten ist dies weniger kritisch, jedoch kann auch hier ein Standby-Verbrauch von z. B. einigen Watt im Laufe eines Jahres erhebliche Energiemengen verschwenden. Die Höhe des Standby-Verbrauchs hängt entscheidend von der Qualität der eingesetzten Technik ab. Neuere Vorschriften z. B. in der EU limitieren den Standby-Verbrauch vieler Geräte.

Leider unterstützen etliche Geräte gar kein vollständiges Abschalten. Was wie ein Ein-/Ausschalter aussieht, versetzt solche Geräte nur in einen Energiesparmodus – oft ohne dass für den Benutzer erkennbar wäre, dass weiterhin etwas Strom benötigt wird. Wenn keine essenzielle Bereitschaftsfunktion ausgeübt wird, können solche Geräte z. B. über einen zusätzlichen Schalter (auch über eine schaltbare Steckerleiste) ganz abgeschaltet werden. Die Bezeichnung Energiesparmodus bei solchen Geräten ist paradox, da gegenüber einem echten Abschalten eben nicht Energie gespart, sondern mehr Energie verbraucht wird.

Der Artikel über Standby-Verbrauch gibt Hinweise zur Vermeidung unnötigen Standby-Verbrauchs.

Energiesparmodi bei Computern

Computer haben oft mehrere Energiesparmodi, die über einen Industriestandard namens Advanced Configuration and Power Interface (ACPI) definiert sind:

Wenn die Stromzufuhr in den Zuständen S1 bis S3 unterbrochen wird, kann ein Datenverlust resultieren. Dies ist bei S4 und S5 nicht der Fall.

Die “höheren” Zustände führen oft, aber nicht immer zu einer stärkeren Reduktion des Stromverbrauchs.

Eine eingebaute Festplatte kann selbst im Normalbetrieb (Modus S0) automatisch abgeschaltet werden, wenn sie längere Zeit nicht benötigt wird.

Siehe auch: Standby-Verbrauch
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Grundbegriffe

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