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Fensterlüftung

Definition: das Lüften von Räumen durch Öffnen von Fenstern

Englisch: window ventilation

Kategorie: Haustechnik

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 30.07.2014; letzte Änderung: 21.10.2018

Das Öffnen von Fenstern stellt in vielen Gebäuden die einzige Möglichkeit zur Belüftung des Gebäudes dar. Hierbei treten an kalten Tagen unvermeidbar Wärmeverluste auf: Erwärmte Luft gelangt nach außen, und die eintretende kalte Frischluft muss von der Heizungsanlage wieder erwärmt werden. Diese Verluste fallen vor allem dann stark ins Gewicht, wenn z. B. mit nur gekippten Fenstern über lange Zeit gelüftet wird. Dies führt nicht nur u. U. zu einem unnötig hohen Luftaustausch, sondern ist auch deswegen ungünstig, weil viel Frischluft, die gerade eben erwärmt wurde, den Raum gleich wieder verlässt. Viel günstiger ist es, Stoßlüftung zu praktizieren: Man öffnet mehrere Fenster für nur einige Minuten voll, so dass die Luft des Raumes weitgehend ausgetauscht wird. Optimal funktioniert dieses, wenn bei gegenüberliegenden Fenstern ein Zugeffekt entsteht; dies bezeichnet man als Querlüften.

Stoßlüften
Abbildung 1: Das Stoßlüften für kurze Zeit kühlt den Raum nur kurzfristig ab und ist viel effizienter als das Dauerlüften mit gekippten Fenstern.

Probleme der Fensterlüftung

Die Fensterlüftung ist zwar im Prinzip einfach und erfordert keinerlei zusätzliche Technik, funktioniert in der Praxis jedoch häufig schlecht:

  • Hohe Wärmeverluste treten auf, wenn auf ungünstige Weise (siehe oben) gelüftet wird.
  • Selbst bei optimalem Lüftungsverhalten tragen die Lüftungsverluste erheblich zum Energieverbrauch durch das Heizen bei.
  • Häufig wird nicht ausreichend gelüftet, wenn die Bewohner die Notwendigkeit dazu nicht rechtzeitig erkennen, durch andere Dinge abgelenkt sind oder auch einfach schlafen. Manchmal wird auch zu wenig gelüftet, weil man auch so schon friert. Dann kann für die Bewohner eine mangelhafte Luftqualität entstehen, und u. U. wird die Luftfeuchtigkeit zu stark ansteigen, was die Gefahr der Bildung von Schimmel und Bauschäden erhöht. Gerade stark besetzte Räume z. B. in Schulen müsste man mit Fenstern wesentlich öfter lüften, als es praktikabel ist.
  • Geöffnete Fenster führen dazu, dass Lärm von außen eindringen kann, ebenfalls Insekten und andere Kleintiere. Im Erdgeschoss kann auch die Gefahr von Einbrüchen erhöht sein.

Die Artikel über die Belüftung von Gebäuden und über Schimmel in Wohnräumen enthalten weitere Details.

Alternative: Lüften mit einer Lüftungsanlage

Um die genannten Probleme zu vermeiden, kann die kontrollierte Lüftung mithilfe einer Lüftungsanlage eingesetzt werden. Auf diese Weise kann der notwendige Luftaustausch auch ohne gezieltes Mitwirken der Bewohner zu allen Zeiten gewährleistet werden. Unter Umständen kann die Luftwechselrate auch automatisch dem Bedarf angepasst werden, beispielsweise durch Überwachung der CO2-Konzentration in der Abluft. Wärmeverluste können durch die Wärmerückgewinnung in einem Wärmeübertrager minimiert werden. Die vermiedenen Wärmeverluste rechtfertigen auch einen gewissen Verbrauch an elektrischer Energie für den Betrieb der Anlage.

Gerade für stark besetzte Räume z. B. in Schulen oder großen Büros gibt es kaum eine praktikabel Alternative zu einer Lüftungsanlage, wenn eine vertretbare Luftqualität beständig aufrechterhalten werden soll, da die Probleme der Fensterlüftung kaum zu lösen sind.

Siehe auch: Fenster, Belüftung von Gebäuden
sowie andere Artikel in der Kategorie Haustechnik

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