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Festbrennstoff

Definition: ein Brennstoff in Form festen Materials

Englisch: solid fuel

Kategorien: Energieträger, Grundbegriffe, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 20.10.2014; letzte Änderung: 03.11.2018

Festbrennstoffe sind Brennstoffe, die in fester Form vorliegen. Typische Beispiele hierfür sind Kohle (als Stückkohle, Brickets, Kohlenstaub, etc.), Brennholz (z. B. in Form von Scheiten, Holzhackschnitzeln oder Holzpellets), Holzkohle sowie manche andere Formen von Biomasse. Auch Hausmüll kann als ein Festbrennstoff für Müllverbrennungsanlagen angesehen werden.

Gegenüber flüssigen Brennstoffen wie beispielsweise Heizöl oder gasförmigen Brennstoffen wie Erdgas weisen Festbrennstoffe meistens deutlich andere Eigenschaften auf:

Eine saubere Verbrennung von Festbrennstoffen ist vor allem wegen der oben erklärten Inhomogenität vergleichsweise schwierig zu erreichen und erfordert außer aufwendigeren Anlagen häufig einen deutlich größeren Luftüberschuss, d. h. ein großes Verbrennungsluftverhältnis, was häufig den Wirkungsgrad einer Verbrennungsanlage vermindert. Der Wartungsaufwand ist häufig erheblich, teilweise wegen des hohen Anfalls von Asche und/oder Ruß. Auch die Leistungsdichte der Verbrennung ist bei Festbrennstoffen meist deutlich geringer, was entsprechend größere Feuerungsanlagen erforderlich macht. Die Abgasqualität ist ebenfalls häufig erheblich schlechter als bei Verwendung flüssiger oder gasförmiger Brennstoffe. Für viele Maschinen wie z. B. Gasturbinen oder die meisten Verbrennungsmotoren sind Festbrennstoffe gar nicht geeignet.

Viele Nachteile von Festbrennstoffen fallen bei sehr großen Feuerungsanlagen weniger ins Gewicht als bei Kleinanlagen. Deswegen wird beispielsweise Kohle hauptsächlich in großen Anlagen genutzt. Auch der Brennstoff Holz lässt sich wesentlich kostengünstiger und auch effizienter in Großanlagen nutzen.

Typische Nachteile von Festbrennstoffen können manchmal vermieden werden, indem statt einer Verbrennung zunächst eine Vergasung durchgeführt wird. Beispielsweise kann die Kohlevergasung gut transportierbares und vielseitig verwendbares Kohlegas (Stadtgas) erzeugen oder in Zukunft evtl. auch zur Realisierung energieeffizienterer Kohlekraftwerke beitragen.

Siehe auch: Brennstoff, Kohle, Kohlevergasung, Holz, Holzhackschnitzel, Holzpellets, Biomasse
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieträger, Grundbegriffe, Wärme und Kälte

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