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Fracking

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Definition: das Aufbrechen von Gesteinen durch Einpressen von Wasser mit hohem Druck

Englisch: hydraulic fracturing

Kategorie: Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 04.10.2014; letzte Änderung: 11.09.2016

Viele Gesteine weisen eine sehr geringe Wasserdurchlässigkeit auf, da sie unter dem Einfluss vor allem hoher Drucke sehr kompakt geworden sind. Dies ist für die Anwendung mancher technischer Verfahren ungünstig:

In solchen Fällen kann es interessant sein, die Technik des Fracking (Kurzform für hydraulic fracturing = hydraulisches Aufbrechen) anzuwenden. Das Grundprinzip der Methode wird im Folgenden beschrieben:

Wie funktioniert Fracking?

Ein Problem ist häufig, dass sich die erzeugten Risse durch den hohen Druck in großer Tiefe schnell wieder schließen. Um diesen Effekt zu vermindern, wird das Wasser oft mit einem Stützmittel (Proppant) wie z. B. Quarzsand oder Keramikkügelchen versehen. Die Sandkörner sollen sich in den Rissen festsetzen oder damit verhindern, dass sich die Risse durch den hohen Druck der Umgebung wieder vollständig verschließen.

Diverse andere Probleme können mit weiteren Zusätzen zum Wasser bekämpft werden:

Fracking-Flüssigkeiten können eine Vielzahl gefährliche Substanzen enthalten – teils chemische Zusätze, teils aus dem Erdreich gelöste Stoffe.

Auch wenn Wasser praktisch immer der Hauptbestandteil der Fracking-Flüssigkeit bleibt, kann diese auch eine Vielzahl von teils recht problematischen (beispielsweise das Grundwasser gefährdenden) Substanzen enthalten. Diese verbleiben zum Teil im Untergrund, zum Teil werden sie aber auch wieder durch das Bohrloch entlassen bzw. abgepumpt und müssen danach sicher entsorgt werden. Häufig wird das Rückflusswasser (“Flow-back”) zunächst in Abwasserteichen gelagert, bis er mit Lastwagen zur Entsorgungsstätte transportiert wird. Teilweise erfolgt die Entsorgung durch das Einpressen in andere Bohrlöcher zwecks Endlagerung in großer Tiefe. Im Falle von Defekten der Leitungen oder ihrer Abdichtungen kann die Fracking-Flüssigkeit auch in geringeren Tiefen in dortige Gesteine oder in Grundwasser gelangen.

Es ist zu beachten, dass die Fracking-Flüssigkeit nach Gebrauch auch Substanzen enthält, die aus dem Gestein gelöst worden sind. Hierzu können beispielsweise giftige Schwermetalle und auch radioaktive Substanzen gehören.

Abwasserteiche gefährden nicht nur das Grundwasser, sondern können auch die Luft erheblich belasten!

Die giftige Flüssigkeit in Abwasserteichen bedeutet nicht nur eine Gefahr für das Grundwasser (im Falle von Undichtigkeiten der Abdichtung), sondern verursacht teilweise auch erhebliche Belastungen der Luft. Beispielsweise wurden bei manchen Anlagen in den USA Messung gemacht, bei denen sehr hohe Konzentrationen des krebserregenden Benzol (= Benzen) festgestellt wurden.

Je nach der konkreten Anwendung können Fracking-Vorgänge in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlich sein, was auch die Größe der damit verbundenen Umweltgefahren stark beeinflusst:

Die Umweltgefahren des Fracking sind stark vom jeweiligen Fall abhängig.

Aus diesen Gründen können die Umweltgefahren des Fracking unmöglich pauschal beurteilt werden. Immerhin sind gewisse Gefahren für bestimmte Fracking-Anwendungen typisch, während sie bei anderen nicht auftreten. Beispielsweise wird Fracking in großen Tiefen bei konventionellen Erdgaslagerstätten zwecks Erhöhung der Förderrate und Ausbeute schon seit Jahrzehnten auch in Deutschland angewandt, was bisher anscheinend keine nennenswerten Umweltprobleme verursacht hat. Die Nutzung von Schiefergasvorkommen in geringeren Tiefen ist dagegen aus mehreren Gründen wesentlich problematischer – allein schon wegen der viel größeren Zahl der benötigten Bohrungen.

Literatur

[1]“Schiefergas als alternativer Energierohstoff – nur eine goldrauschähnliche Euphorie?”, http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/schiefergas-als-alternativer-energierohstoff-nur-eine-goldrauschaehnliche-euphorie/, eine Publikation des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE)
[2]Sachverständigenrat für Umweltfragen, “Fracking: Für die Energiewende entbehrlich”, http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/04_Stellungnahmen/2012_2016/2013_05_AS_18_Fracking.html
[3]SHIP – Shale Gas Information Platform des Helmholtz-Zentrums Postdam, http://www.shale-gas-information-platform.org/
[4]W. Zittel, “Unkonventionelles Erdgas – ein Game Changer mit Fragezeichen”, https://docs.google.com/uc?export=download&id=0B9AZj5ZYb55NWjN5eW0wRTV1OHM
[5]Oil & Gas Accountability Project von EarthWorks, http://www.earthworksaction.org/reform_governments/oil_gas_accountability_project

(Zusätzliche Literatur vorschlagen)

Siehe auch: Erdgas, Schiefergas, Tight Gas, tiefe Geothermie
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Thesen zum Klimaschutz

1. Die Klimagefahren sind real.

Die absolut überwiegende Mehrheit der Klimaforscher bestätigt das.

Manche Leute aus anderen Fachgebieten meinen es besser zu wissen als all diese Forscher. Das ist lächerlich.

Es gibt immer Minderheitsmeinungen, auch unter Forschern, und manchmal stimmen diese sogar. Aber darauf zu bauen, dass die große Mehrheit total daneben liegt, wäre eine große Dummheit.

2. Plötzliche Klima­änderungen sind höchst gefährlich.

Die Natur hat sich über lange Zeit an das derzeitige Klima angepasst. Starke Änderungen innerhalb nur einiger Jahrzehnte hätten dramatische Folgen.

Auch die Menschheit kann sich nicht an beliebig veränderte Umweltbedingungen anpassen.

Dass es vor tausenden von Jahren erhebliche Klimaschwankungen gab, heißt keineswegs, dass wir damit zurechtkommen werden!

3. Klimaschutz kostet viel Geld – kein Klima­schutz noch viel mehr!

Die Vorstellung, man solle lieber Geld sparen, um damit dann eine Klimakatastrophe zu überstehen, ist geradezu absurd. Die Folgen starker Klimaveränderungen sind unabsehbar und dann nicht mehr korrigierbar.

Wer unseren Wohlstand bewahren will, wünscht sich zu allerletzt einen schnellen Klimawandel!

4. Zeigefinger auf China sind unangebracht.

  • Dürfen Chinesen pro Kopf weniger CO2 emittieren, nur weil es viele Chinesen gibt?
  • Können wir massenhaft Güter aus China importieren und die Verantwortung für die dabei entstehenden Emissionen von uns weisen?
  • Wer selbst weit überdurchschnittliche Pro-Kopf-Emissionen verursacht, zeigt besser nicht mit dem Finger auf andere.

Lesen Sie unseren Artikel zum Thema!

5. Viele Maßnahmen für den Klimaschutz sind ohnehin auch aus anderen Gründen nötig.

  • Eine massive Abhängigkeit z. B. von Erdöl und Erdgas ist gerade in Zeiten stark rückläufger Förderung in Europa wirtschaftlich und politisch hoch gefährlich.
  • Kohlekraftwerke schaden nicht nur dem Klima: Auch in Europa verursachen sie jährlich tausende vorzeitiger Todesfälle durch Luftverschmutzung.

Einfach weiterzuwursteln wie bisher ist keine Option!

6. Energiewende: ja, aber bitte richtig.

  • Eine echte Energiewende ist unverzichtbar, um unsere ökonomische und ökologische Zukunft zu retten.
  • Die deutsche Energiewende findet bisher fast nur im Strombereich statt, und selbst dort wird mittlerweise rabiat gebremst.
  • Die Wärmewende wäre besonders wichtig: Sehr viel Energie wird in Form von Wärme gebraucht oder verschwendet. Sorgen wir dafür, dass wir auch morgen noch in warmen Häusern leben können!

7. Substitution ist nötig, hat aber Grenzen.

  • Wir können viel Kohlestrom z. B. durch Wind- und Solarstrom ersetzen – beim Strom gibt es viele Möglichkeiten.
  • Im Wärmebereich ist es schwieriger: z. B. Holz als Ersatz für Erdgas gibt es nicht unbegrenzt.
  • Strom für Wärme (z. B. mit Elektrowärmepumpen) geht auch, aber sehr viel Öko­strom im Winter zu erzeugen ist schwierig!

Also: Allein mit Substitution schaffen wir es nicht! Der Verbrauch muss runter!

8. Kernenergie ist ein Nebenkriegsschauplatz.

  • Weltweit deckt die Kernenergie nur wenige Prozent des Energiebedarfs – in Zukunft noch weniger.
  • Ein entscheidender Beitrag der Kernenergie zum globalen Klimaschutz scheitert schon an den Kosten.
  • Auf die ferne Zukunftshoffnung Kernfusion zu setzen, ist Traumtänzerei: Wenn das überhaupt je geht, ist es wohl unbezahlbar.

Also: Von der Kernenergie wird es nicht abhängen, ob wir das Klimaproblem lösen.

9. Energieeffizienz ist enorm wichtig.

  • Nur wenn wir entscheidend weniger Energie brauchen, können wir den Bedarf sauber, sicher und bezahlbar decken.
  • Energieeffizienz hat enorme Potenziale – bei uns und weltweit.
  • Effizienz ist nachhaltig: Das funktioniert dauerhaft, ohne neue schwierige Probleme aufzuwerfen.

Also: Wir müssen unbedingt die Energieeffizienz kraftvoll vorantreiben!

10. Suffizienz ist eben­falls unverzichtbar.

  • Überbordende Ansprüche zu erfüllen, etwa auf jährliche Flugreisen, ist kaum auf nachhaltige Weise machbar.
  • Es ist nicht vertretbar, dass die einen Energie gedankenlos in Mengen konsumieren, während andere noch nicht genug zum Leben haben.

Beachten Sie: Je weniger erfolgreich wir bei Substitution und Effizienz sind, desto wichtiger wird die Rolle der Suffizienz.

11. Emissionshandel ist gut und richtig, aber kein Allheilmittel.

  • Emissionshandel kann helfen, Klimaschutz möglichst kostengünstig zu praktizieren.
  • Wir brauchen deswegen ein globales Emissionshandelssystem.
  • Allein darauf zu setzen, wäre aber grundfalsch. Die Meinung von gewissen Ökonomen, Emissionshandel mache das deutsche EEG überflüssig, basiert auf nachweisbaren Denkfehlern.

12. Nicht jede Maß­nahme ist sinnvoll.

Manche sagen, wir bräuchten alle Beiträge zum Klimaschutz, die zu kriegen sind. Aber:

  • Wir haben begrenzte Resourcen. Wenn mehr davon in wenig wirksame Maßnahmen fließt, erreichen wir weniger, nicht mehr.
  • Unrealistische Hoffnungen z. B. auf neue Wundertechnologien sind gefährlich.

Also: Gezielt realisieren, was funktioniert! Nicht auf Wunder warten, sondern heute handeln!

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