RP-Energie-Lexikon
fachlich fundiert, unabhängig von Lobby-Interessen
www.energie-lexikon.info

Gasmotor

Definition: ein Verbrennungsmotor, der mit einem gasförmigen Brennstoff betrieben wird

Englisch: gas engine

Kategorien: Fahrzeuge, Kraftmaschinen und Kraftwerke

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 19.08.2011; letzte Änderung: 16.04.2019

Ein Gasmotor ist ein Verbrennungsmotor, der mit einem gasförmigen Brennstoff betrieben wird. In der Regel handelt es sich um einen Hubkolbenmotor in Form eines Ottomotors, z. B. für den Betrieb mit Erdgas oder Flüssiggas. Für Schwachgase wie Biogas aus minderwertigen Substraten (ohne aufwendige Aufbereitung) wird jedoch häufig ein Zündstrahlmotor verwendet, bei dem geringe Mengen eines Zündöls eingespritzt werden. Gasmotoren lassen sich auch für den Einsatz von Wasserstoff konstruieren.

Gasmotoren arbeiten in etlichen Kraftfahrzeugen, die beispielsweise mit einem Tank für komprimiertes Erdgas ausgerüstet sind. Ebenfalls werden Gasmotoren in Blockheizkraftwerken verwendet – insbesondere in Leistungsbereichen, die für Gasturbinen zu niedrig sind.

Insbesondere stationäre, für den Betrieb mit Erdgas oder Biogas optimierte Gasmotoren (etwa für Kraft-Wärme-Kopplung und in Gas-Wärmepumpen verwendet) zeichnen sich durch einen recht hohen Wirkungsgrad (in der Größenordnung von 50 %) und niedrige CO2-Emissionen aus, etwa im Vergleich mit Ottomotoren oder Dieselmotoren mit flüssigen Kraftstoffen. Weniger effizient sind mit geringem Aufwand umgerüstete Ottomotoren, die eigentlich für den Betrieb mit Benzin optimiert wurden (und oft auch abwechselnd mit Gas und Benzin betrieben werden können, also bivalent). Eine wesentliche Begrenzung resultiert hier aus der Notwendigkeit, das Klopfen beim Betrieb mit Benzin zu verhindern, insbesondere mit einem begrenzten Verdichtungsverhältnis.

Höhere Wirkungsgrade sind möglich durch einen Mischbetrieb mit Erdgas und Dieselkraftstoff. Hier wird bei einem Dieselmotor Erdgas (oder Biogas) der Verbrennungsluft zugesetzt, um einen Teil der Energie des Dieselkraftstoffs (unter Umständen deutlich über 50 %) zu ersetzen. Hierbei bleibt der hohe Wirkungsgrad des Dieselmotors erhalten, während die Abgasqualität in Bezug auf Partikelemissionen, CO2 und Stickoxide besser wird als beim reinen Dieselmotor. Das Prinzip ist eigentlich das des Zündstrahlmotors, aber das Verdichtungsverhältnis ist nicht so hoch, und der Methananteil muss stärker begrenzt werden.

Die Abgasqualität von Gasmotoren ist meist relativ hoch, aber nicht immer – beispielsweise gibt es für Biogas-Zündstrahlmotoren häufig einen erheblichen klimaschädlichen Methanschlupf und Formaldehyd-Emissionen.

Siehe auch: Verbrennungsmotor, Motor, Klopfen beim Ottomotor, Zündstrahlmotor, Gas-Wärmepumpe, Erdgas, Biogas, Wasserstoff
sowie andere Artikel in den Kategorien Fahrzeuge, Kraftmaschinen und Kraftwerke

Kommentare von Lesern

Hier können Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung vorschlagen. Über die Annahme wird der Autor des RP-Energie-Lexikons nach gewissen Kriterien entscheiden. Im Kern geht es darum, dass der Kommentar für andere Leser potenziell nützlich ist.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche allerdings ohnehin nicht veröffentlichen und bei uns bald löschen. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie nur dem Autor eine Rückmeldung zukommen lassen möchten, verwenden Sie bitte den Kasten "Wie gefällt Ihnen dieser Artikel" weiter unten. Wenn Sie eine Rückmeldung vom Autor wünschen, schreiben Sie ihm bitte per E-Mail.

Ihr Kommentar:

Ihr Hintergrund:

Spam-Prüfung:

  (Bitte die Summe von fünf und zwölf hier als Ziffern eintragen!)

Bem.: Mit dem Abschicken geben Sie Ihre Einwilligung, Ihren Kommentar hier zu veröffentlichen. (Sie können diese später auch widerrufen.) Da Kommentare zunächst vom Autor durchgesehen werden, erscheinen sie verzögert, evtl. erst nach mehreren Tagen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Ihr Gesamteindruck:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Fachliche Qualität:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Lesbarkeit:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Verdient dieser Artikel (oder das Energie-Lexikon insgesamt) Ihrer Ansicht nach Links von anderen Webseiten?

nein
eventuell
ja

Kommentar:

Vielleicht haben Sie auch konkrete Vorschläge für inhaltliche Ergänzungen, nützliche Literaturangaben etc. Falls Sie eine bessere Website für dieses Thema kennen, sind wir dankbar für einen Hinweis darauf.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche zwar ohnehin nicht veröffentlichen, aber die eingegebenen Daten bleiben bei uns langfristig gespeichert. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung auf unserer Seite vorschlagen möchten, verwenden Sie dazu bitte das Formular im Kasten "Kommentare von Lesern" weiter oben. Wenn Sie eine Antwort möchten, senden Sie bitte eine E-Mail.

Spam-Prüfung:

(bitte den Wert von 5 + 8 hier eintragen!)

Wenn Ihnen das RP-Energie-Lexikon gefällt, möchten Sie vielleicht auch den RP-Energie-Blog als E-Mail-Newsletter abonnieren.

Teilen Sie den Link auf diesen Artikel mit anderen: