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Gasmotor

Definition: ein Verbrennungsmotor, der mit einem gasförmigen Brennstoff betrieben wird

Englisch: gas engine

Kategorien: Fahrzeuge, Kraftmaschinen und Kraftwerke

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 19.08.2011; letzte Änderung: 09.11.2017

Ein Gasmotor ist ein Verbrennungsmotor, der mit einem gasförmigen Brennstoff betrieben wird. In der Regel handelt es sich um einen Hubkolbenmotor in Form eines Ottomotors, z. B. für den Betrieb mit Erdgas oder Flüssiggas. Für Schwachgase wie Biogas aus minderwertigen Substraten (ohne aufwendige Aufbereitung) wird jedoch häufig ein Zündstrahlmotor verwendet, bei dem geringe Mengen eines Zündöls eingespritzt werden. Gasmotoren lassen sich auch für den Einsatz von Wasserstoff konstruieren.

Gasmotoren arbeiten in etlichen Kraftfahrzeugen, die beispielsweise mit einem Tank für komprimiertes Erdgas ausgerüstet sind. Ebenfalls werden Gasmotoren in Blockheizkraftwerken verwendet – insbesondere in Leistungsbereichen, die für Gasturbinen zu niedrig sind.

Insbesondere stationäre, für den Betrieb mit Erdgas oder Biogas optimierte Gasmotoren (etwa für Kraft-Wärme-Kopplung und in Gas-Wärmepumpen verwendet) zeichnen sich durch einen recht hohen Wirkungsgrad und niedrige CO2-Emissionen aus, etwa im Vergleich mit Ottomotoren oder Dieselmotoren mit flüssigen Kraftstoffen. Weniger effizient sind mit geringem Aufwand umgerüstete Ottomotoren, die eigentlich für den Betrieb mit Benzin optimiert wurden (und oft auch abwechselnd mit Gas und Benzin betrieben werden können, also bivalent). Eine wesentliche Begrenzung resultiert hier aus der Notwendigkeit, das Klopfen beim Betrieb mit Benzin zu verhindern, insbesondere mit einem begrenzten Verdichtungsverhältnis.

Höhere Wirkungsgrade sind möglich durch einen Mischbetrieb mit Erdgas und Dieselkraftstoff. Hier wird bei einem Dieselmotor Erdgas (oder Biogas) der Verbrennungsluft zugesetzt, um einen Teil der Energie des Dieselkraftstoffs (unter Umständen deutlich über 50 %) zu ersetzen. Hierbei bleibt der hohe Wirkungsgrad des Dieselmotors erhalten, während die Abgasqualität in Bezug auf Partikelemissionen, CO2 und Stickoxide besser wird als beim reinen Dieselmotor. Das Prinzip ist eigentlich das des Zündstrahlmotors, aber das Verdichtungsverhältnis ist nicht so hoch, und der Methananteil muss stärker begrenzt werden.

Die Abgasqualität von Gasmotoren ist meist relativ hoch, aber nicht immer – beispielsweise gibt es für Biogas-Zündstrahlmotoren häufig einen erheblichen klimaschädlichen Methanschlupf und Formaldehyd-Emissionen.

Siehe auch: Verbrennungsmotor, Motor, Klopfen beim Ottomotor, Zündstrahlmotor, Gas-Wärmepumpe, Erdgas, Biogas, Wasserstoff
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