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Handtuchtrockner

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Definition: eine Art Heizkörper, auf dem Handtücher getrocknet werden können

Englisch: towel dryer, towal warmer

Kategorie: Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 08.11.2015; letzte Änderung: 19.05.2016

Ein Handtuchtrockner ist ein an einer Wand befestigter Heizkörper, auf den Handtücher gehängt werden können, um dort getrocknet zu werden. Das Trocknen erfolgt damit schneller, als wenn ein Handtuch einfach über eine unbeheizte Stange gehängt oder gar nur abgelegt wird. Damit riechen Handtücher auch nicht so schnell “muffig”.

Warmwasser-Heizkörper als Handtuchtrockner

Warmwasser-Handtuchtrockner

Abbildung 1: Ein Warmwasser-Heizkörper, der auch als Handtuchtrockner dienen kann. Die an zwei Stellen größeren Lücken zwischen den horizontalen Stäben erleichtern das Auflegen von Handtüchern.

Häufig wird in einem Badezimmer ein an die Zentralheizungsanlage angeschlossener Heizkörper als Handtuchtrockner verwendet. Die gängigste Form (siehe Abbildung 1) weist horizontale erwärmte Stäbe auf, wobei an manchen Stellen eine größere Lücke zwischen den Stäben besteht, um Handtücher gut auflegen zu können. Natürlich sollte das Gerät nicht zu hoch aufgehängt werden, damit es gut zugänglich ist.

Da ein solcher oder anderer Heizkörper in der kalten Jahreszeit ohnehin nötig ist, um das Badezimmer genügend warm zu halten, entsteht durch die Funktion als Handtuchtrockner kein zusätzlicher Energiebedarf, und somit gibt es auch keine zusätzlichen Betriebskosten.

Ein Nachteil von Warmwasser-Handtuchtrocknern ist, dass sie nur während der Heizperiode in Betrieb sind, und dies mit wechselnden Temperaturen. (Normalerweise wird die Vorlauftemperatur einer Zentralheizungsanlage von der außentemperaturabhängig geregelt; sie wird umso niedriger, je milder das Wetter ist.) An warmen Tagen ist deswegen keine beschleunigte Trocknung möglich.

Die Wärmeabgabe eines Heizkörpers wird deutlich reduziert, wenn er mit einem großen Handtuch belegt wird. Bei einem knapp bemessenen Heizkörper kann das Badezimmer dann etwas kälter werden.

Wenn ein Heizkörper genügend tief montiert ist, lassen sich auch oberhalb davon waagrechte Stangen montieren, auf denen sich Handtücher trocknen lassen. Die am Heizkörper aufsteigende warme Luft beschleunigt die Trocknung.

Elektrische Handtuchwärmer

Es gibt auch elektrisch beheizte Handtuchwärmer, die den oben beschriebenen Warmwasser-Handtuchheizkörpern äußerlich oft stark ähneln, aber eben mit Elektrowärme arbeiten. Sie verfügen über ein elektrisches Kabel, welches zu einer Steckdose oder einer Anschlussdose führt. Die Vorteile solcher Geräte sind, dass sie freier platziert werden können (ohne Berücksichtigung der Lage von Heizleitungen) und dass ihre Betriebstemperatur unabhängig von der Vorlauftemperatur der Heizungsanlage eingestellt werden kann (auch im Sommer). Außerdem ist ihre Montage kostengünstiger, da keine Wasseranschlüsse geschaffen werden müssen.

Der große Nachteil elektrischer Handtuchwärmer ist aber deren hoher Verbrauch an elektrischer Energie. Die Erzeugung von Elektrowärme ist ineffizient; zwar kann elektrische Energie mit 100 % Wirkungsgrad in Wärme umgewandelt werden, aber die Erzeugung der elektrischen Energie ist meist stark verlustbehaftet. Selbst wenn die elektrische Energie beispielsweise in Wasserkraftwerken oder mit Photovoltaik hergestellt wird, könnte sie weitaus effizienter genutzt werden als mit einem Elektroheizkörper – beispielsweise in einer Elektrowärmepumpe, die daraus ein Mehrfaches an Heizwärme erzeugen kann. Dieser Nachteil ist derselbe wie bei anderen Arten der Elektroheizung.

Der Stromverbrauch eines elektrischen Handtuchwärmers kann immerhin mit verschiedenen Maßnahmen verringert werden:

Ein elektrischer Handtuchtrockner sollte unbedingt über eine Zeitschaltuhr verfügen, da der Dauerbetrieb sehr viel Strom verbrauchen würde.

Ein elektrischer Handtuchtrockner sollte möglichst wenig Wärme an den Raum abgeben.

Im Prinzip kann ein elektrischer Handtuchtrockner auch gleichzeitig für die Beheizung des Badezimmers verwendet werden (ohne zusätzlichen Warmwasser-Heizkörper), wenn er dafür ausreichend groß bemessen ist und seine Beschichtung eine starke Wärmestrahlung erzeugt. Dies führt aber zu einem recht hohen Energieverbrauch, und die oben genannten Nachteile des Warmwasser-Handtuchtrockners liegen auch hier wieder vor: Die Temperatur des Geräts muss dann nach dem Heizbedarf variiert werden und kann deswegen für die Trocknung nicht immer optimal sein. Es ist energetisch viel günstiger, einen elektrischen Handtuchtrockner mit möglichst geringer Wärmeabgabe zu betreiben, sodass er nur als eine schwache Zusatzheizung wirkt, und den Großteil des Heizbedarfs mit einem Warmwasser-Heizkörper als Teil der Zentralheizungsanlage zu decken.

Eine Dauerleistung von einigen hundert Watt ist eine Menge! Die Bezeichnung “Stromfresser” ist hier keineswegs übertrieben.

Wenn ein nicht allzu großer elektrischer Handtuchtrockner nur für das Trocknen eingesetzt wird, also mit möglichst geringer Wärmeabgabe an den Raum, genügt eine Heizleistung von wenigen hundert Watt. Auch dies führt aber bei Dauerbetrieb zu einem Stromverbrauch, der ähnlich hoch sein kann wie der durchschnittliche Verbrauch von Beleuchtung, Elektroherd, Kühlschrank, Geschirrspüler und Waschmaschine zusammen. Seine Inbetriebnahme kann sich deswegen massiv auf die Stromrechnung auswirken, und auch ökologisch gesehen ist sie sehr ungünstig (v. a. in Bezug auf den Klimaschutz), soweit nicht Ökostrom verwendet wird. Deswegen sollte nach Möglichkeit auf elektrische Handtuchtrockner verzichtet werden; sie sind auch nicht wirklich nötig, wenn die Handtücher in einem normal beheizten Badezimmer so aufgehängt werden können, dass sie die Feuchtigkeit gut an die Luft abgeben können. Wenn doch ein solches Gerät verwendet wird, sollte es unbedingt über eine Zeitschaltuhr nur kurzzeitig eingesetzt werden.

Hersteller bewerben ihre elektrischen Handtuchtrockner oft als energieeffizient und sparsam. Dies kann aber allenfalls im Vergleich zu anderen elektrischen Handtuchtrocknern gelten, etwa wenn das Gerät eher klein ist, eine verchromte (wenig Wärmestrahlung abgebende) Oberfläche hat und über eine Zeitschaltuhr immer nur z. B. für eine Stunde arbeitet. Selbst dann ist es energiesparender, einen Warmwasser-Heizkörper für das Trocknen zu verwenden.

Die Werbung für elektrische Handtuchtrockner ist häufig irreführend:

Die Werbung für elektrische Heizkörper ist oft sehr unseriös. Mehrere hundert Watt im Dauerbetrieb erhöhen die Stromrechnung massiv!

Grundsätzlich muss klar sein: Wenn die Temperatur im Badezimmer durch ein elektrisches Gerät wesentlich erhöht wird, entsteht unweigerlich ein hoher Stromverbrauch – außer wenn dies nur sehr kurzzeitig erfolgt. Eine energetisch durchaus sinnvolle Lösung ist ein z. B. an der Decke oder an einer Wand befestigter elektrischer Infrarotheizkörper, der für wenige Minuten am Tag eine Person am Waschtisch anstrahlt und damit eine niedrigere Lufttemperatur im Bad ermöglicht. (Ein Heizlüfter ist hierfür weniger geeignet.) Diese Funktion kann ein elektrischer Handtuchtrockner jedoch nicht übernehmen – vor allem dann, wenn er tatsächlich mit Handtüchern belegt wird.

Erhöhung der Luftfeuchtigkeit

Egal ob Handtücher mit einem Handtuchtrockner oder durch einfaches Aufhängen ohne spezielle Beheizung getrocknet werden, erhöht der in die Luft gelangende Wasserdampf die Luftfeuchtigkeit im Raum. Bei unzureichender Belüftung kann Schimmel entstehen, vor allem an nicht wärmegedämmten Außenwänden, die im Winter kalt werden. Eine sparsame Beheizung kann dieses Problem leider verschärfen.

Siehe auch: Heizkörper, Elektroheizung
sowie andere Artikel in der Kategorie Wärme und Kälte

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