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Heizkurve

Definition: eine Kurve, die die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur angibt

Kategorien: Energieeffizienz, Haustechnik, Wärme und Kälte

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Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 16.04.2012; letzte Änderung: 16.11.2018

Bei einer Zentralheizung wird die Vorlauftemperatur, d. h. die Temperatur des zu den Heizkörpern geschickten Heizwassers, in der Regel automatisch (von einer Regelelektronik) entsprechend der Außentemperatur gesteuert (in der Regel ohne Einfluss der Sonneneinstrahlung). Die sogenannte Heizkurve (oder Heizkennlinie) zeigt an, wie die Vorlauftemperatur von der Außentemperatur abhängt. Bei jeder Außentemperatur soll die Vorlauftemperatur ausreichend hoch sein, um die gewünschte Raumtemperatur zu erzielen – aber nicht wesentlich höher, um unnötige Energieverluste zu vermeiden. Für die Feinregelung der Raumtemperatur werden meist Raumthermostate benötigt, da über die gemeinsame Vorlauftemperatur nicht die genauen Verhältnisse in den einzelnen Räumen (unterschiedliche Temperaturanforderungen, Heizkörpergrößen, Sonneneinstrahlung, etc.) berücksichtigt werden können. Bei Fußbodenheizungen kann allerdings oft auf Raumthermostate verzichtet werden (soweit es die gesetzlichen Bestimmungen erlauben), da die Wärmeabgabe aufgrund der niedrigen Vorlauftemperatur ohnehin mit zunehmender Raumtemperatur abnimmt (Selbstregeleffekt).

Heizkurve
Abbildung 1: Einfache Heizkurve der Zentralheizung eines Einfamilienhauses. Der gestrichelte Teil gilt für den Nachtbetrieb (mit Nachtabsenkung).

Abbildung 1 zeigt ein Beispiel für die Heizkurve eines wärmegedämmten Einfamilienhauses mit konventionellen Heizkörpern. Bei abnehmender Außentemperatur steigt die Vorlauftemperatur auf bis zu 52 °C an. Oberhalb von 16 °C endet der Heizbetrieb; die Vorlauftemperatur wird dann nicht mehr geregelt, und die Heizungsumwälzpumpe wird automatisch abgeschaltet. Im Falle einer Fußbodenheizung könnte der Anstieg der Vorlauftemperatur bei niedrigen Außentemperaturen wesentlich reduziert werden, z. B. auf maximal 35 °C.

Die Heizkurve ist vom Hersteller der Regelelektronik nicht fest vorgegeben, sondern kann je nach Bedarf eingestellt werden. Häufig ist es möglich, mit einem Stellrad oder in einem Bedienungs-Menü die Steigung zu ändern und die ganze Kurve nach oben oder unten zu verschieben. In anderen Fällen werden gewisse Ecktemperaturen festgelegt, beispielsweise die Heizgrenze, die maximale Vorlauftemperatur und ab welcher Außentemperatur letztere gewählt werden soll.

Wenn ein Haus mit einer guten Wärmedämmung versehen ist, können deutlich niedrigere Vorlauftemperaturen gewählt werden als bei einem ungedämmten Haus. Ebenfalls ist dies möglich für Heizsysteme mit Flächenheizung, insbesondere für Fußbodenheizungen.

Die in Abbildung 1 gezeigte Kennlinie ist linear, d. h. gerade. Da die Heizleistung eines Heizkörpers aber deutlich nichtlinear von der Temperatur abhängt, werden mit modernen Heizungsregelungen auch nichtlineare (etwas gebogene) Heizkurven realisiert.

Typische Fehler bei der Einstellung der Heizkurve

Häufig wird die Heizkurve vom Heizungsbauer generell etwas zu hoch eingestellt, da hiermit weniger Reklamationen zu erwarten sind als im umgekehrten Fall. Dies bedeutet aber, dass die Vorlauftemperatur unnötig hoch ist. Dies wiederum kann verschiedene negative Auswirkungen haben:

  • Wenn Raumthermostate nicht vorhanden sind oder falsch verwendet werden (voll aufgedreht), können Räume überheizt werden.
  • Die Wärmeverluste in den Rohrleitungen steigen an, insoweit diese durch unbeheizte Räume verlaufen.
  • Häufig kommt es zu einer gewissen Reduktion der Effizienz des Heizungssystems. Dies gilt vor allem für Wärmepumpenheizungen zu, bei denen die Leistungszahl mit zunehmender Vorlauftemperatur deutlich abnimmt. Etwas weniger stark ist der Effekt für Brennwertkessel, bei denen die Kondensation des Wasserdampfs im Abgas unvollständig werden kann, und noch weniger für ältere Heizkessel.

Umgekehrt kann eine zu niedrige Vorlauftemperatur dazu führen, dass die gewünschte Raumtemperatur nicht mehr erreicht wird, oder dass das Aufheizen nach der Nachtabsenkung zu lange dauert. Übrigens kann die Rücklauftemperatur dann ansteigen, da die Heizkörperventile voll öffnen. Wenn die Rücklauftemperatur sehr häufig nur knapp unter der Vorlauftemperatur liegt, ist dies ein Indiz für eine zu niedrige Vorlauftemperatur (oder für voll aufgedrehte Thermostate).

Wenn die Heizkurve zu steil gewählt wird, kann die Vorlauftemperatur bei niedrigen Außentemperaturen zu hoch werden, während man bei milderem Wetter die Wohnung nicht mehr ausreichend warm bekommt. Umgekehrt führt eine zu flache Heizkurve eher an kalten Tagen zum Frieren. Eine optimale Einstellung erfordert die Kontrolle der Verhältnisse an sehr kalten und an eher milden Tagen, also am besten durch einen kundigen Bewohner, wenn der Heizungsfachmann nicht mehrmals vorbeikommen soll. Die beste Einstellung des Systems ist möglich, wenn man die Vorlauf- und Rücklauftemperatur und ggf. noch die Raumtemperatur kontinuierlich aufzeichnen lassen kann, um nicht nur Momentaufnahmen zu sehen.

Siehe auch: Vorlauftemperatur, Zentralheizung, Thermostat
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Haustechnik, Wärme und Kälte

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