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Heizöl

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Definition: ein Erdöl-basierter Brennstoff für den Einsatz in Heizkesseln

Englisch: fuel oil, heating oil

Kategorien: Energieträger, Haustechnik, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 12.03.2010; letzte Änderung: 17.08.2016

Heizöl ist ein Erdöl-basierter Brennstoff, der hauptsächlich in Heizkesseln von Ölheizungen verwendet wird. Es handelt sich im Wesentlichen um ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen wie Alkanen, Cycloalkanen und aromatischen Verbindungen.

Heizöl verbrennt hauptsächlich zu Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf, aber es kann aus dem enthaltenen Schwefel auch eine gewisse Menge von Schwefeldioxid (SO2) entstehen (kaum jedoch bei schwefelarmen Sorten). Vor allem bei Verbrennung unter Sauerstoffmangel entsteht auch Ruß.

Sorten von Heizöl

Verschiedene Sorten von Heizöl unterscheiden sich in mehreren Aspekten:

Vorteile von schwefelarmem Heizöl sind vor allem geringere SO2-Emissionen (die zum “sauren Regen” beitragen) sowie reduzierte Ablagerungen an den inneren Wänden des Heizkessels, die wiederum eine längere Lebensdauer und einen höheren Wirkungsgrad ermöglichen. Bei Brennwertkesseln kann zudem auf eine Neutralisationseinrichtung verzichtet werden, wenn nur schwefelarmes Heizöl eingesetzt wird. In seltenen Fällen wurden bei alten Ölbrennern vermehrte Brennerstörungen nach Umstellung auf schwefelarmes Heizöl berichtet; die Ursache dafür scheint unklar zu sein.

Leider wird die Absenkung des Schwefelgehalts des Heizöls häufig so erreicht, dass nicht etwa einfach Schwefel entfernt würde, sondern stattdessen der Schwefelgehalt von Schweröl und Schiffsdieselkraftstoff entsprechend erhöht wird. (Man reserviert schwefelärmere Ölsorten für Heizöl und verwendet andere vermehrt für Schweröl.) Damit sinken zwar die SO2-Emissionen und -Immissionen in den Städten, aber sie steigen dafür auf dem Meer.

Heizwert, Brennwert und CO2-Belastung von Heizöl

Das vor allem bei kleinen Feuerungen häufig einsetzte Heizöl extraleicht (HEL oder Heizöl EL) hat einen Heizwert von ca. 42,6 MJ/kg oder 36 MJ/l. Der Brennwert liegt mit 45,4 MJ/kg oder 38,4 MJ/l etwas höher; der Unterschied zum Heizwert ist wegen des geringeren Wasserstoffanteils geringer als bei Erdgas.

Bei der Verbrennung entstehen pro Liter Heizöl EL etwa 2,65 kg Kohlendioxid (CO2). Auf den Heizwert bezogen sind dies 265 g/kWh. Dies sind gut 30 % mehr als bei Erdgas. Da die Energieeffizienz von Heizöl-Heizkesseln, die meist keine Brennwertnutzung erlauben, im Durchschnitt geringer ist als die von den heute üblichen Brennwert-Erdgasheizkesseln, ist die Differenz in der Praxis noch etwas größer.

Herstellung von Heizöl

Heizöl wird in Erdölraffinerien gewonnen, im Wesentlichen durch fraktionierte Destillation, Entschwefelung und teils durch Zufügen von Zusätzen (Additiven).

Grundwassergefährdung

Heizöl, welches z. B. aus einem undichten Öltank in das Erdreich eindringt, ist eine große Gefahr für das Trinkwasser: Ein Liter Heizöl kann eine große Menge von Trinkwasser ungenießbar machen. Deswegen müssen Heizöltanks nach entsprechenden Vorschriften gebaut und regelmäßig inspiziert werden.

Preise und Steuern

Heizöl unterliegt der Mineralölsteuer, allerdings in der Regel mit einem deutlich geringeren Steuersatz als bei Kraftstoffen. Deshalb besteht ein Anreiz zum Ersatz von Dieselkraftstoff durch Heizöl. Dieser Einsatz ist als Steuerhinterziehung strafbar und kann durch gewisse Heizöl-Additive (u. a. durch einen roten Farbstoff) nachgewiesen werden. Er kann wegen der Qualitätsunterschiede auch zu Schäden z. B. an Abgasfiltersystemen und zu beeinträchtigter Motorfunktion führen, u. a. wegen möglicherweise geringerer Zündfähigkeit.

Schwefelarmes Heizöl EL wird z. B. in Deutschland etwas niedriger besteuert als Heizöl EL Standard und dürfte dieses bald vollständig ablösen.

Siehe auch: Brennstoff, Dieselkraftstoff, Heizkessel, Ölheizung, Erdölraffinerie, Mineralölsteuer
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieträger, Haustechnik, Wärme und Kälte

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