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Heizstrahler

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Definition: ein meist elektrisch betriebenes Heizgerät, welches vorwiegend Wärmestrahlung abgibt

Englisch: radiant heater

Kategorien: elektrische Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 30.04.2012; letzte Änderung: 21.02.2017

Heizstrahler

Abbildung 1: Ein Elektroheizstrahler mit einem Heizstab in einer Röhre aus Quarzglas, hinter der ein metallischer Reflektor angebracht ist; dies ist die heute übliche Bauart. Quelle: Tansun

Ein Heizstrahler ist ein meist elektrisch betriebenes Heizgerät, welches vorwiegend Wärmestrahlung abgibt – im Gegensatz zu einem Heizlüfter, der die Raumluft erwärmt. Der Heizstrahler arbeitet also nach dem Prinzip der Infrarotheizung. Das Gerät enthält einen meist auf eine hohe Temperatur (hunderte von Grad Celsius) erhitzten Körper (z. B. einen Glühdraht), der Wärmestrahlung (Infrarotlicht) abgibt. Die Heizwendel liegt oft in einem Quarzrohr, und als Berührungsschutz dient ein metallisches Gitter. In der Regel wird bei einem solchen Quarzstrahler noch ein metallischer Reflektor verwendet, um die Wärmestrahlung gezielter in eine bestimmte Richtungen leiten zu können, und oft ist das Gehäuse zudem noch schwenkbar.

Ebenfalls gebräuchlich sind Infrarotlampen (Wärmelampen), die im Wesentlichen wie Reflektor-Glühlampen aufgebaut sind, nur dass der Glühdraht hier eine niedrigere Temperatur aufweist, wodurch die Lichtausbeute trotz der höheren Aufnahmeleistung wesentlich geringer ist. Andere Bauformen basieren auf einem elektrisch beheizten Keramikträger. Typische Heizleistungen von Heizstrahlern liegen zwischen wenigen hundert Watt und einem Kilowatt, also wesentlich höher als z. B. bei Haushalts-Glühlampen.

Heizstrahler

Abbildung 2: Ein älterer Heizstrahler mit einem keramischen Heizkörper und einem Parabolspiegel. Die stark gerichtete Abstrahlung spürt man selbst auf der kleinsten Leistungsstufe (300 Watt) noch im Abstand von mehreren Metern deutlich.

Besonders leistungsstarke Heizstrahler – z. B. mit Heizleistungen von mehreren Kilowatt – werden manchmal auch mit Flüssiggas oder einem anderen Brennstoff betrieben. Hier wird ein Glühkörper mit einer Flamme erhitzt und gibt dann einen wesentlichen Teil der Heizleistung als Strahlungswärme ab. Allerdings trägt das heiße Abgas, welches oft direkt in den Raum abgelassen wird, ebenfalls noch wesentliche Wärmemengen bei.

Auch gasbefeuerte Heizpilze können als Heizstrahler bezeichnet werden. Sie werden oft im Freien eingesetzt, und dann geht die Wärme im Abgas natürlich verloren.

Heizstrahler haben den Vorzug, dass sie sehr schnell nach dem Einschalten wirksam sind, da sie ein kleines Verhältnis von Wärmekapazität (Wärmespeichervermögen) und Heizleistung aufweisen. Man fühlt sich im Abstrahlungsbereich eines Heizstrahlers bereits wesentlich wärmer, lange bevor die ganze Raumluft und die Gegenstände im Raum aufgeheizt sind. Die Vorzüge von Infrarotheizungen werden im entsprechenden Artikel genauer erklärt.

Eine andere Bauform sind Flächenstrahler, bei denen ein flaches Bauteil elektrisch erhitzt wird. Es gibt Konstruktion mit sehr geringer Wärmekapazität und einer relativ hohen Oberflächentemperatur von z. B. 100 °C, die die Wärme weitgehend als Wärmestrahlung abgeben.

Beim Dauerbetrieb von elektrischen Heizstrahlern kommen die typischen Nachteile der Elektroheizung zur Geltung, insbesondere die geringe Energieeffizienz in Bezug auf die Primärenergie. Bei Verwendung für eine gezielte kurzzeitige Beheizung oder für die direkte Beheizung eines kleinen Bereichs mit moderater Leistung kann dieser Effizienznachteil allerdings durch die sehr gezielte Wärmezufuhr aufgewogen werden. Beispielsweise lässt sich eine kleine Bürokabine in einer Werkhalle sinnvoll mit einem kleinen Heizstrahler behaglicher machen, der z. B. über einen Bewegungssensor automatisch bei Nichtbenutzung des Arbeitsplatzes ausgeschaltet wird, anstatt dass die ganze Kabine konstant beheizt wird. Auch die Installationskosten sind weitaus geringer als z. B. der Anschluss eines Heizkörpers an ein Zentralheizungssystem. Verschwenderisch ist dagegen der stundenlange Einsatz von womöglich noch mehreren Heizstrahlern auf einer Terrasse, um es dort sitzenden Personen zu ersparen, sich wärmer anzulegen. Hier können mehrere Kilowatt mit wenig Nutzen verpuffen und ein Vielfaches des Stromverbrauchs verursachen, der z. B. durch einen Fernsehabend im beleuchteten Wohnzimmer entstünde.

Problematisch bei Heizstrahlern kann die Gefahr von Verbrennungen bei Berührung sein, und ebenfalls die Brandgefahr, wenn z. B. Textilien oder Holzteile zu nahe beim Gerät stehen oder der Strahler gar abgedeckt wird. Wenn sich auf dem Strahler Staub absetzt, können zudem unangenehme Gerüche durch Verschwelung des Staubs entstehen.

Siehe auch: Elektroheizung, Infrarotheizung, Wärmewellenheizung, Glühlampe, Heizlüfter
sowie andere Artikel in den Kategorien elektrische Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

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