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Heizstrom

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Definition: elektrische Energie, die für Heizzwecke verwendet wird

Englisch: heating electricity

Kategorien: elektrische Energie, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 21.03.2015; letzte Änderung: 23.03.2015

Unter Heizstrom versteht man elektrische Energie, die explizit für Heizzwecke verkauft wird, d. h. vor allem für verschiedene Arten von Elektroheizungen (insbesondere für Elektrospeicherheizungen = Nachtspeicherheizungen), aber auch für Wärmepumpenheizungen. Strom für gelegentlich eingesetzte Elektroheizkörper (z. B. Heizstrahler) wird in der Regel nicht als Heizstrom erfasst, sondern beispielsweise als Haushaltsstrom. Wenn ein Haushalt Heizstrom bezieht, dann gewöhnlich über einen separaten Stromzähler zwecks Abrechnung über einen separaten (niedrigeren) Stromtarif.

In Deutschland wurden in 2013 insgesamt ca. 15,7 Terawattstunden Heizstrom verkauft, von denen der Löwenanteil von 13,2 TWh in Nachtspeicherheizungen verwendet wurde. Für Wärmepumpenheizungen wurden nur 2,5 TWh bezogen.

Kosten für Heizstrom

Heizstrom ist billig im Vergleich zu Haushaltsstrom, trotzdem aber sehr teuer im Vergleich zu den Betriebskosten anderer Heizungssysteme.

Die Stromtarife für Heizstrom sind in den letzten Jahren in Deutschland erheblich angestiegen und betrugen in 2014 bereits typischerweise über 20 ct/kWh – zu vergleichen einerseits mit Haushalts-Tarifen in der Gegend von 30 ct/kWh und andererseits mit nur rund 7 ct/kWh bei Erdgas. Dies zeigt, dass der Betrieb von Elektroheizungen sehr teuer ist, obwohl der Heizstrom rund ein Drittel günstiger verkauft wird als der sonstige Haushaltsstrom.

Sind Vergünstigungen für Heizstrom gerechtfertigt?

Vergünstigungen für Heizstrom kommen beispielsweise bei den Netznutzungsentgelten zustande, obwohl die Begründungen hierfür fragwürdig sind. Zwar kann der Energiebezug per Rundsteuerung vom Verteilungsnetzbetreiber innerhalb eines Tages auf günstige Zeiten gelegt werden, jedoch werden trotzdem die Stromnetze an kalten Tagen durch die Elektroheizungen besonders stark belastet.

Andererseits kann argumentiert werden, dass die relativ hohen Abgaben auf Strom bei einem Einsatz für Heizzwecke nicht angemessen seien, da die Abgaben beispielsweise auf Erdgas und Heizöl wesentlich niedriger sind, was nicht allein technische Gründe hat. Dies kann zwar im Falle von Elektroheizungen kaum bedauert werden, da diese eine sehr ineffiziente Energienutzung und entsprechend hohe Umweltbelastungen mit sich bringen. Dagegen wäre es auch aus ökologischer Sicht durchaus wünschbar, dass sich der Anteil von Wärmepumpenheizungen (die insbesondere bei kleinen Anlagen praktisch nur mit Elektrowärmepumpen realisierbar sind) erhöht; anders ist eine zunehmende Abkehr von fossilen Energieträgern im Heizungssektor schwer möglich. Dieses Argument wird jedenfalls umso stärker, je höher der Anteil von erneuerbarer Energie im Strommix wird – wobei allerdings der tatsächlich für Heizungszwecke verwendete Strommix und nicht etwa der durchschnittliche Strommix des Landes zu berücksichtigen wäre. Denkbar wäre eine Entlastung der Betreiber von Elektrowärmepumpen z. B. bei der EEG-Umlage, soweit diese Ökostrom beziehen.

Wärmepumpenheizungen brauchen viel weniger Heizstrom.

Beim Betrieb von Elektrowärmepumpen spielen die Stromkosten allerdings eine wesentlich geringere Rolle, da jede bezogene Kilowattstunde elektrischer Energie ein Mehrfaches an Heizwärme ergibt. Siehe hierzu die Artikel über die Begriffe Leistungszahl (COP) und Jahresarbeitszahl (JAZ). Die Letztere kann bei guten Anlagen oberhalb von 4 liegen, sodass der Stromverbrauch weniger als ein Viertel dessen mit einer Elektroheizung ist. Ein Heizstromtarif von 20 ct/kWh ergäbe dann Wärmekosten von weniger als 5 ct/kWh, also einen Deckungsbeitrag für die langfristige Amortisation von Mehrkosten für eine Wärmepumpenanlage. Eine wesentlich kurzfristigere Amortisation wäre mit einem vergünstigten Heizstromtarif für Elektrowärmepumpen (siehe oben) möglich.

Möglichkeit des Stromanbieterwechsels

Bisher beziehen ca. 98 % der Kunden Heizstrom von ihrem Grundversorger, nehmen also die inzwischen bestehende Möglichkeit des Stromanbieterwechsels nicht wahr. Ein solcher Wechsel bietet die Möglichkeit, einerseits einen kostengünstigeren Tarif zu finden, andererseits aber auch ökologisch weniger schädlich erzeugten Strom (→ Ökostrom) zu nutzen. Auch beide Vorteile gleichzeitig sind durchaus möglich, wobei aber darauf geachtet werden sollte, ob wirklich echter Ökostrom geliefert wird.

Siehe auch: Elektroheizung, Elektrospeicherheizung, Wärmepumpenheizung, elektrische Energie, Strompreis, Stromtarif, Stromanbieterwechsel, Ökostrom
sowie andere Artikel in den Kategorien elektrische Energie, Wärme und Kälte

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