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Heizwerk

Akronym: HW

Definition: eine Anlage zur zentralen Beheizung mehrerer oder großer Gebäude

Englisch: heating plant

Kategorie: Wärme und Kälte

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 19.09.2012; letzte Änderung: 09.11.2017

Ein Heizwerk ist eine oft in einem separaten Gebäude untergebrachte Anlage, die der zentralen Beheizung mehrerer Gebäude oder auch eines größeren Gebäudes dient. Diese Anlage erzeugt die Heizwärme z. B. mit einem oder mehreren Heizkesseln und überträgt sie in Form heißen Wassers (manchmal auch mit Dampf) über Rohrleitungen (ein Nahwärme- oder Fernwärmenetz). Anders als ein Heizkraftwerk liefert ein Heizwerk nur Wärme, nicht aber elektrische Energie; es verbraucht sogar gewisse Mengen elektrischer Energie für seinen Betrieb.

Technische Komponenten eines Heizwerks

Die zentrale Komponente eines Heizwerks ist natürlich der Wärmeerzeuger. Hinzu kommen meist andere:

  • ein Brennstofflager und Einrichtungen zur automatischen Brennstoffzufuhr
  • eine Rauchgasreinigungsanlage
  • Einrichtungen zum Betrieb eines Nahwärmenetzes: Pumpen, Filter, Regelungen
  • Pufferspeicher zur Deckung von Lastspitzen

Verwendete Brennstoffe

In der Regel erfolgt die Wärmeerzeugung über die Verbrennung von Brennstoffen in Heizkesseln. Unterschiedliche Brennstoffe kommen in Frage:

  • Fossile Energieträger wie Heizöl, Erdgas und Kohle können verwendet werden. Sie würden freilich in einem Heizkraftwerk effizienter genutzt.
  • Holz, z. B. in Form von Holzhackschnitzeln, wird zunehmend verwendet. So wird die Wärme als erneuerbare Energie gewonnen. Die Nutzung von Holz in einem Heizwerk ist sinnvoller als in vielen kleinen Anlagen, weil große Holzkessel das Holz vollständiger verbrennen und der Wartungsaufwand weniger ins Gewicht fällt. Ebenfalls lässt sich eher eine effektive Abgasreinigung realisieren. Ähnliches gilt für Stroh. Da die Kraft-Wärme-Kopplung für Holz und Stroh aufwendiger ist als z. B. mit Erdgas, ist der Einsatz dieser Brennstoffe in einem reinen Heizwerk häufiger als in einem Heizkraftwerk.
  • Es gibt Müllheizwerke, in denen Abfälle verbrannt werden.

Manchmal kommen unterschiedliche Brennstoffe zum Einsatz: beispielsweise Erdgas im Regelfall, aber Heizöl, soweit es günstiger beschafft werden kann.

Andere Wärmequellen

Bisher eher selten genutzt werden große Wärmepumpenanlagen. Sie können z. B. dem Grundwasser oder Flusswasser Wärme entziehen. Die Nutzung von Fluss- oder Grundwasser bietet sich für größere Anlagen besonders an, ebenfalls der Antrieb mit einem Gasmotor anstelle eines Elektromotors, wobei die Abwärme des Gasmotors zusätzlich genutzt werden kann.

Ein Problem von Wärmepumpen-Heizwerken ist, dass die erreichbare Leistungszahl nur für relativ geringe Vorlauftemperaturen groß ist, Nahwärmenetze aber tendenziell höhere Temperaturen benötigen als die direkte Beheizung von Gebäuden.

Sonnenkollektoren können die Wärmeerzeugung aus Brennstoffen gut ergänzen, d. h. den Brennstoffbedarf reduzieren.

Die Geothermie ist besonders gut für den Einsatz in Heizwerken geeignet, während die geothermische Stromerzeugung wegen des meist niedrigen Temperaturniveaus relativ ineffizient ist.

Siehe auch: Wärme, Zentralheizung, Heizkessel, Heizkraftwerk, Wärmepumpe, Geothermie, Fernwärme, Nahwärme
sowie andere Artikel in der Kategorie Wärme und Kälte

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