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Hintergründe zu den Netznutzungsentgelten

Strommast

Abbildung 1: Die Kosten, die für die Erschließung neuer Gebiete und dem Transport der Energie entstehen, bezahlen die Verbraucher über die Netznutzungsentgelte. Quelle: Pixabay.com © stux (CC0 1.0)

Autor: Markus Müller

1998 erfolgte die Liberalisierung des Strommarktes, wodurch neue Stromanbieter auf den Markt kamen. Seitdem sind die Netznutzungsentgelte im Gespräch. Da nicht nur die Preise für Energie davon abhängen, sondern ebenfalls das Bestehen eines Anbieters daran gebunden ist, sind staatliche Aufsichtsbehörden beauftragt, diese zu kontrollieren:

Geregelt ist dies durch die Stromnetzentgeltverordnung und das Energiewirtschaftsgesetz.

Das Eingreifen von staatlichen Aufsichtsbehörden ist sinnvoll. Netzbetreiber könnten erhöhte Entgelte sonst nutzen, um Konkurrenten, die auf das Netz angewiesen sind, das Überleben am Markt zu erschweren. Die Preise, die die Betreiber bei der Bundesnetzagentur beantragen, weist die Agentur oft ab, da sie zu hoch kalkuliert sind.

Ermittlung der Preise

Die Netzentgelte können Verbraucher beim Netzbetreiber erfragen oder auf deren Internetpräsenz lesen. Allerdings sind die Preise von den Betreibern nicht frei zu bestimmen, sondern es sind Grenzen dafür festgelegt; die Erlöse für den Transport der Energie dürfen gewisse Werte nicht übersteigen. Damit dies gewährleistet ist, liegt die Rechnung in den Händen der Bundesnetzagentur. Sie ermittelt, ob der Netzbetreiber effizient arbeitet. Arbeitet er in den Augen der Bundesnetzagentur ineffizient, sind Wege zu finden, um dies zu ändern. Damit die Qualität des Netzes nicht darunter leidet, dass die Anbieter die Kosten niedrig halten, ist es möglich, dass die Agentur Zuschläge zahlt.

In ländlichen Regionen fällt das Netzentgelt im Allgemeinen höher aus, da die Einwohnerzahl pro Kilometer Netz niedriger ist. Erschließt der Netzbetreiber ein Gebiet neu, steigen die Kosten in der Region an. Die Preise sind im Winter zu ermitteln, da der Verbrauch in dieser Jahreszeit am höchsten ist und die Auslastung des Netzes am höchsten.

Durch die Überprüfung der Effizienz und die Regulierung sollen die Preise für Energie niedrig gehalten werden. 2014 machen die Netznutzungsentgelte im Schnitt 22 Prozent des Strompreises aus. Weitere Faktoren sind:

Strommast

Abbildung 2: Windenergie ist ein wichtiger Bestandteil der erneuerbaren Energien. Nicht nur auf dem Land, sondern ebenso auf dem Wasser sind neue Windparks geplant, um die Energie optimal zu nutzen. Quelle: Pixabay.com © PublicDomainArchive (CC0 1.0)

Entwicklung

Die Entwicklung der Netzentgelte in Deutschland seit 2006 ist leicht schwankend.

Für 2014 ist ein weiterer Anstieg der Preise für die Netznutzung zu erwarten, wie eine Analyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) ergeben hat.

Kritik

Rabattstaffelung für Großabnehmer: An den Netznutzungsentgelten kommt immer wieder Kritik auf, da Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen, bis 2013 vollständig von der Abgabe befreit waren. Nach einer Änderung durch die Bundesregierung müssen die Industriebetriebe jetzt mindestens zehn Prozent der Kosten bezahlen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie jährlich zehn Gigawattstunden Strom verbrauchen. Außerdem müssen sie für 8 000 Stunden pro Jahr Strom abnehmen. Liegt die Abnahme nur bei 7 000 Stunden Strom, sind 20 Prozent fällig.

Kritik kommt in diesem Zusammenhang auf, da die Industrie einerseits viel Strom verbraucht, andererseits dafür Vergünstigungen erhält. Durch die neue Staffelung der Netzentgelte für Großverbraucher ändert sich zudem kaum etwas für den Verbraucher. Besonders im Offshore-Bereich sind weitere Ausbauten des Netzes geplant, was sich in der Höhe der Entgelte wiederspiegelt.

Kosten abwälzen: Ein anderer Punkt der Kritik der Netznutzungsentgelte betrifft das Abwälzen der Kosten auf die Privathaushalte. Vom Stromerzeuger bis zum Verbraucher durchläuft der Strom verschiedene Ebenen. Der Privatverbraucher muss mit seiner Rechnung die Kosten für alle Ebenen zahlen. Regionale Stromversorger, wie sie online über das Portal Verivox.de zu finden sind, oder Stadtwerke, die in der Hierarchie höher stehen, müssen sich hingegen nicht an den Kosten für die folgenden niedrigeren Netzebenen beteiligen.

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