www.energie-lexikon.info, enlex.info
RP-Energie-Lexikon
fachlich fundiert, unabhängig von Lobby-Interessen

Jahresnutzungsgrad

<<<  |  >>>  |  Feedback

Definition: der für ein Betriebsjahr ermittelte Nutzungsgrad

Englisch: annual efficiency

Kategorien: Energieeffizienz, Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Erstellung: 22.02.2014

Der Jahresnutzungsgrad einer Maschine oder Anlage ist der Nutzungsgrad, der sich für ein gesamtes Betriebsjahr ergibt. Dieser Begriff ist gebräuchlich z. B. für Heizungsanlagen. Hier bedeutet er konkret das Verhältnis von abgegebener Heizwärme und Energiegehalt des verbrauchten Brennstoffs innerhalb eines Jahres. Dieses Verhältnis ist kleiner als 1 aufgrund von Energieverlusten, die bei einem Heizkessel in Form von Abgasverlusten und Bereitschaftsverlusten auftreten. Der Verbrauch an elektrischer Energie für den Betrieb der Anlage wird nicht berücksichtigt.

Die Ermittlung des Jahresnutzungsgrads einer Heizungsanlage setzt die Messung der erzeugten Nutzwärmemenge (zusätzlich zu der des Brennstoffverbrauchs) voraus. Die meisten Heizungsanlagen enthalten keine dafür geeigneten Messgeräte, so dass nur grobe Schätzungen des Jahresnutzungsgrads möglich sind.

Die Erzeugeraufwandszahl ist der Kehrwert des Jahresnutzungsgrads.

Nutzungsgrad und Volllast-Wirkungsgrad

Man beachte, dass der Jahresnutzungsgrad eines Heizkessels nicht dem Volllast-Wirkungsgrad entspricht, da letzterer die oft erheblichen Bereitschaftsverluste nicht berücksichtigt. Besonders für alte Konstanttemperaturheizkessel, aber auch für Niedertemperaturkessel treten erhebliche Bereitschaftsverluste auf, die in Zeiten geringer Auslastung (z. B. Sommerbetrieb nur für Warmwasserbereitung) stark ins Gewicht fallen. Deswegen kann der Jahresnutzungsgrad durchaus unterhalb von 70 % liegen, selbst wenn der Volllast-Wirkungsgrad deutlich über 90 % liegt. Bei modernen Brennwertkesseln dagegen ist dieser Unterschied meist wesentlich geringer; Jahresnutzungsgrade von über 90 % sind möglich, und Werte weit unter 90 % dürften selten sein.

Einfluss von zusätzlichen Komponenten wie Pufferspeichern

Vorsicht: Der Jahresnutzungsgrad kann auch durch Komponenten außerhalb des Heizkessels vermindert werden!

Auch ein Pufferspeicher kann durch seine Wärmeverluste den Jahresnutzungsgrad einer Heizungsanlage wesentlich vermindern. Zwar ist ein Pufferspeicher für manche Anlagen (insbesondere mit Holzheizkesseln) wichtig für einen effizienten Kesselbetrieb. In anderen Fällen jedoch ist er eher nachteilig und sollte vermieden werden, wenn dies durch gewisse Anpassung der restlichen Technik möglich ist. Dies ist beispielsweise bei Wärmepumpenheizungen oft der Fall.

Herstellerangaben

Der Hersteller einer Heizungsanlage kann den damit im konkreten Fall zu erwartenden Jahresnutzungsgrad nicht angeben, da er meist stark von den Nutzungsbedingungen abhängt. Die Norm DIN 4702 (Teil 8) definiert zwar für Heizkessel einen Norm-Nutzungsgrad mit Berücksichtigung verschiedener Leistungsstufen. Jedoch bleibt die Frage offen, ob die dafür gemachten Annahmen dem jeweiligen Praxisfall entsprechen. Angaben von Herstellern gelten oft auch nur optimale Bedingungen.

Kriterien für Energieeffizienz

Für eine hohe Energieeffizienz einer Heizungsanlage ist in erster Linie ein hoher Jahresnutzungsgrad der Gesamtanlage (und nicht des Heizkessels allein) entscheidend. Zusätzlich sollte auch der Verbrauch an elektrischer Energie berücksichtigt werden. Besonders problematisch sind diesbezüglich oft alte, ineffiziente und überdimensionierte Heizungs-Umwälzpumpen, die zudem oft nutzlos laufen.

Siehe auch: Nutzungsgrad, Wirkungsgrad, Energieeffizienz
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Grundbegriffe

Kommentare von Lesern

Hier können Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung vorschlagen. Über die Annahme wird der Autor des RP-Energie-Lexikons nach gewissen Kriterien entscheiden. Im Kern geht es darum, dass der Kommentar für andere Leser potenziell nützlich ist.

Ihr Name:
(freiwillige Angabe – auch Pseudonyme sind erlaubt)
Ihre E-Mail-Adresse:
(freiwillige Angabe)
Ihr Hintergrund:
(freiwillige Angabe, z. B. Energieberater, Handwerker oder Journalist)
Ihr Kommentar:
Spam-Prüfung:   (bitte die Summe von fünf und zwölf hier als Ziffern eintragen!)

Bem.: Mit dem Abschicken geben Sie Ihre Einwilligung, Ihren Kommentar hier zu veröffentlichen. (Sie können diese später auch widerrufen.) Da Kommentare zunächst vom Autor durchgesehen werden, erscheinen sie verzögert, z. B. erst am Folgetag oder evtl. noch etwas später.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Ihr Gesamteindruck: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Fachliche Qualität: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Lesbarkeit: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Verdient dieser Artikel (oder das Energie-Lexikon insgesamt) Ihrer Ansicht nach Links von anderen Webseiten?
  nein eventuell ja
Kommentar:

Vielleicht haben Sie auch konkrete Vorschläge für inhaltliche Ergänzungen, nützliche Literaturangaben etc. Falls Sie eine bessere Website für dieses Thema kennen, sind wir dankbar für einen Hinweis darauf.

Wenn Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung auf unserer Seite vorschlagen möchten, verwenden Sie dazu bitte das Formular im Kasten "Kommentare von Lesern".

Spam-Prüfung: (bitte den Wert von 5 + 8 hier eintragen!)

Wenn Sie eine Antwort möchten, können Sie Ihre E-Mail-Adresse im Kommentarfeld hinterlassen oder direkt eine E-Mail senden. Letztere Methode führt meist zu schnelleren Antworten.

Wenn Ihnen das RP-Energie-Lexikon gefällt, möchten Sie vielleicht auch den RP-Energie-Blog als E-Mail-Newsletter abonnieren.

Teilen Sie den Link auf diesen Artikel mit anderen:

Werden Sie Sponsor!

Das RP-Energie-Lexikon wird in erster Linie als ein Dienst an der Allgemeinheit betrieben. Es wird bereits von zigtausenden von Benutzern pro Monat genutzt und dürfte vielerorts zu sinnvollen Entscheidungen beitragen.

Unterstützen Sie den weiteren Aufbau des Lexikons als Sponsor! Damit leisten Sie Ihren Beitrag zur Verbreitung hilfreicher Informationen, und viele Leser werden es Ihnen danken.

Als Sponsor erhalten Sie unter anderem ein Banner, welches in dieser Spalte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit pro Seitenaufruf angezeigt wird.

Ansonsten können Sie auch als ein reiner Werbekunde ein solches Banner bekommen.

– Alle Banners –

– Ihr eigenes Banner! –

Die Startseite gibt Ihnen den Einstieg in das RP-Energie-Lexikon, auch mit Tipps zur Benutzung.
Hier finden Sie diverse Ratgeber-Artikel, insbesondere im Bereich der Haustechnik.
Hiermit wird Ihnen ein zufällig ausgewählter Lexikonartikel angezeigt.
Der RP-Energie-Blog präsentiert Interessantes und Aktuelles zum Thema Energie. Er ist auch als E-Mail-Newsletter erhältlich.
Hier finden Sie die Kontaktinformationen und das Impressum.
Werden Sie ein Sponsor des RP-Energie-Lexikons – des besten deutschsprachigen Energielexikons im Internet!
Hier erfahren Sie mehr über den Autor des RP-Energie-Lexikons und seine Grundsätze.
Hier können Sie die Artikel des RP-Energie-Lexikons nach Kategorien geordnet durchstöbern.
Verbreitete Irrtümer zu Energiefragen werden hier detailliert aufgedeckt.
Der Glossar fasst die Definitionen von Fachbegriffen aus den Artikeln zusammen.
Mit dem Energie-Quiz können Sie Ihr Wissen im Energiebereich testen und vertiefen.
Hier werden die Hintergründe des Projekts beschrieben, auch die gewählten Grundsätze.
Mit zigtausenden von Nutzern pro Monat ist das RP-Energie-Lexikon zu einer interessanten Werbeplattform geworden.
Vom Autor des RP-Energie-Lexikons können Sie auch Beratung erhalten, insbesondere zu Energie-Technologien.
Hier finden Sie die Liste aller Artikel zu einem bestimmten Anfangsbuchstaben.
Hier können Sie nach Artikeln suchen, deren Titel ein bestimmtes Stichwort enthalten.
(Beachten Sie auch die Volltextsuche beim Menüpunkt "Suche"!)