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Klärgas

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Definition: ein brennbares Gas, welches in Faulbehältern von Kläranlagen gewonnen wird

Englisch: sewer gas

Kategorien: Energieträger, Umwelt und Ökologie

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 01.01.2013; letzte Änderung: 02.07.2015

In Kläranlagen entsteht bei der Abwasserreinigung Klärschlamm, eine Art von Biomasse, die unter anderem Fett enthält. Der Klärschlamm wird in Faultürmen (Faulbehältern) verarbeitet, wo das organische Material bei erhöhter Temperatur (ca. 35 °C) unter sauerstoffarmen (anaeroben) Bedingungen zu einem gewissen Teil von Bakterien abgebaut wird. (Der Rest kann entwässert und ohne Geruchsbelästigung entsorgt werden.) Dabei entsteht Faulgas, welches auch als Klärgas bezeichnet wird. Seine Hauptbestandteile sind das brennbare Methan (rund zwei Drittel) und Kohlendioxid, dazu kommen geringere Mengen von Wasserstoff (H2) und der giftige Schwefelwasserstoff (H2S). Auf ähnliche Weise wird Biogas sonst in Biogasanlagen gewonnen, nur dass dort die Ausgangsstoffe etwas anders sind. Klärgas gilt als eine Form von Biogas, und sein Energiegehalt gilt als erneuerbare Energie. Sein Heizwert ist deutlich geringer als der von Erdgas.

In manchen Kläranlagen wird ein Teil des Klärgases in Heizkesseln verbrannt, nur um Wärme zur Beheizung der Faultürme und von Gebäuden zu gewinnen. Da aber mehr Klärgas entsteht, als hierfür benötigt wird, wird der Rest nutzlos abgefackelt. Sinnvoller ist die Verwertung des Klärgases (nach einer Reinigung) in einem Blockheizkraftwerk, wobei die Wärme wiederum für den Betrieb der Faultürme und die Beheizung der Gebäude verwendet wird und die elektrische Energie für den Betrieb der Anlagen und zum kleineren Teil für die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz.

Siehe auch: Biogas, Methan
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieträger, Umwelt und Ökologie

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