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Konstanttemperaturheizkessel

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Definition: ein Heizkessel, der zumindest während der Heizperiode mit etwa konstanter (meist hoher) Temperatur betrieben wird

Englisch: constant temperature boiler

Kategorien: Haustechnik, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 07.12.2013; letzte Änderung: 22.04.2016

Sehr alte Heizkessel, die z. B. aus den 1970er Jahren stammen, arbeiten noch nach dem Prinzip des Konstanttemperaturheizkessels. Solange sie in Betrieb sind – während der Heizperiode, oder bei Verwendung für die Warmwasserbereitung oft auch ganzjährig – wird die Kesseltemperatur über einen Thermostaten etwa konstant gehalten; der Brenner wird also immer eingeschaltet, wenn die Kesseltemperatur z. B. 60 °C unterschreitet. Dies selbst dann, wenn die benötigte Vorlauftemperatur für die Heizungsanlage wesentlich tiefer liegt und momentan kein Warmwasser benötigt wird. Eine niedrigere Vorlauftemperatur wird ggf. mit Hilfe eines Dreiwege- oder Vierwege-Mischers erzielt, der das heiße Kesselwasser mit kühlerem Rücklaufwasser vermischt.

Heizungsumwälzpumpe und Dreiwegemischer

Abbildung 1: Heizungsumwälzpumpe (Mitte) und Dreiwegemischer (schwarzes Teil oben, mit Stellmotor links davon) in einer alten Heizungsanlage mit Konstanttemperaturheizkessel. Der Heizkessel liefert stets 60 °C (siehe das Thermometer unten), und der Mischer mischt dieses Wasser mit kühlerem Rücklaufwasser, um im nach oben gehenden Rohr die gewünschte Vorlauftemperatur zu erhalten.

Die meist hohe Kesseltemperatur von z. B. 60 °C ist bei diesen Geräten nötig, um Korrosion zu vermeiden. Die verwendeten Bauteile (oft aus Gusseisen) sind nämlich nicht beständig gegen die Säuren, die v. a. bei Verwendung von Heizöl im Kondensat enthalten sind, wenn sich solches im (zu kalten) Kessel bildet. Deswegen kann ein solcher Heizkessel nicht einfach durch Änderung der Regelung zu einem Niedertemperaturheizkessel umgebaut werden.

Die Energieeffizienz von Konstanttemperaturheizkesseln ist sehr niedrig, da sie nicht nur meist eine recht hohe Abgastemperatur (und damit einen hohen Abgasverlust) aufweisen, sondern auch sehr hohe Bereitschaftsverluste. Wenn ein solcher Kessel durch einen modernen Brennwertkessel ausgetauscht wird, führt dies oft zu Energieeinsparungen von über 30 %, und diese Maßnahmen amortisiert sich oft recht bald durch die Brennstoffeinsparung.

Viele Konstanttemperaturheizkessel benötigen eine sogenannte Rücklaufanhebung, um die Bildung von Kondensat und eine Versottung im Betrieb zu vermeiden. Wenn ein solcher Heizkessel durch einen neueren ersetzt wird, der die Rücklaufanhebung nicht benötigt, sollten die entsprechenden Einrichtungen unbedingt entfernt werden.

Gesetzliche Vorschriften in Deutschland verlangen den Austausch alter Konstanttemperaturheizkessel, allerdings mit umfangreichen Ausnahmen (z. B. für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser). In vielen Fällen, in denen ein Austausch eines solchen Kessels nicht gesetzlich verlangt ist, gibt es trotzdem keinen vernünftigen Grund dagegen, da der Weiterbetrieb ökologisch unvertretbar und ökonomisch unsinnig ist.

Siehe auch: Heizkessel, Niedertemperaturheizkessel, Brennwertkessel, Abgasverlust, Bereitschaftsverluste, Rücklaufanhebung
sowie andere Artikel in den Kategorien Haustechnik, Wärme und Kälte

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