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Last

Definition: die Leistung, die z. B. einem Stromnetz oder einem Motor entnommen wird

Spezifischere Begriffe: Grundlast, Mittellast, Spitzenlast, Volllast, Teillast, Residuallast

Englisch: load

Kategorien: elektrische Energie, Grundbegriffe

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 10.11.2013; letzte Änderung: 27.08.2020

Der Begriff Last wird mit vielen etwas unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Gebräuchlich ist er etwa in der Mechanik und bezeichnet oft die Belastung z. B. ein Bauteils mit mechanischen Kräften. Jedoch kann auch das Bremsen einer Bewegung als eine Belastung angesehen werden; beispielsweise kann ein Motor durch eine Maschine, die er antreibt, belastet sein. Dies hat in manchen (aber nicht allen) Fällen eine Verminderung seiner Drehzahl zur Folge, außerdem eine Änderung seines Bedarfs an Energiezufuhr. Beispielsweise steigt die Stromaufnahme eines Elektromotors bei Belastung an. Sowohl das belastende Gerät als auch die entnommene Leistung kann als Last bezeichnet werden.

In der Energietechnik wird der Begriff Last weiter verallgemeinert: Er wird auch für die Entnahme von Energie in nicht mechanischer Form, z. B. als elektrische Energie, verwendet. Beispielsweise kann eine elektrische Energiequelle, etwa eine Batterie oder ein Stromnetz, durch einen angeschlossenen Verbraucher mit einer bestimmten Stromstärke belastet werden, d. h. es wird ein Strom dieser Stärke entnommen. Hiermit ist auch eine gewisse elektrische Leistung verbunden, d. h. eine bezogene Energiemenge pro Zeiteinheit, wenn es sich nicht um einen reinen Blindstrom handelt. Die momentane Leistung entspricht dem Produkt von Stromstärke und elektrischer Spannung. Der jeweilige elektrische Verbraucher oder auch die von ihm bezogene Leistung kann als eine Last bezeichnet werden. Ein Sonderfall ist hierbei eine reine Blindlast, die nur Blindleistung bezieht, aber keine Wirkleistung und insofern nicht als ein eigentlicher Verbraucher zu betrachten ist.

Wenn die bezogene Leistung höher wird als für die jeweilige Energiequelle vorgesehen, handelt es sich um eine Überlast. Eine solche kann oft für begrenzte Zeiträume toleriert werden, kann sonst aber auch zu einem Ausfall führen.

Lasten sind grundsätzlich nicht störende Phänomene, sondern quasi die Aufgabe von Energieerzeugern. Für manche Energiequellen kann das plötzliche ungeplante Wegfallen einer Last sogar zum Problem werden; beispielsweise kann ein Stromnetz dann instabil werden, und auch in einem Kraftwerk können Notmaßnahmen notwendig werden.

In einem Stromnetz können sehr viele verschiedene Lasten auftreten. Deren Leistungsentnahmen müssen durch entsprechende Einspeisungen ausgeglichen werden, die zudem auch Energieverluste im Netz abdecken müssen. Den Lasten stehen also Quellen (Einspeiser von Energie) gegenüber, die in ihrer Gesamtheit den Lasten gewachsen sein müssen.

Abgeleitete Begriffe

Diverse technische Begriffe sind vom Wort “Last” abgeleitet:

  • Ein Gerät oder ein Stromerzeuger kann oft mit Volllast (maximaler Leistung) oder Teillast betrieben werden.
  • In Stromnetzen unterteilt man den zeitabhängigen Leistungsbedarf, der als Lastgang charakterisiert wird, in eine Grundlast, Mittellast und Spitzenlast.
  • Die Jahreshöchstlast ist die höchste in einem Jahr auftretende entnommene Leistung (meist gemittelt über 15 Minuten).
  • Im Falle schwerwiegender technischer Probleme kann ein Lastabwurf erfolgen, d. h. das ungeplante Abschalten eines Teils der Verbraucher.
  • Ein Kraftwerk, welches im Lastfolgebetrieb arbeitet, folgt mit seiner eingespeisten Leistung dem jeweiligen Bedarf. Für viele Kraftwerke ist dies nicht der Fall; sie produzieren so viel Leistung wie jeweils möglich.
  • Das Lastmanagement bedeutet Methoden, den zeitlich variierenden Leistungsbedarf gezielt anzupassen, z. B. für eine möglichst geringe Spitzenlast oder entsprechend einem variierenden Leistungsangebot.
  • Die Residuallast in einem Stromnetz ist der Anteil der gesamten Last, der momentan nicht durch erneuerbare Energie abgedeckt wird.

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