RP-Energie-Lexikon
fachlich fundiert, unabhängig von Lobby-Interessen
www.energie-lexikon.info

Luftkollektor

Definition: ein Sonnenkollektor, der Luft als Wärmeübertragungsmedium benutzt

Englisch: solar air collector

Kategorien: erneuerbare Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 04.08.2011; letzte Änderung: 03.11.2018

Die meisten Sonnenkollektoren (Bauelemente zur Gewinnung von Wärme aus Sonnenenergie) verwenden Wasser (ggf. mit Zusatz von Frostschutzmittel) als Wärmeüberträgermedium. Ein Luftkollektor dagegen verwendet dafür Luft. Dies hat gewisse Vorteile:

Andererseits hat das Konzept auch Nachteile, wenn die Luft über längere Strecken transportiert werden muss (z. B. von einem Dach zu wesentlich tiefer gelegenen Wohnräumen). Wegen der geringen Wärmekapazität von Luft müssen nämlich entsprechend größere Volumina umgewälzt werden, um eine gewisse Leistung zu transportieren. (Pro Quadratmeter Kollektorfläche braucht man bei voller Sonneneinstrahlung einen Luftvolumenstrom in der Größenordnung von 100 bis 200 m3/h.) Dies erhöht auch den Energieaufwand. Es sind auch erheblich dickere Leitungen notwendig (im Vergleich zu den Wasserleitungen eines herkömmlichen Kollektors). All dies ist allerdings kein Problem, wenn ein Luftkollektor z. B. auf einer Fassade montiert und die Luft durch eine Kernbohrung über kürzeste Distanz in den dahinter liegenden Raum eingebracht wird.

Besonders auch manche photovoltaisch-thermischen Solarkollektoren (PVT-Kollektoren, Hybridkollektoren) sind als Luftkollektoren ausgeführt. Gerade wenn sie Frischluft von außen ansaugen, führt dies vor allem im Winter zu einer effektiven Kühlung der Solarzellen.

Der Artikel über Warmluftheizung behandelt weitere Aspekte, die beachtet werden sollten – unter anderem die Gefahr von Zugluft oder Aufwirbelung von Staub, wenn die Luft auf ungünstige Weise in einen Raum eingebracht wird.

Eine andere Einschränkung ist, dass sich die gewonnene Wärme schlecht speichern lässt; sie müsste dafür z. B. erst auf Wasser in einem Warmwasserspeicher übertragen werden, oder auf einen festen Speicher (z. B. eine gemauerte Wand).

Hiermit ist klar, dass Luftkollektoren im Wesentlichen dann eine gute Lösung sind, wenn der Zweck die Erzeugung warmer Luft ist und die Wärme nicht gespeichert werden muss. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sonnenwärme für die Trocknung von Holz oder anderen Stoffen eingesetzt wird; entweder wird bei mangelndem Sonnenenergieangebot auf eine andere Wärmequelle umgestellt, oder die Trocknung wird eben nur bei guter Sonneneinstrahlung durchgeführt.

Ebenfalls lassen sich Luftkollektoren für eine zusätzliche solare Beheizung von Gebäuden nutzen, wobei allerdings hier die fehlende Speichermöglichkeit nachteilig sein kann: Wenn Luftkollektoren gut arbeiten, hat das Gebäude ohnehin meist schon wesentliche solare Gewinne durch die Fenster. Anders ist dies, wenn z. B. Kellerräume zusätzlich etwas beheizt und damit getrocknet werden sollen.

Luftkollektoren können auch zur Belüftung von Wohnräumen verwendet werden. Hier wird kalte Frischluft in solchen Kollektoren erwärmt, bevor sie in den Raum eingebracht wird.

Siehe auch: Sonnenkollektor, Sonnenenergie, Lüftungsanlage, Warmluftheizung
sowie andere Artikel in den Kategorien erneuerbare Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

preview

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie das doch auch Ihren Freunden und Kollegen mit – z. B. über Social Media:

Kommentare von Lesern

Hier können Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung vorschlagen. Über die Annahme wird der Autor des RP-Energie-Lexikons nach gewissen Kriterien entscheiden. Im Kern geht es darum, dass der Kommentar für andere Leser potenziell nützlich ist.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche allerdings ohnehin nicht veröffentlichen und bei uns bald löschen. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie nur dem Autor eine Rückmeldung zukommen lassen möchten, verwenden Sie bitte den Kasten "Wie gefällt Ihnen dieser Artikel" weiter unten. Wenn Sie eine Rückmeldung vom Autor wünschen, schreiben Sie ihm bitte per E-Mail.

Ihr Kommentar:

Ihr Hintergrund:

Spam-Prüfung:

  (Bitte die Summe von fünf und zwölf hier als Ziffern eintragen!)

Bem.: Mit dem Abschicken geben Sie Ihre Einwilligung, Ihren Kommentar hier zu veröffentlichen. (Sie können diese später auch widerrufen.) Da Kommentare zunächst vom Autor durchgesehen werden, erscheinen sie verzögert, evtl. erst nach mehreren Tagen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Ihr Gesamteindruck:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Fachliche Qualität:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Lesbarkeit:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Verdient dieser Artikel (oder das Energie-Lexikon insgesamt) Ihrer Ansicht nach Links von anderen Webseiten?

nein
eventuell
ja

Kommentar:

Vielleicht haben Sie auch konkrete Vorschläge für inhaltliche Ergänzungen, nützliche Literaturangaben etc. Falls Sie eine bessere Website für dieses Thema kennen, sind wir dankbar für einen Hinweis darauf.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche zwar ohnehin nicht veröffentlichen, aber die eingegebenen Daten bleiben bei uns langfristig gespeichert. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung auf unserer Seite vorschlagen möchten, verwenden Sie dazu bitte das Formular im Kasten "Kommentare von Lesern" weiter oben. Wenn Sie eine Antwort möchten, senden Sie bitte eine E-Mail.

Spam-Prüfung:

(bitte den Wert von 5 + 8 hier eintragen!)

Wenn Ihnen das RP-Energie-Lexikon gefällt, möchten Sie vielleicht auch den RP-Energie-Blog als E-Mail-Newsletter abonnieren.

Teilen Sie den Link auf diesen Artikel mit anderen: