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Mitverbrennung

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Definition: die gemeinsame Verbrennung verschiedener Brennstoffe, z. B. von Holz zusammen mit Kohle in einem Kohlekraftwerk

Englisch: co-firing, co-incineration

Kategorien: Energieträger, erneuerbare Energie, Grundbegriffe, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 14.09.2012; letzte Änderung: 18.10.2015

Mitverbrennung (engl. Co-firing) bedeutet, dass in einer Verbrennungsanlage zusätzlich zum Haupt-Brennstoff anderes Material mit verbrannt wird. Ein Beispiel hierfür ist, dass in manchen Kohlekraftwerken ein Teil der Kohle durch Holz (auch in Form von Holzpellets), Klärschlamm oder andere Biomasse ersetzt wird, oder auch durch brennbare Abfälle (etwa Papier, Plastik, Altöl oder gebrauchte Lösungsmittel). Auch in Zementwerken wird diese Methode schon seit einiger Zeit mit Altreifen und Klärschlamm praktiziert. In anderen Fällen wird Erdgas in einem Gaskraftwerk teilweise durch Biogas oder Deponiegas ersetzt. Die Feuerungsanlagen müssen teilweise für das Co-firing abgeändert werden, aber oft diese Änderungen mit moderatem Aufwand machbar. In manchen Fällen kann die Biomasse nach ausreichender Zerkleinerung z. B. in einer Mühle den Brennraum direkt zugeführt werden. In anderen Fällen wird ein externer Biomassekessel verwendet, oder es erfolgt zunächst eine Biomassevergasung.

Soweit es sich um Abfälle handelt, spricht man auch von Ersatzbrennstoffen.

Das Gegenteil von Mitverbrennung ist die Monoverbrennung, d. h. die Verbrennung von jeweils nur einer Substanz.

Vorteile der Mitverbrennung

Die Mitverbrennung kann einige Vorteile bringen:

Das Co-firing kann auch als eine Übergangslösung verwendet werden, bis genügend Biomasse für deren alleinigen Einsatz zur Verfügung steht.

Probleme

Technische Probleme können beim Co-firing mit Biomasse dadurch entstehen, dass deren Zusammensetzung oft weniger einheitlich ist als die von fossilen Energieträgern und dass diverse bei der Verbrennung entstehende Substanzen eine vorzeitige Alterung der Anlage z. B. durch Korrosion zur Folge haben. In der Regel wird aus verbrennungstechnischen Gründen der Anteil der zugefeuerten Stoffe begrenzt, z. B. auf 10 %. Im Falle der Mitverbrennung von Klärschlamm in Kohlekraftwerken liegt die Grenze je nach Kraftwerk sogar bei wenigen Prozent.

Der großtechnische Einsatz der Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken führt mittlerweile zu einem so großen Holzverbrauch, dass dieser teilweise zu Holztransporten über große Entfernungen und zur Holzgewinnung mit fragwürdigen Methoden führt. Beispielsweise werden für europäische Kohlekraftwerke große Rodungen in Südamerika durchgeführt, und das Holz wird per Schiff über tausende von Kilometern transportiert. Da die gerodeten Wälder viele Jahre brauchen, um nachzuwachsen, ist diese Holznutzung höchstens langfristig gesehen annähernd CO2-neutral – abgesehen vom CO2-Ausstoß beim Transport des Holzes.

Siehe auch: Kohlekraftwerk, Brennstoff, Kohle, Holz, Biomasse, Deponiegas, Ersatzbrennstoff, Monoverbrennung
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieträger, erneuerbare Energie, Grundbegriffe, Wärme und Kälte

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