RP-Energie-Lexikon
fachlich fundiert, unabhängig von Lobby-Interessen
www.energie-lexikon.info

Netzspannung

Definition: die elektrische Spannung in einem Stromnetz

Englisch: grid voltage

Kategorien: elektrische Energie, Grundbegriffe

Formelsymbol: U

Einheit: Volt (V)

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 05.01.2013; letzte Änderung: 11.05.2018

Als Netzspannung bezeichnet man die elektrische Spannung, die in einem Stromnetz auftritt. Im Falle von Wechselstrom- oder Drehstromsystemen sind hierbei nicht Spitzen- oder Durchschnittswerte, sondern Effektivwerte der Spannung gemeint. Beispielsweise arbeiten Niederspannungsnetze zur Versorgung von Haushalten in Europa seit 1987 mit einem Effektivwert von 230 V (einphasig); dies ist die Spannung der Phase gegen Erde. Bei Drehstromanschlüssen wird als Netzspannung die Leiterspannung angegeben, also die Spannung zwischen je zwei Phasen und nicht die Spannung der Phasen gegen Erde (die Sternspannung), die wiederum 230 V beträgt.

Weitere Parameter der Netzversorgung (z. B. die Netzfrequenz) werden ein Europa von der Norm EN 50160 festgelegt.

In den USA gilt im Niederspannungsnetz eine Netzspannung von nur 120 V, was einerseits die Gefahren durch Stromschläge reduziert (gerade angesichts der dort verwendeten Netzstecker mit schlechtem Berührungsschutz und häufig maroder Installationen), andererseits aber höhere Stromstärken in den Leitungen nötig macht, was tendenziell die Brandgefahr z. B. bei schlechten elektrischen Verbindungen in Verteilerdosen erhöht.

In manchen Ländern wie z. B. Brasilien kommen sogar regional unterschiedliche Netzspannungen vor.

Eine Netzspannung von z. B. 230 V ist vor allem bei gleichzeitiger Berührung von Phasen- und Neutralleiter lebensgefährlich; allerdings führt nur ein kleiner Teil der Stromschläge (z. B. durch defekte Leitungen oder Geräte) zu Verletzungen oder gar Todesfällen.

Übertragungsnetze zum Ferntransport elektrischer Energie arbeiten mit weitaus höheren Netzspannungen von z. B. 380 kV oder 220 kV. Mittelspannungsnetze dagegen arbeiten z. B. mit 10 kV oder 20 kV; sie dienen z. B. der Grobverteilung innerhalb von Städten. Die den Kleinverbrauchern gelieferte Netzspannung wird erst in kleinen recht verbrauchernahen Transformatoren hergestellt.

Schwankungen der Netzspannung

Eine wichtige Aufgabe der Netzbetreiber ist die Spannungshaltung, d. h. das Gewährleisten einer nur in engen Grenzen schwankenden Netzspannung. Beispielsweise darf in Deutschland die Netzspannung bei den Verbrauchern um maximal ±10 % vom Nennwert (230 V) abweichen; Elektrogeräte (deren bezogene Leistung oft sogar stärker als die Netzspannung variiert) müssen diesbezüglich also ausreichend tolerant sein. Solche Spannungsschwankungen können verschiedenen Ursachen haben, beispielsweise Schwankungen der Netzlast und der Einspeisungen (z. B. von Photovoltaikanlagen) in der Umgebung (die Spannungsabfälle z. B. in Transformatoren verändern) und Schwankungen auf der Hochspannungsseite z. B. im Zusammenhang mit Blindströmen.

Siehe auch: elektrische Spannung, Effektivwert von Spannung und Stromstärke, Stromnetz, Spannungshaltung, Netzfrequenz
sowie andere Artikel in den Kategorien elektrische Energie, Grundbegriffe

Kommentare von Lesern

Hier können Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung vorschlagen. Über die Annahme wird der Autor des RP-Energie-Lexikons nach gewissen Kriterien entscheiden. Im Kern geht es darum, dass der Kommentar für andere Leser potenziell nützlich ist.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche allerdings ohnehin nicht veröffentlichen und bei uns bald löschen. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie nur dem Autor eine Rückmeldung zukommen lassen möchten, verwenden Sie bitte den Kasten "Wie gefällt Ihnen dieser Artikel" weiter unten. Wenn Sie eine Rückmeldung vom Autor wünschen, schreiben Sie ihm bitte per E-Mail.

Ihr Kommentar:

Ihr Hintergrund:

Spam-Prüfung:

  (Bitte die Summe von fünf und zwölf hier als Ziffern eintragen!)

Bem.: Mit dem Abschicken geben Sie Ihre Einwilligung, Ihren Kommentar hier zu veröffentlichen. (Sie können diese später auch widerrufen.) Da Kommentare zunächst vom Autor durchgesehen werden, erscheinen sie verzögert, evtl. erst nach mehreren Tagen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Ihr Gesamteindruck:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Fachliche Qualität:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Lesbarkeit:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Verdient dieser Artikel (oder das Energie-Lexikon insgesamt) Ihrer Ansicht nach Links von anderen Webseiten?

nein
eventuell
ja

Kommentar:

Vielleicht haben Sie auch konkrete Vorschläge für inhaltliche Ergänzungen, nützliche Literaturangaben etc. Falls Sie eine bessere Website für dieses Thema kennen, sind wir dankbar für einen Hinweis darauf.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche zwar ohnehin nicht veröffentlichen, aber die eingegebenen Daten bleiben bei uns langfristig gespeichert. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung auf unserer Seite vorschlagen möchten, verwenden Sie dazu bitte das Formular im Kasten "Kommentare von Lesern" weiter oben. Wenn Sie eine Antwort möchten, senden Sie bitte eine E-Mail.

Spam-Prüfung:

(bitte den Wert von 5 + 8 hier eintragen!)

Wenn Ihnen das RP-Energie-Lexikon gefällt, möchten Sie vielleicht auch den RP-Energie-Blog als E-Mail-Newsletter abonnieren.

Teilen Sie den Link auf diesen Artikel mit anderen: