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Notstromversorgung

Definition: die Versorgung mit elektrischer Energie im Notfall, oder eine Anlage für diesen Zweck

Englisch: emergency power supply

Kategorien: elektrische Energie, Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 16.02.2014; letzte Änderung: 03.11.2018

Im Falle eines Stromausfalls des öffentlichen Stromnetzes ist es häufig notwendig, eine Notstromversorgung zu gewährleisten. Diese basiert in der Regel auf einem oder mehreren Notstromaggregaten, ggf. in Verbindung mit geeigneter Regelelektronik. Anlagen mit dem Zweck der Notstromversorgung werden als Netzersatzanlagen (NEA) bezeichnet.

Viele Netzersatzanlagen sind aus Kostengründen nicht für den Regelbetrieb dimensioniert, sondern reichen lediglich für den Betrieb der besonders wichtigen Verbraucher aus (bzw. für die Anlagenteile, wo bei Ausfall die schlimmsten Schäden zu befürchten wären).

Mobile Netzersatzanlagen enthalten in der Regel einen Verbrennungsmotor mit Generator in einem Fahrzeug. Sie können im Notfall zu kritischen Verbrauchern gefahren und dort angeschlossen werden.

Typische Anwendungen und Anforderungen

Da Notstromanlagen in der Regel nur kurzzeitig zum Einsatz kommen, also nur wenige Volllaststunden pro Jahr erreichen, sind hier gewisse Qualitäten wie eine hohe Energieeffizienz, gute Abgasqualität und lange Lebensdauer von eher geringer Bedeutung. Wichtig sind jedoch je nach Einsatzfeld niedrige spezifische Kosten (z. B. in €/kW), eine hohe Zuverlässigkeit oder eine hohe Spannungsqualität:

Damit eine Netzersatzanlage z. B. in einem Haus den Betrieb aller Verbraucher bei Stromausfall ermöglichen soll, muss sie in geeigneter Weise mit der Hauselektrik verbunden sein. Diese muss im Notstromfall vom öffentlichen Stromnetz getrennt und mit dem Notstromaggregat verbunden werden. Wenn dagegen nur ein einfaches Notstromaggregat verfügbar ist, welches lediglich über eine oder mehrere Steckdosen verfügt, kann man lediglich bestimmte Verbraucher (z. B. eine Heizungsanlage und eine Tiefkühltruhe) daran anschließen, nicht jedoch z. B. die gesamten Beleuchtungsanlagen des Hauses.

Maßnahmen bei Hochverfügbarkeitsanforderungen

Bei Anwendungsfällen mit besonderen Anforderungen an die zuverlässige Verfügbarkeit von Notstromanlagen kann eine Vielzahl von Maßnahmen nötig sein:

Trotz solcher Maßnahmen sind ungeplante Ausfälle nicht völlig auszuschließen. Dies führte z. B. in 2006 dazu, dass man im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark offenbar nur knapp einen schweren nuklearen Unfall als Folge unzureichender Reaktorkühlung vermeiden konnte.

Siehe auch: Notstromaggregat, elektrische Energie, Stromausfall
sowie andere Artikel in den Kategorien elektrische Energie, Grundbegriffe

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