RP-Energie-Lexikon
fachlich fundiert, unabhängig von Lobby-Interessen
www.energie-lexikon.info

Nutzenergie

Definition: Energie in der Form, wie sie genutzt werden kann

Englisch: useful energy

Kategorien: Energieeffizienz, Grundbegriffe

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 08.06.2011; letzte Änderung: 10.11.2017

Als Nutzenergie bezeichnet man meistens Energie, wie sie vom Endbenutzer direkt benötigt wird. Beispielsweise kann es sich um Wärme zur Beheizung oder Kälte zur Klimatisierung eines Gebäudes handeln, um mechanische Antriebsenergie oder um Licht zur Beleuchtung. Die Menge von Nutzenergie pro Zeiteinheit wird als Nutzleistung bezeichnet.

Eine andere, ebenfalls gelegentlich vorkommende Bedeutung von Nutzenergie ist die Energieform, die bei einer Energieumwandlung (nicht unbedingt beim Endverbraucher) in der gewünschten (nutzbaren) Form anfällt. Beispielsweise ist in diesem Sinne die in einem Kraftwerk erzeugte elektrische Energie Nutzenergie, nicht aber Abwärme des Kraftwerks, die in die Umwelt gelangt.

Nutzenergie entsteht beim Endverbraucher häufig aus Endenergie durch eine Energieumwandlung. Beispielsweise kann ein Verbraucher elektrische Energie als Endenergie beziehen und damit eine Elektrowärmepumpe betreiben, die Heizwärme als Nutzenergie herstellt. In diesem Fall ist die Menge der Nutzenergie höher als die bezogene Endenergie (→ Leistungszahl der Wärmepumpe). In den meisten anderen Fällen ist die Menge der erhaltenen Nutzenergie aber kleiner. Beispielsweise geht bei der Umwandlung von elektrischer Energie in Licht für die Beleuchtung meistens ein wesentlicher Teil, oft sogar der überwiegende Teil der Energie verloren, bzw. wird genauer gesagt in Wärme umgewandelt, die je nach Situation als Heizwärme willkommen ist oder im Falle eines klimatisierten Raums auch unerwünscht sein kann.

Man beachte, dass der eigentliche Nutzen einer Energieanwendung oft nicht eine Energieform als solche ist. Beispielsweise besteht der Nutzen bei der Beheizung eines Gebäudes nicht wirklich in der zugeführten Wärme, sondern in einer angenehmen Raumtemperatur. Wie viel Wärmezufuhr hierfür benötigt wird, hängt unter anderem von der Qualität der Wärmedämmung des Gebäudes ab. Eine hohe Energieeffizienz bedeutet also nicht nur eine effiziente Umwandlung der Primärenergie über die Endenergie in Nutzenergie, sondern auch die effektive Verwendung der Nutzenergie.

Siehe auch: Nutzleistung, Energie, Endenergie, Energiedienstleistung, Energieeffizienz, Verlustleistung
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Grundbegriffe

Teilen Sie den Link auf diesen Artikel mit anderen: