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RP-Energie-Lexikon
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Ökologisches Bewusstsein und Wegwerfgesellschaft – ist das miteinander vereinbar?

Autor: Mike Steffens

Schutz der Erde

Abbildung 1: Der Schutz der Erde ist wichtig – wie ist er aber mit der Wegwerfgesellschaft vereinbar? pixabay.com © geralt CC0 1..0

Wie viel Müll produzieren Menschen in einer Woche? Dies ist die Fragestellung des Fotografen Gregg Segal. Er bat Menschen unterschiedlicher Herkunft und in verschiedenen Lebenssituationen, ihren Müll eine Woche lang zu sammeln – und sich dann mit diesem fotografieren zu lassen. Die Bilder, die dabei entstanden, zeigen klar die Bilanz der heutigen Wegwerfgesellschaft. Die Süddeutsche Zeitung hat eine Auswahl der Fotografien veröffentlicht und lud Segal zum Interview ein. Seine persönliche Konsequenz des Shootings: Er hat den Müll seiner Familie drastisch reduziert. Eine Frage bleibt dabei aber unbeantwortet: Trotz des Begriffs Wegwerfgesellschaft ist das ökologische Bewusstsein heutzutage groß. Die Politik versucht, den Treibhauseffekt nicht weiter zu verstärken, die CO2-Emissionen sollen vermindert und der Müll reduziert werden – Recycling ist weiterhin eines der Modewörter unserer Zeit. Wie sieht das aber die Gesellschaft? Zieht sie mit der Politik an einem Strang, oder produziert sie weiterhin ohne darüber nachzudenken Müll? Durch das Betrachten der unterschiedlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktoren im Hinblick auf die Wegwerfgesellschaft und den Umweltschutz soll diese Frage beantwortet werden.

1. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren unserer Wegwerfgesellschaft

Müllberge

Abbildung 2: Neu ist immer besser – mit dieser Einstellung werden die Müllberge immer größer. © Friedberg - Fotolia.com

Eine Wegwerfgesellschaft entsteht nicht nur einfach so. Die Wirtschaft muss entsprechendes Verhalten fördern, sonst käme es nicht zu dem Überschuss an Müll. Die Nachfrage bestimmt das Angebot: Wenn Menschen ein Handy nur für zwei Jahre besitzen wollen, dann müssen bis dahin neue und bessere Modelle auf dem Markt sein, damit das alte wirklich einfach weggeschmissen werden kann. Der am häufigsten gebrauchte Begriff hierbei ist die geplante Obsoleszenz.

1.1 Geplante Obsoleszenz der Industrie

Schnell kaufen und schnell wegwerfen – das ist die Folge schneller Obsoleszenz. Geplant wird sie allerdings nicht von der Gesellschaft, sondern von der Wirtschaft. Die Nachfrage der Gesellschaft besagt, dass es immer schneller immer bessere Produkte geben soll; damit diese aber auch gekauft werden, werden die Geräte so entworfen, dass sie innerhalb einer bestimmten Zeit kaputt gehen. Jeder kennt beispielsweise das Problem mit dem Akku des Laptops: Zwei Jahre lang funktioniert er ausgezeichnet – im dritten lässt seine Leistungsfähigkeit aber kontinuierlich nach.

geplante Obsoleszenz

Abbildung 3: Zahlreichen Gegenständen wird eine geplante Obsoleszenz nachgesagt. © thingamajiggs - Fotolia.com

Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) bringt ein weiteres aktuelles Beispiel an: Das Microsoft-Betriebssystem Windows XP. Dieses wird noch von Millionen Nutzern verwendet, die Sicherheitsupdates sind aber am 8. April ausgelaufen. Dies bedeutet, dass für das System kein aktueller Virenschutz mehr besteht und auch Support-Anfragen nicht mehr oder kaum noch beantwortet werden. Die XP-Nutzer sind daher gezwungen, auf ein neueres System umzusteigen, um weiterhin Updates zu erhalten. Besonders im elektronischen Bereich ist diese geplante Obsoleszenz enorm – allerdings wird sie wahrscheinlich nur so lange erhalten bleiben, wie die Nachfrage in der Gesellschaft nach immer neuen und besseren Produkten besteht. Abbildung 3: Zahlreichen Gegenständen wird eine geplante Obsoleszenz nachgesagt.

3.2 Billige Produkte ziehen Kunden verstärkt an

billige Produkte

Abbildung 4: Billig ist immer gut – günstige Produkte und Rabattaktionen ziehen Kunden an. pixabay.com © geralt CC0 1..0

“Geiz ist Geil”, “Aus Tradition günstig”, “Markenschuhe so günstig” – dies sind drei Beispiele der Slogans bekannter Unternehmen und Marken. Niedrige Preise ziehen Kunden an, sie wollen kein Vermögen für einen Fernseher oder ein neues Paar Schuhe ausgeben. Ganz offensiv zeigt sich diese Mentalität bei der Primark-Kette. Das Unternehmen verkauft Kleidung – billige Kleidung. Die Qualität lässt oft zu wünschen übrig, aber dafür sind die Stücke so günstig, dass statt einem T-Shirt gleich zehn gekauft werden können. Die ZEIT berichtete von der Eröffnung des Stores in Köln: Früh um 6 Uhr standen die ersten Kunden vor dem Laden; als die Türen um zehn Uhr das erste Mal geöffnet wurden, war die Schlange auf 180 Meter angewachsen. Die Menschen erstürmten das Geschäft, eine jubelnde Menge, die an den berühmt-berüchtigten Black Friday in den USA erinnerte. Der Unterschied ist nur: Bei Primark gibt es das ganze Jahr über günstige Sachen. Die Papiertüte des Ladens prägt mittlerweile fast überall das Stadtbild, es werden Wochenendausflüge zu den Stores in der Nähe unternommen. Dass die Klamotten meist nur ein paar Waschmaschinengänge aushalten, ist egal – immerhin sind sie günstig. Das Interessanteste ist aber die Marketingstrategie: Es gibt keine laute Werbung. Mundpropaganda und die vielen YouTube-Videos, in denen junge Mädchen stolz ihre Beute aus dem Laden zeigen, reichen aus, um die Kunden anzulocken. Dies zeigt, dass günstige Produkte immer noch wie Magneten auf die Kunden wirken; in diesem Aspekt scheint der Vorwurf der Wegwerfgesellschaft also zu stimmen.

2. Wirtschaft: Welche Rolle spielt der Umweltschutz?

Die Politik versucht durch Klimaschutzkonferenzen und verschiedene Vorgaben, den Umweltschutz zu fördern. Die Wirtschaft wurde dadurch für das Thema sensibilisiert – sie versuchen selbst, unabhängig von der Politik, etwas für die Umwelt zu tun. Der Metronom pflanzte zum Beispiel zusammen mit dem Trinkwasserwald e.V. Bäume für eine Spende ihrer Kunden. Der Umweltschutz spielt daher eine immer größere Rolle, wie auch die folgenden Beispiele zeigen.

Mittelweg

Abbildung 5: Die Wirtschaft muss den Mittelweg zwischen Menschen und der Erde sowie ihrem Profit finden. © fotogestoeber - Fotolia.com

2.1 Präsentation von Zertifikaten

Zertifikate zeigen eine besondere Qualifikation auf. Sie werden gerne ausgestellt, damit jeder darüber Bescheid weiß. Es gibt verschiedene Umweltschutzorganisationen, wie den FSC (Forest Stewardship Council) oder die Biodiversity in Good Company. Beide setzen sich für Nachhaltigkeit, die Schonung der Ressourcen und den generellen Umweltschutz ein. Unternehmen, die ihre Zertifikate tragen, nehmen die Werte der Organisationen ernst und handeln zum größten Teil direkt danach. Um die Kunden transparent darüber zu informieren, werden die Zertifikate gerne auf der Homepage des Unternehmens präsentiert; bionade.de und raab-verlag.de sind hier zwei gute Beispiele, wie die Präsentation nebst der entsprechenden Information an die Kunden aussehen kann. Sie einfach nur auf die eigene Seite zu setzen, reicht in den meisten Fällen nämlich nicht aus: Viele Menschen kennen die Bedeutung der Zertifikate nicht; zusammen mit einer kurzen Erklärung wird es aber ersichtlich, wofür sie stehen und welchen Platz der Umweltschutz in der Unternehmensphilosophie einnimmt.

2.2 Klimaneutralität wird ernst genommen

Klimaneutralität

Abbildung 6: Durch den Kauf von CO2-Zertifikaten wird die Klimaneutralität hergestellt. © Trueffelpix - Fotolia.com

CO2 ist eines der gefährlichen Treibhausgase. Es kommt zwar auch natürlich vor, allerdings ist die Konzentration in der Luft bedenklich angestiegen. Es gilt, diese wieder zu reduzieren, damit die Umwelt geschont wird. Unternehmen nehmen die Klimaneutralität, die mit den CO2-Emissionen einhergeht, sehr ernst. Die Emissionen lassen sich berechnen, womit der erste Schritt hin zur Klimaneutralität getan ist. Wenn die Unternehmen wissen, wie viel CO2 sie bei der Herstellung eines Produktes emittiert haben, können sie durch den Kauf von Emissionsminderungszertifikaten dies wieder einsparen. Anerkannte Klimaschutzprojekte verkaufen die Zertifikate. Wenn sich alle Unternehmen an diesen Weg halten würden, wäre es schnell möglich, den CO2-Ausstoß auf das im Kyoto-Protokoll geforderte Maß zu senken. Das Protokoll gibt Richtlinien an, wie viel der Prozente der Treibhausgase bis zum Jahr 2020 eingespart werden sollen – Deutschland ist hier auf einem guten Weg. (http://www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/kyoto-protokoll/)

2.3 Umweltschutz als Marketingfaktor: nicht zu unterschätzen

Der Umweltschutz als Marketingfaktor – Unternehmen sollten dieses Mittel nicht unterschätzen. Die Gesellschaft wird immer mehr dahingehend sensibilisiert, sodass sie vermehrt auf Produkte achten wird, die ein Umweltsiegel tragen. Firmen, die keines haben, könnten dadurch einen Wettbewerbsnachteil haben und entsprechend weniger Umsatz erreichen. Hier gilt es daher, das Budget für diesen Bereich nicht zu knapp zu bemessen. So gerne günstige Produkte verwendet werden – vor allem bei elektronischen Geräten greifen die Kunden lieber auf diejenigen mit einer guten Energiebilanz eines Gebäudes und damit einer höheren Möglichkeit, CO2 zu sparen, zurück, als auf die oft wesentlich günstigeren Geräte mit einer schlechteren Bilanz.

3. Gesellschaft: Welche Punkte sprechen gegen die Wegwerfgesellschaft?

Wie im vorherigen Kapitel schon angemerkt, wird die heutige Gesellschaft zwar als Wegwerfgesellschaft betitelt, der Schutz der Umwelt ist ihr aber dennoch wichtig. Es gibt daher einige Aspekte, die gegen die Annahme sprechen, alles müsse immer neuer und besser sein. Vor allem die in den letzten Jahren entstandenen Entwicklungen zeigen deutlich, dass der Trend in eine andere Richtung geht. Altes wird wieder modern; Vintage ist beispielsweise bei den Möbeln eine neue Richtung. Dabei ist das Modewort einfach nur eine Beschreibung für antike Möbel, die Gebrauchsspuren aufweisen – wie direkt vom Flohmarkt gekauft. Mit dem Ausdruck Vintage werden sie salonfähig. Möbel sind aber nicht das einzige Beispiel, das aufzeigt, dass die Wegwerfgesellschaft in der heutigen Zeit in Frage gestellt wird.

3.1 Bewusstsein für umweltfreundliche Produkte

umweltfreundliche Produkte

Abbildung 7: Die Gesellschaft achtet immer mehr auf umweltfreundliche Produkte und vor allem auf die Energiebilanz der elektronischen Geräte. pixabay.com © OpenClips CC0 1..0

Die Menschen gehen gegen die Atomenergie auf die Straße, sie fordern grüne Energien und achten beim Einkauf auf Bioprodukte sowie auf die Energiebilanz ihrer Elektronikgeräte: Umweltschutz nimmt immer mehr Platz im Bewusstsein der Gesellschaft ein. Die Leinen- oder Jutebeutel sind wieder häufiger zu sehen als Plastiktaschen. Die Idee des Supermarkts “Original Unverpackt” in Berlin-Kreuzberg zeigt ebenfalls an, dass die Menschen gerne auf Müll verzichten und damit die Umwelt schützen wollen. Bei diesem Supermarkt gibt es nichts abgepackt: Die Kunden füllen sich ihre benötigten Mengen selbst in wiederverwendbare Behälter ab. Laut berlinonline.de bekam das Projekt gleich am ersten Tag bei Startnext, einer Crowdfounding-Plattform, 20.000 Euro an Spenden, die benötigte Summe von 45.000 Euro war schnell erreicht und noch schneller überschritten: Die Menschen wollen demnach etwas für den Umweltschutz tun, bisher fehlen ihnen anscheinend nur die nötigen Mittel dazu. Aber auch in anderen Bereichen wird deutlich, dass die Wegwerfgesellschaft gar nicht mehr so direkt anzutreffen ist.

3.2 Wiederkehr der Flohmarktkultur

Flohmarkt

Abbildung 8: Flohmärkte erleben ihre Wiederkehr: Immer mehr Menschen stöbern wieder gerne auf den Gebrauchtmärkten nach Schätzen. pixabay.com © geralt CC0 1..0

Flohmärkte werden wahrscheinlich nie aussterben. Es gibt immer Sachen, die jemand nicht mehr braucht, ein anderer aber gerne annehmen würde. Mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt wieder regelmäßig Flohmärkte, auf denen neben Schmuck und Büchern auch alte Möbel oder Porzellan sowie Kleidung verkauft wird. Neben dem traditionellen Flohmarkt hat sich außerdem einer im Internet etabliert – dieser funktioniert aber nach anderen Richtlinien. Es ist eher ein Verschenkemarkt: Unter dem Namen “Free Your Stuff” eröffnete Simon Neumann laut focus.de eine Facebookgruppe, auf der er seinen alten Röhrenfernseher verschenken wollte. Er lud seine Freunde ein, diese wiederum ihre Freunde – ein Schneeballprinzip, das hervorragend funktionierte; innerhalb kürzester Zeit war die Gruppe die größte in Deutschland, die dieses Prinzip verfolgt. Für jede größere Stadt gibt es eine eigene, die Regeln sind immer die gleichen: Vor ein Gesucht wird ein “NEED” gesetzt, vor ein Geschenk ein “GIVE”. Derjenige, der am schnellsten ist, bekommt das Geschenk. Studenten und Arbeitslose sowie auch andere Menschen, die nicht viel Geld besitzen, können so an Möbel und andere Einrichtungsgegenstände kommen und ihre Lebensqualität aufwerten. Verschenken statt wegwerfen – der Erfolg dieser Idee zeigt, wie ungern Menschen noch heile Sachen einfach auf den Müll werfen.

3.3 Reparatur kaputter Gegenstände

Reparatur

Abbildung 9: Der kaputte PC wird nicht weggeschmissen, sondern repariert - wer keine Ahnung von der Materie hat, kann sich in einem Repair Café Hilfe suchen. © Photographee.eu - Fotolia.com

Eine kaputte Waschmaschine landet oft auf dem Sperrmüll – so sollte es zumindest sein bei einer Wegwerfgesellschaft. Ein neuer Trend macht sich aber auch hier breit: die Reparatur. Anstatt direkt einen neuen Fahrradreifen zu kaufen, wird Kindern wieder beigebracht, wie dieser zu reparieren ist. Vom Desktop-PC wird das kaputte Teil ausgetauscht, der Kühlschrank oder die Waschmaschine wird möglichst wieder funktionstüchtig gemacht. Dass dies nicht immer klappt, ist klar – allerdings gibt es mittlerweile Möglichkeiten, seine eigenen Kenntnisse in der Technik aufzufrischen und weiterzubilden, um beinahe jeden Gegenstand wieder zum Funktionieren zu bekommen. Sogenannte Repair Cafés eröffnen zur Zeit überall in Deutschland. In diesen treffen sich die Menschen mit ihren kaputten Gegenständen und unterstützen sich gegenseitig beim Reparieren. Teilweise sind auch Fachleute vor Ort, die einige Tipps für die Heimwerker haben. Fernseher, Mikrowellenofen oder auch ein Toaster – generell kann hier alles repariert werden. Um das Fahrrad wieder straßentauglich zu machen, sind die Repair Cafés nicht immer die richtige Adresse – hier eignen sich eher Fahrradwerkstätten, die eine Selbstreparatur anbieten. Die Kunden haben alle Ersatzteile direkt vor Ort, sowie auch einen Ansprechpartner, falls sie keine Ahnung haben, wie sie das Rad wieder fahrtüchtig bekommen. Dies zeigt, dass der Trend sich immer mehr in Richtung Reparatur statt Neukauf bewegt.

4. Fazit: Der Trend im wirtschaftlichen und sozialen Bereich entfernt sich von der Wegwerfgesellschaft

Eine Wegwerfgesellschaft und ein ökologisches Bewusstsein lassen sich nicht gut miteinander vereinbaren. Aus diesem Grund bewegt sich die Gesellschaft wieder weg von ihrem Denken, dass neu immer besser ist. Wie die Kapitel in diesem Essay gezeigt haben, arbeiten sowohl die Wirtschaft als auch die Menschen für mehr Umweltschutz. Es wird eine nachhaltigere Produktion betrieben und kaputte Gegenstände wandern nicht mehr sofort in den Müll – es wird zumindest der Versuch unternommen, sie zu reparieren. Dies stellt dar, dass im sozialen wie im wirtschaftlichen Bereich der Schutz der Umwelt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Eine Wegwerfgesellschaft wird diesem Anspruch nicht gerecht, darum ist es nur eine logische Entwicklung, dass sich der Trend umkehrt und die Gegenstände wieder einen Wert besitzen – selbst wenn beispielsweise das Handy alle zwei Jahre ein neues ist, wird das alte nicht mehr weggeschmissen, sondern eher verschenkt oder verkauft. Damit wird der Ausschuss reduziert. Wenn der Fotograf Segal in einigen Jahren wiederum Menschen ihren Müll sammeln lässt, wird er sehr wahrscheinlich Bilder bekommen, auf denen weitaus weniger Abfall zu sehen ist – die Wegwerfgesellschaft verschwindet langsam wieder.

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Thesen zum Klimaschutz

1. Die Klimagefahren sind real.

Die absolut überwiegende Mehrheit der Klimaforscher bestätigt das.

Manche Leute aus anderen Fachgebieten meinen es besser zu wissen als all diese Forscher. Das ist lächerlich.

Es gibt immer Minderheitsmeinungen, auch unter Forschern, und manchmal stimmen diese sogar. Aber darauf zu bauen, dass die große Mehrheit total daneben liegt, wäre eine große Dummheit.

2. Plötzliche Klima­änderungen sind höchst gefährlich.

Die Natur hat sich über lange Zeit an das derzeitige Klima angepasst. Starke Änderungen innerhalb nur einiger Jahrzehnte hätten dramatische Folgen.

Auch die Menschheit kann sich nicht an beliebig veränderte Umweltbedingungen anpassen.

Dass es vor tausenden von Jahren erhebliche Klimaschwankungen gab, heißt keineswegs, dass wir damit zurechtkommen werden!

3. Klimaschutz kostet viel Geld – kein Klima­schutz noch viel mehr!

Die Vorstellung, man solle lieber Geld sparen, um damit dann eine Klimakatastrophe zu überstehen, ist geradezu absurd. Die Folgen starker Klimaveränderungen sind unabsehbar und dann nicht mehr korrigierbar.

Wer unseren Wohlstand bewahren will, wünscht sich zu allerletzt einen schnellen Klimawandel!

4. Zeigefinger auf China sind unangebracht.

  • Dürfen Chinesen pro Kopf weniger CO2 emittieren, nur weil es viele Chinesen gibt?
  • Können wir massenhaft Güter aus China importieren und die Verantwortung für die dabei entstehenden Emissionen von uns weisen?
  • Wer selbst weit überdurchschnittliche Pro-Kopf-Emissionen verursacht, zeigt besser nicht mit dem Finger auf andere.

Lesen Sie unseren Artikel zum Thema!

5. Viele Maßnahmen für den Klimaschutz sind ohnehin auch aus anderen Gründen nötig.

  • Eine massive Abhängigkeit z. B. von Erdöl und Erdgas ist gerade in Zeiten stark rückläufger Förderung in Europa wirtschaftlich und politisch hoch gefährlich.
  • Kohlekraftwerke schaden nicht nur dem Klima: Auch in Europa verursachen sie jährlich tausende vorzeitiger Todesfälle durch Luftverschmutzung.

Einfach weiterzuwursteln wie bisher ist keine Option!

6. Energiewende: ja, aber bitte richtig.

  • Eine echte Energiewende ist unverzichtbar, um unsere ökonomische und ökologische Zukunft zu retten.
  • Die deutsche Energiewende findet bisher fast nur im Strombereich statt, und selbst dort wird mittlerweise rabiat gebremst.
  • Die Wärmewende wäre besonders wichtig: Sehr viel Energie wird in Form von Wärme gebraucht oder verschwendet. Sorgen wir dafür, dass wir auch morgen noch in warmen Häusern leben können!

7. Substitution ist nötig, hat aber Grenzen.

  • Wir können viel Kohlestrom z. B. durch Wind- und Solarstrom ersetzen – beim Strom gibt es viele Möglichkeiten.
  • Im Wärmebereich ist es schwieriger: z. B. Holz als Ersatz für Erdgas gibt es nicht unbegrenzt.
  • Strom für Wärme (z. B. mit Elektrowärmepumpen) geht auch, aber sehr viel Öko­strom im Winter zu erzeugen ist schwierig!

Also: Allein mit Substitution schaffen wir es nicht! Der Verbrauch muss runter!

8. Kernenergie ist ein Nebenkriegsschauplatz.

  • Weltweit deckt die Kernenergie nur wenige Prozent des Energiebedarfs – in Zukunft noch weniger.
  • Ein entscheidender Beitrag der Kernenergie zum globalen Klimaschutz scheitert schon an den Kosten.
  • Auf die ferne Zukunftshoffnung Kernfusion zu setzen, ist Traumtänzerei: Wenn das überhaupt je geht, ist es wohl unbezahlbar.

Also: Von der Kernenergie wird es nicht abhängen, ob wir das Klimaproblem lösen.

9. Energieeffizienz ist enorm wichtig.

  • Nur wenn wir entscheidend weniger Energie brauchen, können wir den Bedarf sauber, sicher und bezahlbar decken.
  • Energieeffizienz hat enorme Potenziale – bei uns und weltweit.
  • Effizienz ist nachhaltig: Das funktioniert dauerhaft, ohne neue schwierige Probleme aufzuwerfen.

Also: Wir müssen unbedingt die Energieeffizienz kraftvoll vorantreiben!

10. Suffizienz ist eben­falls unverzichtbar.

  • Überbordende Ansprüche zu erfüllen, etwa auf jährliche Flugreisen, ist kaum auf nachhaltige Weise machbar.
  • Es ist nicht vertretbar, dass die einen Energie gedankenlos in Mengen konsumieren, während andere noch nicht genug zum Leben haben.

Beachten Sie: Je weniger erfolgreich wir bei Substitution und Effizienz sind, desto wichtiger wird die Rolle der Suffizienz.

11. Emissionshandel ist gut und richtig, aber kein Allheilmittel.

  • Emissionshandel kann helfen, Klimaschutz möglichst kostengünstig zu praktizieren.
  • Wir brauchen deswegen ein globales Emissionshandelssystem.
  • Allein darauf zu setzen, wäre aber grundfalsch. Die Meinung von gewissen Ökonomen, Emissionshandel mache das deutsche EEG überflüssig, basiert auf nachweisbaren Denkfehlern.

12. Nicht jede Maß­nahme ist sinnvoll.

Manche sagen, wir bräuchten alle Beiträge zum Klimaschutz, die zu kriegen sind. Aber:

  • Wir haben begrenzte Resourcen. Wenn mehr davon in wenig wirksame Maßnahmen fließt, erreichen wir weniger, nicht mehr.
  • Unrealistische Hoffnungen z. B. auf neue Wundertechnologien sind gefährlich.

Also: Gezielt realisieren, was funktioniert! Nicht auf Wunder warten, sondern heute handeln!

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