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テ僕heizung

Definition: eine Heizungsanlage, die mit Heizテカl betrieben wird

Englisch: oil heating

Kategorien: Haustechnik, Wテ、rme und Kテ、lte

Autor: Dr. Rテシdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusテ、tzliche Literatur vorschlagen

Ursprテシngliche Erstellung: 05.07.2010; letzte テnderung: 21.10.2018

Eine テ僕heizung ist eine Heizungsanlage, die mit Heizテカl betrieben wird – im privaten Bereich praktisch immer mit Heizテカl EL (extraleicht). In aller Regel handelt es sich um eine Zentralheizung, bei der ein Heizkessel mit einem daran montierten テ僕brenner im Heizkeller aufgestellt wird. Zu einer solchen Anlage gehテカrt zusテ、tzlich ein テ僕tank, dessen Kapazitテ、t typischerweise dem テ僕verbrauch von ein bis zwei Jahren entspricht.

Arten von テ僕-Heizkesseln

Alte テ僕heizkessel mit konstanter Betriebstemperatur

Sehr alte テ僕heizkessel, die heute zumindest als kleinere Anlagen fテシr Einfamilienhテ、user nur noch vereinzelt im Betrieb sind, sind Gusskessel (Kessel aus Gusseisen), die mit einer etwa konstanten Kesseltemperatur von z. B. 65 bis 75 °C betrieben werden (→ Konstanttemperaturheizkessel). Niedrigere Kesseltemperaturen wテシrden solchen Kesseln schaden, weil Wasserdampf im Kessel kondensieren kテカnnte und das Kondensat vor allem durch den Schwefel-Anteil des Heizテカls eine aggressive Sテ、ure bildet. Wenn dann das Heizsystem eine niedrigere Vorlauftemperatur benテカtigt, wird dies durch einen Dreiwege- oder Vierwegemischer erreicht, der das immer etwa gleich heiテ歹 Kesselwasser mit kテシhlerem Wasser vom Heizungsrテシcklauf auf die benテカtigte Temperatur mischt.

テ僕-Heizkessel
Abbildung 1: Der テ僕-Heizkessel eines Mehrfamilienhauses (hellroter Kasten) mit einer Heizleistung von 350 kW. Im Kasten davor ist der テ僕brenner untergebracht, darテシber das schwarze Regelgerテ、t fテシr die Kesseltemperatur. Der relativ alte Heizkessel wird mit etwa konstanter Kesseltemperatur betrieben (→ Konstanttemperaturheizkessel).

Die Abgastemperatur liegt meist weit テシber 120 °C, was typischerweise zu einem Volllast-Wirkungsgrad in der Grテカテ歹nordnung von 90 % bezogen auf den Heizwert des テ僕s fテシhrt. Bei geringer Auslastung (also in der Praxis sehr hテ、ufig) fテ、llt der Wirkungsgrad aber noch erheblich ab, da diverse Wテ、rmeverluste (auch bei nicht arbeitendem テ僕brenner) stark ins Gewicht fallen. Bei reiner Warmwasserbereitung im Sommer kann der Wirkungsgrad sogar deutlich unter 20 % abfallen. Die Verluste テシber den Schornstein oder die Abgasleitung werden oft durch eine Abgasklappe reduziert, welche bei abgestelltem Brenner automatisch geschlossen wird.

Der テ僕brenner ist in aller Regel ein Geblテ、sebrenner. Das Heizテカl wird unter Druck durch eine Zerstテ、uberdテシse gedrテシckt (manchmal nach elektrischer Vorwテ、rmung), so dass im Brennraum ein feiner テ僕nebel entsteht. Die Flamme wird nach dem Einschalten mit einem elektrischen Lichtbogen gezテシndet. Ein Geblテ、se fテシhrt die passende Menge von Verbrennungsluft zu. Ein テ僕wテ、chter (Flammensensor) テシberwacht die Verbrennung und wテシrde die テ僕zufuhr stoppen, wenn die Flamme erlischt. Konstruktive Details des テ僕brenners kテカnnen die Bildung von Ruテ und Stickoxiden wesentlich beeinflussen.

Der Austausch lediglich des テ僕brenners bei Weiterverwendung eines alten Heizkessels kann die Energieeffizienz der Anlage nicht markant erhテカhen, sondern allenfalls die Stickoxidkonzentration im Abgas reduzieren und die Ruテ歛blagerungen im Kessel reduzieren. Der Austausch des Heizkessels bietet ein viel hテカheres Einsparungspotenzial.

Niedertemperaturkessel

Niedertemperaturheizkessel sind schon seit den 1980er Jahren eine verbreitete Variante, die deutlich besser ist als die oben beschriebene, aber lテ、ngst nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Hier wird die Kesseltemperatur direkt auf die benテカtigte Vorlauftemperatur gebracht, so dass kein Mischer mehr benテカtigt wird. Die Bereitschaftsverluste werden hierdurch erheblich geringer. Die eingesetzten テ僕brenner sind nicht grundsテ、tzlich anders als bei alten Heizkesseln.

Brennwertkessel

Stand der Technik sind heute Brennwertkessel. Diese Technik wurde zuerst fテシr Erdgas eingefテシhrt, ist aber auch fテシr テ僕kessel erhテ、ltlich (und ebenfalls fテシr Pelletkessel). Das Abgas wird im Kessel (oder evtl. in einem nachgeschalteten Wテ、rmeテシbertrager) so weit herunter gekテシhlt, dass ein wesentlicher Teil des Wasserdampfs auskondensiert und auch die Kondensationswテ、rme gewonnen werden kann. Auch die Bereitschaftsverluste sind bei modernen Brennwertkesseln nochmals erheblich reduziert.

Der テ僕brenner ist bei Brennwertkesseln hテ、ufig so in den Kessel integriert, dass keine anderen Brennermodelle eingesetzt werden kテカnnten. Die kompakte Bauform ist platzsparend und vermindert Wテ、rmeverluste.

Das Kondensat des Brennwertkessels ist wegen des Schwefelgehalts des Heizテカls sauer. Meist muss es neutralisiert werden, bevor es in die Kanalisation eingeleitet werden kann. Der notwendige regelmテ、テ殃ge Ersatz des Neutralisationsmittels (meist einem Granulat) erhテカht die Wartungskosten geringfテシgig.

テ僕tank

Zu einer テ僕heizungsanlage gehテカrt ein テ僕tank, der meist entweder aus Metall oder aus Kunststoff gefertigt ist. Seine Kapazitテ、t richtet sich meist etwa nach dem jテ、hrlichen テ僕verbrauch, so dass ein Nachfテシllen hテカchstens einmal jテ、hrlich notwendig ist. Eine etwas hテカhere Kapazitテ、t ermテカglicht es, das Nachtanken in Zeiten mit relativ niedrigen テ僕preisen (hテ、ufig im Sommer) zu legen. Dies ist ein Vorteil gegenテシber einer Gasheizung, bei der das Erdgas jeweils zum aktuellen Preis gekauft werden muss, wenn es benテカtigt wird. Jedoch gelingt die Spekulation auf mテカglichst tiefe Preise nicht immer, da Preisschwankungen oft unvorhergesehen auftreten, z. B. durch politische oder wirtschaftliche Krisen ausgelテカst.

Meist steht ein テ僕tank in einem speziellen Tankraum im Keller und belegt dort einiges an Platz. Um dies zu vermeiden, kann auch ein Auテ歹ntank z. B. im Boden unter einem Garten untergebracht werden. In jedem Fall ist die Errichtung eines Heizテカltanks mit hohen Kosten verbunden, allein schon wegen der Schaffung eines dafテシr geeigneten Raums (z. B. eines zusテ、tzlichen Kellerraums).

Da Heizテカl stark grundwassergefテ、hrdend ist, mテシssen テ僕tanks regelmテ、テ殃g inspiziert und ggf. gewartet werden. Auテ歹rdem gibt es strenge Bestimmungen fテシr den Tankraum; insbesondere muss sichergestellt sein, dass aus einem undicht gewordenen Tank austretendes テ僕 keinesfalls in einen Wasserablauf geraten kann. Probleme mit alten テ僕tanks kテカnnen erhebliche Kosten verursachen.

テ北ologische Bewertung

Das テカkologische Hauptproblem von テ僕heizungen ist die Klimagefahren durch die Kohlendioxid-Emissionen. Diese kテカnnen durch Einsatz modernster Brennwerttechnik ein Stテシck weit reduziert werden – genau in dem Maテ歹, in dem auch der テ僕verbrauch gesenkt wird. Jedoch bleibt eine テ僕heizung auch dann klimabelastend – natテシrlich stark abhテ、ngig vom Wテ、rmebedarf des Gebテ、udes, der durch Wテ、rmedテ、mmung stark reduziert werden kann. Bei gleichem Wテ、rmebedarf emittiert eine Gasheizung deutlich weniger CO2.

Der Schwefelgehalt des Heizテカls ist heute recht gering und dテシrfte in Zukunft noch weiter abgesenkt werden, so dass Schwefeldioxid-Emissionen (SO2) relativ niedrig ausfallen. Die Bildung von Ruテ und Stickoxiden wird durch moderne Brennertechnik relativ gering gehalten. Tendenziell werden mehr Luftschadstoffe erzeugt als bei Gasheizungen, jedoch nicht in bedenklichem Umfang. Das CO2-Problem ist klar dominierend.

Der Transport und die Lagerung von Heizテカl fテシhrt gelegentlich zu Unfテ、llen, bei denen テ僕 auslテ、uft und den Boden oder gar das Grundwasser belasten kann. In den Industrielテ、ndern sind solche Unfテ、lle allerdings relativ selten geworden.

Gefahr von Preissteigerungen

Der Preis des Erdテカls und damit auch des Heizテカls ist starken Schwankungen unterworfen. Mittel- bis langfristig ist ein starker Anstieg des テ僕preises zu erwarten, wenn die weltweite テ僕nachfrage die Fテカrderkapazitテ、ten erreicht oder テシbersteigt. Da die Fテカrderkapazitテ、ten in den meisten Fテカrderlテ、ndern von Jahr zu Jahr deutlich zurテシckgehen, kテカnnte das globale Fテカrdermaximum (Peak Oil) schon bald auftreten und dann zu grテカテ歹ren Preisausschlテ、gen als jemals zuvor fテシhren.

Die Preisproblematik dテシrfte der Hauptgrund dafテシr sein, dass in Neubauten heute kaum mehr テ僕heizungen eingebaut werden; es ist wenig attraktiv, sich von einem zur Neige gehenden fossilen Brennstoff abhテ、ngig zu machen. Auテ歹rdem werden auch viele テ僕heizungen auf das noch wesentlich lテ、nger reichende Erdgas umgestellt. (Oft genテシgt hierfテシr schon der Ersatz des Brenners, wenn ein Gasanschluss vorhanden ist.) Ebenfalls werden テ僕heizungen durch Pelletheizungen und Wテ、rmepumpenheizungen ersetzt, wobei Wテ、rmepumpen fテシr die Altbausanierung hテ、ufig weniger gut geeignet sind wegen der relativ hohen benテカtigten Vorlauftemperaturen.

Wenn die テ僕preise einmal scharf ansteigen, dテシrften die Preise von Erdgas und Holzpellets dem allerdings folgen, da die Nachfrage nach diesen Brennstoffen dann rapide ansteigen und die jeweiligen Kapazitテ、tsgrenzen ebenfalls ausschテカpfen wird. Insofern ist der Umstieg auf einen anderen Brennstoff, selbst einen erneuerbaren, keine wirksame Versicherung gegen Preissteigerungen. Am ehesten kテカnnen Elektrowテ、rmepumpen fテシr stabile Heizkosten sorgen, da die Strompreise dauerhaft stabiler bleiben dテシrften: Fテシr die Herstellung elektrischer Energie gibt es diverse Mテカglichkeiten (z. B. auch Windenergie), so dass eine zunehmende Verknappung dort nicht zu erwarten ist.

Der Artikel テシber die Gasheizung enthテ、lt einen Vergleich von Gas- und テ僕heizungen.

Kombination mit einer Solaranlage

Eine テ僕heizung kann mit einer thermischen Solaranlage kombiniert werden, die entweder nur die solare Warmwasserbereitung besorgt (und an kalten Tagen vom テ僕kessel unterstテシtzt wird) oder in der テ彙ergangszeit auch zur Heizungsunterstテシtzung dient. Auf diese Weise lテ、sst sich der jテ、hrliche テ僕verbrauch deutlich reduzieren, wenn auch in der Regel nicht so stark wie durch eine umfassende Wテ、rmedテ、mmung des Gebテ、udes. Man beachte, dass die Solaranlage im Sommer nicht nur die benテカtigte Wテ、rme bereitstellt, sondern zusテ、tzlich auch die Bereitstellungsverluste des テ僕kessels (die sogar hテカher sein kテカnnen!) vermeidet. Der テ僕kessel kann dann nテ、mlich ganz abgestellt werden – mテカglichst automatisch, da dies sonst leicht vergessen geht.

Empfehlungen

Neubauten werden in Deutschland kaum noch mit テ僕heizungen ausgestattet; in Dテ、nemark ist dies seit 2013 sogar verboten (soweit ein Fernwテ、rmeanschluss mテカglich ist), um die Abkehr von den fossilen Energietrテ、gern zu beschleunigen. Jedoch gibt es noch viele Bestandsgebテ、ude mit テ僕heizungen. Hier sollte geprテシft werden, ob eine Abkehr vom テ僕 oder wenigstens eine starke Verminderung des Verbrauchs mテカglich ist:

Wegen der Komplexitテ、t der Sachlage sollte man einen Energieberater einschalten, bevor man wesentliche Kosten auf sich nimmt.

Literatur

[1]Extra-Artikel: "Hohe Heizkosten mit veralteter テ僕heizung: was tun?"

(Zusテ、tzliche Literatur vorschlagen)

Siehe auch: Heizテカl, Erdテカl, Heizungsanlage, Gasheizung, Pelletheizung
sowie andere Artikel in den Kategorien Haustechnik, Wテ、rme und Kテ、lte

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