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Plusenergiehaus

Definition: ein Haus, in dem im Jahresmittel mehr erneuerbare Energie gewonnen wird, als zum Betrieb gebraucht wird

Englisch: house with surplus energy balance

Kategorien: erneuerbare Energie, Grundbegriffe, Haustechnik

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 09.09.2012; letzte Änderung: 10.11.2017

Ein Plusenergiehaus verfügt ähnlich wie ein Nullenergiehaus über Einrichtungen zur Gewinnung erneuerbarer Energie – in der Regel über Photovoltaik (für elektrische Energie) und/oder Solarthermie (für Wärme). Während beim Nullenergiehaus im Jahresmittel etwa so viel erneuerbare Energie gewonnen wird, wie zum Betrieb des Gebäudes benötigt wird (das Haus also “energieneutral” ist), sind die Anlagen beim Plusenergiehaus größer dimensioniert, so dass sogar ein Überschuss verbleibt. Dieser wird in Form elektrischer Energie in das Stromnetz eingespeist. Ein solches Haus trägt also im Jahresmittel sogar zur öffentlichen Stromversorgung bei, obwohl zu manchen Zeiten durchaus auch elektrische Energie aus dem Netz bezogen werden kann.

Wenn Heizwärme mit Holz gewonnen wird, wird dies als eine Energiezufuhr von außen gewertet, obwohl es sich um erneuerbare Energie handelt. (Auch Holz ist eine begrenzte Ressource, die bei Nutzung in einem Haus dann anderswo nicht mehr zur Verfügung steht – anders als die Sonnenenergie.) Das energetische Äquivalent des Holzverbrauchs (ggf. mit einem Gewichtungsfaktor) muss also netto in das Stromnetz eingespeist werden.

Allerdings wird die graue Energie, die zum Bau des Gebäudes benötigt wird, bei der Energiebilanz nicht berücksichtigt. Ebenfalls wird der Energieaufwand für den Verkehr der Bewohner (insbesondere mit Autos) unter Umständen nicht mitgezählt. Es ist aber natürlich möglich, Elektroautos mit Hilfe zusätzlicher Photovoltaik zu betreiben.

Der Grundgedanke hinter dem Plusenergiehaus ist, dass bei Gebäuden (zumindest bei Neubauten) schon mit heutiger Technik mehr als eine volle Deckung des Energiebedarfs mit erneuerbarer Energie möglich ist, während dies für andere Sektoren wie den Verkehr und die Industrie bis auf weiteres nicht der Fall ist. Dies bedeutet, dass das Fernziel einer vollständigen Deckung des gesamten Energiebedarfs unserer Gesellschaft mit erneuerbarer Energie voraussichtlich voraussetzt, dass die Gebäude Überschüsse erwirtschaften, die für andere Sektoren verwendbar sind.

In aller Regel braucht ein Plusenergiehaus eine sehr gute Wärmedämmung, um den Heizwärmebedarf ähnlich wie schon beim Passivhaus sehr klein zu halten. Soweit der restliche Wärmebedarf nicht über Solarthermie gedeckt werden, muss zusätzliche elektrische Energie über Photovoltaik gewonnen werden. Diese kann dann z. B. zum Betrieb einer Wärmepumpe genutzt werden, oder sie wird ins Netz eingespeist und kompensiert die Verwendung von Brennholz oder Erdgas. Ein kleinerer Teil der elektrischen Energie wird in der Regel für den Betrieb einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung benötigt, wodurch die Wärmeverluste durch die Lüftung minimiert werden.

Siehe auch: Passivhaus, Niedrigenergiehaus
sowie andere Artikel in den Kategorien erneuerbare Energie, Grundbegriffe, Haustechnik

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