RP-Energie-Lexikon
fachlich fundiert, unabhängig von Lobby-Interessen
www.energie-lexikon.info

Prozesswärme

Definition: Wärme, die für bestimmte technische Prozesse (insbesondere in der Industrie) benötigt wird

Allgemeinerer Begriff: Wärme

Englisch: process heat

Kategorien: Grundbegriffe, Wärme und Kälte

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 18.09.2012; letzte Änderung: 18.07.2021

URL: https://www.energie-lexikon.info/prozesswaerme.html

Viele industrielle Prozesse benötigen Wärme für die Durchführung technischer Prozesse. Einige typische Beispiele für solche Prozesswärme:

  • Für viele Prozesse wird Dampf benötigt, der durch Erhitzen von Wasser in einem Dampferzeuger gewonnen wird.
  • Trocknungsprozesse erfordern oft, dass erwärmte Luft über die zu trocknenden Dinge geleitet wird. Die Temperaturerhöhung erhöht nämlich die Fähigkeit der Luft, Wasserdampf aufzunehmen. In anderen Fällen wird das zu trocknende Material direkt erhitzt.
  • Für metallurgische Prozesse muss das Metall oft geschmolzen werden. Hierfür wird Wärme auf einem meist recht hohen Temperaturniveau benötigt.
  • In der chemischen Energie müssen Stoffe oft auf hohe Temperaturen gebracht werden, um gewisse chemische Reaktionen zu ermöglichen. Sogenannte endotherme Reaktionen verbrauchen bei ihrem Ablauf auch Wärme. Dies bedeutet, dass die Reaktionsprodukte dann eine höhere Energie mit sich tragen als die Ausgangsstoffe.

Für die Herstellung von Prozesswärme kommen verschiedene Energiequellen in Frage:

  • Häufig werden Brennstoffe verbrannt, beispielsweise Erdgas oder Heizöl. Hiermit können bei Bedarf auch relativ hohe Temperaturen erzeugt werden, insbesondere bei Anwendung von Rekuperation (Vorwärmung der Zuluft mit Hilfe der Abgase).
  • Prozesswärme kann als Nebenprodukt bei stromerzeugenden Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung gewonnen werden. Hierbei sind die erreichbaren Temperaturen jedoch stärker begrenzt – häufig auf unter 100 °C. Es gibt allerdings Ausnahmen, beispielsweise Hochtemperatur-Brennstoffzellen.
  • Eine weitere Wärmequelle für nicht allzu hohe Temperaturen sind Sonnenkollektoren. Wegen der nicht ständigen Verfügbarkeit werden Sonnenkollektoren meist in Kombination mit anderen Wärmequellen (etwa Feuerungen) genutzt. Es ist aber auch möglich, gewisse Trocknungsprozesse (z. B. in der Landwirtschaft) einfach nur bei sonnigem Wetter durchzuführen. Außerdem gibt es Anlagen mit Spiegelfeldern, die mit konzentriertem Sonnenlicht sehr hohe Temperaturen erzeugen können.
  • Auch Kernreaktoren können statt zur Stromerzeugung auch für die Herstellung von Prozesswärme genutzt werden – im Falle von Hochtemperaturreaktoren auch auf einem recht hohen Temperaturniveau. Diese Möglichkeit wird jedoch kaum genutzt.
  • Hochtemperatur-Prozesswärme wird häufig auch mit elektrischer Energie erzeugt (→ Elektrowärme). Dies ist zwar weniger energieeffizient als andere Methoden, aber für hohe Temperaturen stehen oft kaum praktikable Alternativen zur Verfügung.

Tendenziell wird die energieeffiziente Erzeugung von Prozesswärme schwieriger, wenn das benötigte Temperaturniveau hoch ist. Deshalb gilt es oft, dieses Temperaturniveau nicht höher als nötig zu wählen. Die Menge der benötigten Prozesswärme lässt sich je nach Fall mit verschiedenen Methoden verringern, beispielsweise durch Wärmerückgewinnung.

Fragen und Kommentare von Lesern

Hier können Sie Fragen und Kommentare zur Veröffentlichung und Beantwortung vorschlagen. Über die Annahme wird der Autor des RP-Energie-Lexikons nach gewissen Kriterien entscheiden. Im Kern geht es darum, dass die Sache von breitem Interesse ist.

Wenn Ihnen hier geholfen wird, möchten Sie sich vielleicht mit einer Spende revanchieren, mit der Sie die weitere Entwicklung des Energielexikons unterstützen.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche allerdings ohnehin nicht veröffentlichen und bei uns bald löschen. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie eine persönliche Rückmeldung oder eine Beratung vom Autor wünschen, schreiben Sie ihm bitte per E-Mail.

Ihre Frage oder Ihr Kommentar:

Ihr Hintergrund (freiwillige Angabe):

Spam-Prüfung:

  (Bitte die Summe von fünf und zwölf hier als Ziffern eintragen!)

Mit dem Abschicken geben Sie Ihre Einwilligung, Ihre Eingaben gemäß unseren Regeln hier zu veröffentlichen.

Siehe auch: Wärme, Temperatur, Wärmerückgewinnung, Solarthermie, Elektrowärme
sowie andere Artikel in den Kategorien Grundbegriffe, Wärme und Kälte

preview

Wenn Ihnen diese Website gefällt, teilen Sie das doch auch Ihren Freunden und Kollegen mit – z. B. über Social Media durch einen Klick hier:

These sharing buttons are implemented in a privacy-friendly way!

Diese Sharing-Buttons sind datenschutzfreundlich eingerichtet!

Code für Links auf anderen Webseiten

Wenn Sie einen Link auf diesen Artikel anderswo platzieren möchten (z. B. auf Ihrer Website, Social Media, Diskussionsforen oder in der Wikipedia), finden Sie hier den benötigten Code. Solche Links können z. B. für Worterklärungen sehr nützlich sein.

HTML-Link auf diesen Artikel:

<a href="https://www.energie-lexikon.info/prozesswaerme.html">
Artikel über Prozesswärme</a>
im <a href="https://www.energie-lexikon.info/">RP-Energie-Lexikon</a>

Mit Vorschaubild (siehe den Kasten direkt über diesem):

<a href="https://www.energie-lexikon.info/prozesswaerme.html">
<img src="https://www.energie-lexikon.info/previews/prozesswaerme.png"
alt="Artikel" style="width:400px"></a>

Falls Sie es für angemessen halten, einen Link in der Wikipedia zu setzen, z. B. unter "==Weblinks==":

* [https://www.energie-lexikon.info/prozesswaerme.html
Artikel über 'Prozesswärme' im RP-Energie-Lexikon]