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Klimaschutzeffekt des EEG

Ref.: “Zur Klimaschutzwirkung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)”: Klimaschutzwirkung_des_EEG.pdf; “EEG und das Klima”, Artikel bei Telepolis am 27.03.2014, http://www.heise.de/tp/artikel/41/41274/1.html; Lexikonartikel über Erneuerbare-Energien-Gesetz, Emissionshandel und Klimaschutz

Rüdiger Paschotta

Stimmt es, dass Maßnahmen zusätzlich zur Einrichtung des europäischen Emissionshandelssystems unnötig und sogar schädlich sind?

Immer wieder geistert in der Diskussion um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Behauptung herum, eine Klimaschutzwirkung könne das EEG gar nicht haben, weil die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung ohnehin im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) gedeckelt seien. Die Behauptung wirkt zunächst logisch schlüssig, also durchaus überzeugend, und wird u. a. von diversen prominenten Ökonomen vertreten – beispielsweise von Prof. Hans-Werner Sinn (ifo-Institut), Prof. Daniel Zimmer (Vorsitzender der deutschen Monopolkommission) und jüngst von der “Expertenkommission Forschung und Innovation” (EFI) in ihrem Jahresgutachten 2014. Sie kommen damit zum Schluss, dass das EEG als Instrument für den Klimaschutz untauglich sei. Sie irren aber allesamt.

Eine genaue Analyse zeigt, dass die Argumentation im Rahmen eines sehr vereinfachten ökonomischen Modells zwar tatsächlich logisch korrekt ist, aber auf mehreren Prämissen beruht, die in der Praxis klar nicht erfüllt sind. Dadurch wird das ganze Modell nicht auf diese Welt anwendbar und die gemachte Schlussfolgerung, man könne das EEG ohne Schaden für den Klimaschutz einfach streichen, ist objektiv unzutreffend. Die Argumente in Kürze:

Ein nicht funktionierendes Emissionshandelssystems kann kein Ersatz für irgendwelche Maßnahmen sein.

Das Pflücken nur der “am niedrigsten hängenden Früchte” ist kurzfristig effizient, bringt langfristig jedoch wenig!

Es ist eine große Dummheit, ausgerechnet die größten Klimaschutzeffekte des EEG zu übersehen – nämlich die, die im Ausland auftreten.

Ich habe die Sachlage ausführlich diskutiert in einem Dokument, welches Sie von unserer Website herunterladen können: “Zur Klimaschutzwirkung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)”: Klimaschutzwirkung_des_EEG.pdf

Wohlgemerkt behaupte ich keineswegs, dass das EEG nicht weiter optimiert und ständig der sich verändernden Wirklichkeit angepasst werden müsse, oder dass Emissionshandel (Cap & Trade) prinzipiell untauglich sei. Vielmehr muss das ETS unbedingt zum Funktionieren gebracht werden, und ein weltweites Emissionshandelssystem ist anzustreben. Jedoch sind Einspeisevergütungen wie nach dem EEG keinesfalls unnötig, gerade auch im Sinne der ökonomischen Effizienz der alternativlosen Energiewende. Von einigen realitätsfernen Ökonomen, die offenbar lieber mit allzu abstrakten Modellen spielen, als sich ernsthaft mit der Realität zu befassen, sollten wir uns das nicht ausreden lassen.

Dieser Artikel erschien als Teil des RP-Energie-Blogs von Dr. Rüdiger Paschotta. Sie können Links auf diese Seite setzen, da ihre Adresse permanent ist, und die Seite auch zitieren. Siehe auch das RP-Energie-Lexikon.

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