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Kombination von Elektro-Infrotheizung mit Photovoltaik – leider keine Wunderlösung

Rüdiger Paschotta

Ein Leser hat auf meinen kürzlich erschienenen Artikel über Infrarotheizungen hin eine Frage geschickt. Er hat bei Vitramo von dem angeblich sehr vorteilhaften und energiesparenden Konzept der Kombination von Infrarotheizung und Photovoltaik-Anlage gelesen und wollte wissen, was davon zu halten ist. Diese interessante Frage ist die Beantwortung in einem separaten Artikel wert.

Gehen wir zunächst davon aus, dass gemäß diesem Konzept das Haus nur mit einer Infrarotheizung erwärmt werden soll, sodass die hohen Investitionskosten für ein konventionelles Heizungssystem entfallen:

Man könnte die Speicherproblematik im Prinzip auch umgehen, indem man nur überschüssigen PV-Strom verheizt, anstatt ihn in das Stromnetz einzuspeisen. Dann zahlt man effektiv für die gewonnene Heizwärme im Betrieb einen Preis, der der Einspeisevergütung entspricht. Derzeit ist diese noch etwas höher als die entsprechenden Wärmekosten aus Heizöl oder Erdgas; das könnte sich zukünftig ändern, wenn die Brennstoffkosten wieder ansteigen und/oder die Einspeisevergütung weiter sinkt. Allerdings sind auch die zusätzlichen Investitionskosten zu berücksichtigen; man muss sich natürlich fragen, ob man nur für diese eingeschränkte Nutzung eine Infrarotheizung zusätzlich zum gewöhnlichen Heizungssystem installieren möchte. Und man wird bei diesem Ansatz ohnehin nur einen kleineren Teil des Heizwärmebedarfs solar decken, weil die PV-Anlage dann wohl eher für den Strombedarf dimensioniert wird und nicht für den meist größeren Wärmebedarf.

Fazit: Eine Elektroheizung – auch in Form der Infrarotheizung – wird keineswegs dadurch sinnvoll, dass man zusätzlich noch Photovoltaik verwendet; dies hauptsächlich wegen der ungelösten Speicherproblematik. Wie in meinem früheren Artikel erklärt, ist die Elektro-Infrarotheizung zwar in manchen Fällen durchaus sinnvoll, aber eben nicht zur Grundbeheizung (also als alleiniges Heizungssystem), sondern nur zur zeitlich und räumlich gezielten Zusatzheizung z. B. während der Benutzung eines Badezimmers. Wenn man etwas für die Grundbeheizung haben möchte, könnte das eher eine Wärmepumpenheizung sein, die dafür weit weniger Strom benötigt.

Dieser Artikel erschien als Teil des RP-Energie-Blogs von Dr. Rüdiger Paschotta. Sie können Links auf diese Seite setzen, da ihre Adresse permanent ist, und die Seite auch zitieren. Siehe auch das RP-Energie-Lexikon.

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