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Scheinleistung

Definition: das Produkt der Effektivwerte von elektrischer Spannung und Stromstärke

Englisch: apparent power

Kategorien: elektrische Energie, Grundbegriffe, physikalische Grundlagen

Formelsymbol: S

Einheit: Voltampere (VA)

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta (G+)

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 16.01.2011; letzte Änderung: 10.11.2017

Die beispielsweise an ein elektrisches Gerät übertragene elektrische Leistung ist in jedem Moment gleich dem Produkt von elektrischer Spannung und Stromstärke. Wenn man jedoch bei Wechselstrom einfach das Produkt der Effektivwerte von elektrischer Spannung und Stromstärke bildet, so erhält man nur die Scheinleistung: S = U · I, wobei U und I die Effektivwerte von Spannung und Stromstärke sind (siehe den Artikel über Wechselstrom).

Die Scheinleistung kann höher sein als die Wirkleistung (die im zeitlichen Mittel übertragene Leistung), wenn Strom und Spannung nicht phasengleich (d. h. zeitlich etwas verschoben) schwingen, so dass der Strom einen Blindstrom-Anteil hat. (Der Artikel über Blindstrom erläutert dies genauer.) Die Scheinleistung entspricht dann der geometrischen Summe von Wirkleistung und Blindleistung, d. h. das Quadrat der Scheinleistung ist gleich der Summe der Quadrate von Wirkleistung und Blindleistung: S2 = P2 + Q2.

Als Einheit für die Scheinleistung verwendet man üblicherweise das VA (Voltampere) und nicht das Watt, das der Wirkleistung vorbehalten ist. Dies verdeutlicht, dass man lediglich das Produkt aus Spannung und Stromstärke berechnet hat, ohne den Phasenwinkel zwischen beiden zu berücksichtigen.

Die Scheinleistung und nicht etwa die Wirkleistung bestimmt die Stromstärke (bei gegebener Spannung) und somit die Belastung des Leitungsnetzes.

Siehe auch: Leistung, Voltampere, Wirkleistung, Blindleistung, Wechselstrom, Stromnetz
sowie andere Artikel in den Kategorien elektrische Energie, Grundbegriffe, physikalische Grundlagen

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