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Tauchsieder

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Definition: ein Gerät, welches in Wasser eingetaucht wird und dieses erhitzen kann

Englisch: immersion heater

Kategorie: elektrische Energie

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Erstellung: 18.04.2015

Ein Tauchsieder (auch Tauchheizer) ist ein Elektrogerät, welches der Erhitzung kleiner Mengen von Wasser (z. B. zur Bereitung heißer Getränke) dient. Es wird hierzu in das Wasser eingetaucht und erzeugt Wärme aus elektrischer Energie. Die Elektrowärme wird in aller Regel in einem Widerstandsheizkörper (meist einem schraubenförmig gebogenen Elektroheizstab) erzeugt. Früher gab es allerdings auch Tauchsieder, bei denen elektrischer Strom wie bei einem Elektrodenkessel durch das Wasser fließt; aufgrund diverser (auch sicherheitstechnischer) Nachteile wird dieses Funktionsprinzip nicht mehr verwendet.

Die meisten Tauchsieder haben eine metallische Oberfläche des Heizelements. Es gibt allerdings auch Quarzglas-Tauchsieder, die hauptsächlich der Erwärmung anderer Flüssigkeiten als Wasser dienen.

Tauchsieder sind meist für den Betrieb am Niederspannungs-Stromnetz gebaut; es gibt allerdings auch Modelle für niedrigere Spannungen wie 12 V und 24 V, etwa für Betrieb an einer Autobatterie. Die Heizleistung liegt bei Haushaltsgeräten häufig in der Gegend von einem Kilowatt (1 kW), sodass ein Liter Wasser innerhalb von gut sechs Minuten von Zimmertemperatur ausgehend zum Sieden gebracht werden kann.

Ein Wasserkocher funktioniert gleich wie ein Tauchsieder, nur dass hier ein Heizelement fest in einem Behälter eingebaut ist.

Energieeffizienz

Der Wirkungsgrad eines Tauchsieders beträgt wie bei anderen elektrischen Heizelementen 100 %, und die erzeugte Wärme wird zum allergrößten Teil auf das Wasser übertragen. (Aufgrund der geringen Masse des Heizelements und seiner dadurch geringen Wärmekapazität verbleibt am Ende nur ein geringer Teil der Wärme darin.) Allerdings ist die Erzeugung von Elektrowärme prinzipiell ineffizient; es wird hochwertige Energie (Exergie) in Niedertemperaturwärme umgewandelt. Für kleine Wärmemengen, wie sie zur Erwärmung geringer Wassermengen im Haushalt benötigt werden, ist ein Tauchsieder jedoch die wohl praktikabelste Lösung und immerhin deutlich effizienter als die Benutzung eines Elektroherds – besonders bei Herden mit konventionellen Kochplatten, bei denen die darin gespeicherte Wärme nicht für die Erwärmung des Wassers genutzt wird. Aufgrund der geringen Größe des Heizelements sind Tauchsieder vor allem auch für die Erhitzung sehr geringer Mengen (z. B. nur einer Tasse Wasser) geeignet.

Bei Tauchsiedern hat die Verkalkung kaum einen Einfluss auf die Energieeffizienz.

Eine höhere Heizleistung ist im Prinzip energetisch sinnvoll, weil innerhalb der dann kürzeren Betriebsdauer weniger Wärme verloren geht. Außerdem besteht dann wohl eine geringere Gefahr des unbeaufsichtigten Betriebs.

Vor allem bei hartem (mineralstoffreichem) Wasser tritt im Betrieb eine Verkalkung der Oberflächen auf. Dies behindert den Wärmeübergang vom Heizelement auf das Wasser. Die Energieeffizienz wird hierdurch allerdings kaum beeinträchtigt; das Heizelement wird lediglich etwas heißer, aber die Wärme kann ja kaum anderswo entweichen (höchstens in geringem Umfang durch den aus dem Wasser führenden Stab). Wenn der Tauchsieder abgestellt wird, nimmt das Heizelement innerhalb weniger Sekunden die Temperatur des Wassers an, sodass eine ursprünglich erhöhte Temperatur des Heizelements bei der Entnahme des Tauchsieders kaum zu erhöhten Energieverlusten führt. Allerdings kann bei starker Verkalkung eine Überhitzung und damit Beschädigung des Heizelements auftreten, oder das Gerät wird durch einen Überhitzungsschutz (siehe unten) abgeschaltet.

Sicherheitsaspekte

Der Überhitzungsschutz eines Tauchsieders kann rückstellbar sein oder auch nicht; im letzteren Fall ist das Gerät nach einer Überhitzung defekt.

Die Benutzung handelsüblicher Tauchsieder bringt relativ geringe Gefahren mit sich. In aller Regel sind die Geräte mit einem Überhitzungsschutz ausgestattet, der insbesondere dann auslöst, wenn der Tauchsieder im Betrieb unzureichend mit Wasser bedeckt ist (beispielsweise weil bei unbeaufsichtigtem Betrieb bereits viel Wasser verdampft ist). In manchen Fällen (nicht rückstellbare Temperatursicherung mit Schmelzelement) ist das Gerät danach nicht mehr verwendbar, hat aber immerhin in der Umgebung keinen Schaden angerichtet. Tauchsieder ohne Überhitzungsschutz sind dagegen gefährlich; solche Geräte können Brände auslösen, wenn eine Überhitzung eintritt. Bessere Geräte enthalten einen rückstellbaren Übertemperaturabschalter; sie sollten trotzdem immer abgeschaltet werden, vor diese Sicherheitseinrichtung aktiv wird, aber wenn dies durch ein Versehen einmal unterbleibt, sollte kein Schaden entstehen.

Grundsätzlich ist es ratsam, Tauchsieder nicht in der Nähe brennbarer Gegenstände, nur in dafür geeigneten Behältern und nie unbeaufsichtigt zu betreiben. Nach der Benutzung sollte ein Tauchsieder an einer Stelle abgelegt werden, wo seine heißen Oberflächen keine Gegenstände schädigen oder durch Berührung mit der Haut Verletzungen verursachen können.

Die Gefahr von Verbrühungen ist bei Tauchsiedern größer als mit Wasserkochern!

Die wohl größte Gefahr ist die der Verbrühung mit dem heißen Wasser; diese ist größer als bei Verwendung eines Wasserkochers; beispielsweise kann ein Behälter mit heißem Wasser aus Versehen umgestoßen werden, indem man an das Kabel des Tauchsieders stößt. Auch deswegen werden Wasserkocher heute oft bevorzugt.

Siehe auch: Wasserkocher, Elektrowärme, Warmwasser, Durchlauferhitzer
sowie andere Artikel in der Kategorie elektrische Energie

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